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Seven: Alben mit Soul im Blut

Interview mit Seven

Seven schwarz gekleidet vor rotem Hintergrund
Der Soulsänger Seven sieht Musik in Farben.

Seven, was ist das Konzept hinter «4COLORS»?
Seit ich musikalisch denken kann, ordne ich Songs in Farben ein. Dieser Spleen – von dem ich lange dachte, dass es einer ist – nennt sich Synästhesie. Blau ist kalt und melancholisch, teils sehr elektronisch. Gelb ist positiv, gemeinschaftlich und wohlig warm, urban. Rot ist verraucht und verrucht, direkt und lebt in der Nacht. Purple beschreibt die Musik von Prince. Nun sass ich an meinem Tisch und hatte die vielen neuen Songs vor mir wie immer in Farben aufgeteilt. Diese konnte ich unmöglich auf ein Album packen. Doch dann passierte mir der Titel: Vier Farben, das ergibt «4COLORS». Die Erlaubnis, vier kleine Alben in einem zu machen, ohne mich darum zu kümmern, ob alles untereinander zusammenpasst, befreite mich ungemein. Ich explodierte förmlich und habe mich in den einzelnen Farbwelten so extrem wie nie ausgetobt. Das Ergebnis ist mein zehntes und bisher aufwendigstes Album.

Wann wurde dir klar, dass du Synästhet bist?
Schon immer habe ich Farben im Studio wie auch im Probelokal als Hilfsmittel benutzt, um meine Ideen zu erläutern. Es war mir nicht klar, dass es einen Namen dafür gibt. Im Studio 2007 in den Staaten habe ich mal wieder mit Farben um mich geworfen und dann sagte Keith Crouch «NOO You too?». Dann hat er mir erzählt, was es damit auf sich hat, und dass auch er ein Auge hat im Ohr. Danach habe ich mich informiert und viel Spannendes darüber gelesen.

Sind die vier Farben, die auf deinem neuen Album versammelt sind, sozusagen deine «Hauptfarben»?
Ja, das sind meine Hauptfarben und ich kann beinahe jeden Song, den ich je gemacht habe, diesen vier Farben zuordnen. Das sind meine vier Stimmungen und meine vier Sounds, die ich liebe – sowohl als Musikliebhaber wie auch als Musiker.

Woher nahmst du die Inspiration für dein neues Album?
Ich suche die Inspiration nicht. Musik erscheint sehr natürlich und in hoher Frequenz vor meinem Gesicht. Mein Kopforchester spielt ständig neue Songs – ich muss lediglich gut zuhören. Und die Erfahrung hilft mir, den Sound aus meinem Kopf aufs Papier zu kriegen.

Was für Musik hörst du privat?
Die gleiche Art Musik, die ich mache. Ich bin ein egoistischer Musiker… Ich mache nur, was ich liebe und was ich hören will. Denn ich werde meine Musik 100-mal pro Jahr live spielen und wenn das nicht mein Sound ist, wäre das sehr anstrengend. Ich höre viel Verträumtes und suche oft nach neuer Musik, aber auch die alten Götter wie Jackson, Prince, Stevie und Al haben einen festen Platz bei mir in der Playlist. Am Ende des Tages ist es Soul in all seinen Facetten und Sprachen.

Was war das letzte Buch, das du gelesen hast?
Die Biografie von André Agassi – ich liebe Biografien und Jo Nesbo.

Seven neues Album 4Colors

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