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Jonas Jonasson: Der Meister des Exzentrischen

Die neuen Abenteuer des Hundertjährigen

Jonas Jonasson im Interview

Jonas Jonasson Porträt
Jonas Jonasson lebte einige Jahre in der Schweiz.

Herr Jonasson, mit «Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten» knüpfen Sie an Ihren Weltbestseller «Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand» an. Wieso haben Sie sich entschlossen Allan Karlsson aus dem Urlaub zurückzuholen?
Das war, ehrlich gesagt, nicht so geplant. Ich hatte eigentlich mit Allan Karlsson abgeschlossen und mich vor Jahren von ihm (freundschaftlich) verabschiedet – auch wenn er danach immer mal wieder zufällig in meinem Kopf herumspukte und Kommentare zu den aberwitzigen Zuständen der heutigen Welt abgab. Aber als ich dann vollständig ins Schreiben meines vierten Buchs vertieft war, tippte Allan mir plötzlich auf die Schulter. Und da ich mit meiner bisherigen Hauptfigur nie richtig warm wurde, probierte ich – einfach als Experiment – aus, stattdessen Allan sprechen zu lassen. Und das Kapitel schrieb sich geradezu von alleine. Dadurch merkte ich, dass Allan einfach die geeignetste Figur war, um die Dummheiten der Menschheit aufzuzeigen. So wurde er wieder zur Hauptfigur. Zufällig.

Auch in diesem Roman wird Karlsson in die Politik miteinbezogen. Was war der Grund,
aktuelle Politiker in Ihren Roman einfliessen zu lassen?

Ich war schon immer an Politik und Geschichte interessiert und daran, in welche Richtungen sich die Welt entwickelt. Und Allan hatte ja schon mal ziemlich erfolgreich die Unzulänglichkeiten des zwanzigsten Jahrhunderts aufgedeckt. Und ganz nach dem Motto „Übung macht den Meister“ dachte ich mir, dass Allan auch sehr gut die Defizite des 21. Jahrhunderts aufzeigen könnte. Und die seiner politischen Herrscher.

Was inspirierte Sie zu Ihrem neuen Roman?
Ich glaube, es ist der Zustand der Welt. Der ist manchmal schon sehr beunruhigend und erschütternd. Da trete ich gern einen Schritt zurück und betrachte alles aus der Distanz, um es besser zu verstehen und auch ein bisschen darüber zu lachen. Ich denke, eine satirische Betrachtung ist eine Möglichkeit, mit einer manchmal sehr düsteren Realität fertig zu werden. Allan hebt unsere Laune, wenn es manchmal bitter ernst wird – darin ist er wirklich nützlich. Mein Vater neigte dazu, von Traurigkeit überrollt zu werden, wenn er abends die Nachrichten im Fernsehen anschaute. „Das ist doch zum Heulen“, sagte er. Ich lache dagegen lieber. Und wenn wir alle einmal herzlich gelacht haben, können wir vielleicht wirklich etwas tun, um die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Zum Beispiel von unserem Recht zu wählen Gebrauch machen.

Wie lange dauert es von einer Idee im Kopf bis zum fertigen Buch in der Hand?
Das kann ich wirklich schwer sagen. Der kreative Prozess lässt sich nicht in Tagen, Wochen oder Monaten messen. Mein nächstes Buch zum Beispiel, das ich noch gar nicht angefangen habe zu schreiben, ist schon seit längerer Zeit mein Begleiter. Aber wir haben uns noch nicht richtig vorgestellt. Langer Rede kurzer Sinn: Viele Ideensplitter, die seit Jahrzehnten in meinem Kopf herumspuken, können plötzlich in ein einzelnes Kapitel münden. An meinem ersten Buch habe ich 12 Monate gearbeitet. Aber bevor ich den Stift zur Hand nahm, hatte ich schon viele Jahre mit Allan in meinem Kopf verbracht. Es war gut, dass er dann aufs Papier kam, damit ich mal wieder ein bisschen Zeit für mich hatte.

Ihre Protagonisten schicken Sie immer auf wahnwitzige Reisen rund um den Globus. Reisen Sie persönlich auch gerne?
Natürlich, ich habe auch im Ausland gelebt, und zwar in der Schweiz, nahe der italienischen Grenze. Der
„Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ ist in der Nähe vom Luganersee entstanden. Meine Bücher haben mich inzwischen mehrmals um die ganze Welt reisen lassen. Ich mache überall Lesereisen und Signierstunden: Ich beginne in Hamburg, dann geht’s weiter südlich durch Europa, kurzer Boxenstopp in Miami, Mittagessen in Kapstadt und Abendessen wieder in Visby (Sie wissen schon, ich übertreibe gern!). Private Urlaubsreisen mache ich gern in der Wildnis von Kenia und Südafrika. Oder in Schweden, inmitten von viel Schnee und spiegelglatten Hängen.

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