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Maleika: Die ergreifende Welt der Tiere

Matto Barfuss im Interview

Der «Gepardenmann» Matto Barfuss
 

Herr Barfuss, was, hoffen Sie, nehmen die Zuschauer aus Ihrem Film «Maleika» mit?
Mein Kinofilm ist ein Film über die Liebe einer Mutter und hat eine klare Botschaft: Was immer auf der Welt geschieht, es gibt keinen vernünftigen Grund aufzugeben. Für mich gibt es aber noch einen ganz anderen wichtigen Aspekt. Wir sollten über Empathie bei Tieren viel intensiver diskutieren. Ich musste hinter der Kamera erleben, wie Maleika und ihre beiden verbliebenen Kinder um den Sohn Marlo trauerten, und das Ganze über 4 Tage... Als Artenschützer will ich natürlich eines: Jeder sollte sich nach dem Film angesprochen fühlen, etwas für die Artenvielfalt beizutragen.

Wieso haben Sie gerade die Gepardendame Maleika als Protagonistin für ihren Film ausgesucht?
Maleika ist mir begegnet und es war von Anfang an ein vertrautes Gefühl, welches man braucht, um eine so persönliche Geschichte über vier Jahre zu erzählen. Ich selbst glaube, dass Maleika die Urenkelin der Gepardin ist, mit der ich im Jahr 1996 über 25 Wochen auf allen vieren hautnah in ihrer Familie in der Serengeti lebte. Maleika lebt in dem gleichen Gebiet.

Was für Herausforderungen galt es bei den Dreharbeiten in der freien Wildnis zu überwinden?
Die ganze Produktion war eine grosse technische Herausforderung. Wir haben in 5K produziert und mussten riesige Datenmengen verwalten und sichern. Dazu kommt Hitze und Staub. Nur mit grösster Sorgfalt und ständigem Putzen konnten wir es schaffen, die Zeit ohne grössere Pannen zu überstehen. Für mich selbst war die grösste Aufgabe, immer aufmerksam hinter der Kamera zu sein. Wir haben entschieden, die Produktion im Sinne des Naturschutz mit minimalen Aufwand umzusetzen. So war ich der einzige Kameramann. Maleika ist eine überaus spontane Gepardin. Jeden Moment kann etwas passieren, was für die Geschichte wichtig ist. Die Gepardin hat mich gefordert!

Matto Barfuss mit der Gepardin Maleika
 

Was hat Sie dazu inspiriert, das Leben einer Gepardenfamilie auf Film festzuhalten?
Katzen haben mich mein ganzes Leben lang begeistert. Dann kam die erste Afrikareise und einige Reisen später traf ich sie, nämlich die Gepardin Diana mit ihren fünf Babys in der Serengeti. Für mich war es «Liebe auf den ersten Blick». Ich war so fasziniert, dass ich eine Fotoreportage über das Leben dieser Gepardenfamilie machen wollte. Der Kontakt wurde immer enger und als ich eines Abends den Geländewagen verliess, um einige Fotos aus der Bodenperspektive aus weiter Entfernung zu machen, war ich nach einige Zeit von neugierigen Gepardenkindern umrundet. Ich verhielt mich wie ein Gepard und bewegte mich auf allen vieren. So wurde ich als Teil der Familie adoptiert und folgte insgesamt über zwei Generationen den Katzen durch die Serengeti. Es war wie ein Traum, diesen wunderbaren Naturraum aus der Perspektive der Geparden und als Teil ihrer zu erleben. Seither bin ich den Geparden verfallen. Gepardenmütter sind mit Sicherheit die geduldigsten und liebevollsten Mütter. Alleinerziehend wie sie sind, müssen sie ihre Kleinen überall mit hinnehmen und gleichzeitig das schwierige und gefährliche Leben meistern. Dafür haben sie meinen höchsten Respekt und meine ganze Bewunderung!

Wie ist Ihre Faszination für Afrika und die dort einheimischen Tiere entstanden?
Es war ein Kindheitstraum, nach Afrika zu reisen. Ich bin auch mit den Berichten von Prof. Grzimek aufgewachsen. Der Film «Serengeti darf nicht sterben» hat mich sehr bewegt. Die erste Afrikareise vor 25 Jahren war dann ein grosses «Aha-Erlebnis». Seither lebe ich sechs Monate pro Jahr im afrikanischen Busch. Demnächst breche ich zu meiner achtzigsten Afrikaexkursion auf.

Was ist Ihr nächstes Projekt?
Ich arbeite schon seit Jahren an einem weiteren grossen Kinoprojekt in der Kalahari. Ausserdem habe ich den gemeinnützigen Verein «Leben für Geparden e.V.». Über unsere eigene Stiftung «Go wild Botswana Trust» in Botswana starten wir das «Green Belt Botswana» Projekt, welches der Film über Maleika unterstützt. Wir wollen über die nächsten zehn Jahre einen 500 km langen Gürtel aus arid-resistenten Bäumen entlang des südlichen Wendekreises in Botswana pflanzen und dort entlang zum Schutz der grossen Katzen in den Kommunen gegen die «Mensch-Tier-Konflikte» arbeiten. Ausserdem haben wir ein Schulbuch entwickelt, das den Kindern ihre wilden Tiere und die Wichtigkeit ihres Schutzes zeigt. Bisher haben wir schon über 50'000 dieser Bücher frei in den Schulen verteilt und 17 löwensichere Viehumzäunungen gebaut. Wegen der Konflikte mit den Grosskatzen legen Farmer afrikaweit Giftköder aus. Das ist eines der Hauptgründe für den Rückgang der grossen Katzen. Es gibt also viel zu tun!

Maleika als Buch oder E-Book