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Musigg I Dä Schwiiz

Bligg

Format:
Single CD
EAN:
0602527030753

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Titel
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1.

Oli Bosch, Lena Maria Thüring, Formeldrei, Raphael Tanner, Lesley Bogaert, Hüber Kieffer, Fred Herrmann, Bligg - Musigg i dä Schwiiz

03:25
2.

Marco Bliggensdorfer, Oli Bosch, Lena Maria Thüring, Formeldrei, Raphael Tanner, Hubert Kieffer, Fred Herrmann, Bligg - Musigg i dä Schwiiz - Instrumental

03:23
3.

David May, Roman Camenzind, Hubert Kieffer, Fred Herrmann, Marco Bliggensdorfer, Bligg - Rosalie - Sir Colin Remix

04:27
4.

Fred Herrmann, Marco Bliggensdorfer, Bligg, Hubert Kieffer, Roman Camenzind, David May - Rosalie - Sir Colin MashUP Remix

05:43
Produktinformationen nach oben
Titel:
Musigg I Dä Schwiiz
Interpret:
EAN:
0602527030753
Format:
Single CD
Herausgeber:
Genre:
Pop
Veröffentlichung:
27.03.2009
Setinhalt :
1
Tracks :
4
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Bligg


interview

7. November 2011

Get the Es gibt viele Formen, etliche Wege und diverse Möglichkeiten, "Danke" zu sagen. Bligg hat sich für eine Deluxe Edition seines mit 3fach Platin ausgezeichneten Albums "Bart aber herzlich" entschieden. Das Resultat trägt den Titel "Brass aber herzlich" und wurde in Amerika mit der "Youngblood Brass Band" eingespielt. Wir haben Bligg zum Interview getroffen.

hitparade.ch: Wer sich unsere älteren Interviews und die Videos mit dir ansieht, merkt, dass du deine Bewertungen auf hitparade.ch mitverfolgst. Du adressierst dich dort an deine Fans und auch an deine Hasser. Die Reviews für dein neues Album "Brass aber herzlich" könnten einerseits heissen "Gute CD - Bligg wieder einmal sehr innovativ!", aber auch "Nach dem erfolgreichen Album folgt die Superspecial-Edition, nach dem nächsten Album die Deluxe-Edition...".
Bligg: Ist das so schlimm? (lacht)

hitparade.ch: Man könnte es dir durchaus vorwerfen. So à la "Ach, ich war Weiterlesen
so erfolgreich, warum neue Songs schreiben, wenn ich die alten aufwärmen kann?"
Bligg: Die Produktion für die neue CD "Brass aber herzlich" war so teuer, dass wir es wohl kaum schaffen, diese Kosten mit den Einnahmen wieder zu decken. Wir müssten dazu eine Unmenge von CDs verkaufen.

hitparade.ch: Und du denkst nicht, dass das möglich ist?
Bligg: Nein. Das ist das teuerste Album, das ich jemals aufgenommen habe.

hitparade.ch: Du sprichst damit bestimmt ein breites Publikum an. Aber wird diese Neuinterpretation deinen treusten Fans, sozusagen deinen Stammkunden, gefallen?
Bligg: Das weiss ich nicht. Die Musik ist sehr hochstehend und zeigt eine neue Facette von mir als Künstler. Ich bin grundsätzlich jemand, der sich getraut, neue Dinge in die Finger zu nehmen, wobei ich immer auch Gefahr laufe, dass es den Leuten nicht gefällt. Mit diesem Risiko muss ich als Musiker leben.

hitparade.ch: "Brass aber herzlich" ist demnach aus purer Leidenschaft entstanden?
Bligg: Für die CD gibt es eigentlich zwei Gründe. Sicher ist die CD aus purer Leidenschaft entstanden. Ich habe mich auch nicht lumpen lassen! Nicht nur das Klangbild der Lieder, die zum Teil Richtung Dubstep oder Carribean-Sound gehen, ist anders. Ich schrieb zudem einige Lyrics um, nicht alle Texte sind mehr wie auf der ersten Version.

hitparade.ch: Was ist der zweite Grund?
Bligg: "Brass aber herzlich" soll ein Dankeschön für meine treuen Fans sein. Natürlich hätte ich die Edition nicht machen müssen, von der Original-CD verkaufte ich 110'000 Exemplare - das sind mehr als es sich manche grosse Künstler nur wünschen könnten. Ein Dankeschön also auch an meine Fans, die meine Musik nicht einfach illegal downloaden, sondern ganz offensichtlich wirklich kaufen! Eine Tatsache, die heute nicht mehr selbstverständlich ist. Zugegeben, auch ich würde wenn ich jung wäre und wenig Geld hätte, mir zweimal überlegen, eine CD im Laden zu kaufen oder einfach illegal zu beziehen.

hitparade.ch: Der illegale Download von Musik ist auch in unseren Interviews, gerade bei Rappern, immer wieder ein Thema. Viele sprechen die Problematik an und versuchen ihn zu bekämpfen. Was machst du dagegen?
Bligg: Ich mache etwas dagegen, in dem ich eine Platin-Edition veröffentliche, bei der die Käufer meiner Meinung nach etwas für den Preis geboten bekommen! Für die schöne Kartonbox bezahlst du vielleicht 5 Franken mehr als für die normale CD und hast ein Sammlerstück. Darin enthalten die "Brass aber herzlich"-Scheibe, auf der alle Lieder neu eingespielt und arrangiert sind, nicht einfach geremixt. CD 2 ist die Original-CD und dazu kommt noch ein 35-minütiger Film. Heute gilt es einfach, kreativ zu sein, sich etwas einfallen lassen, dazu benötigt es allerdings einen gewissen Geschäftssinn.

hitparade.ch: Du siehst die Downloads also eher als Herausforderung und beklagst dich nicht einfach tatenlos darüber.
Bligg: Genau, alles andere nützt mir ja nichts! Gerade bei einem Schweizer Künstler kann der Download-Aspekt entscheidend über sein Bestehen sein - das müssen sich die Leute bewusst sein. Sie müssen begreifen, dass der illegale Download mit dem Stehlen einer CD im Laden gleichzusetzen ist. Nur weil die Musik digital verfügbar ist, heisst das nicht, dass die Lieder dann nicht geklaut sind! Was für dich ein einfaches MP3-File ist, war für Andere harte Arbeit.

hitparade.ch: Die "Brass aber herzlich"-CD erscheint am 11.11.11 - nicht nur eine Schnapszahl, sondern auch noch Fasnachtsbeginn. Hast du dieses Datum gewählt, oder kam diese Idee eher von deinem Management?
Bligg: In meinem ganzen Schaffen gibt es keine Entscheidung, die meine Plattenfirma oder mein Management alleine fällt. Für das super Datum entschied ich mich bewusst, wie wenn Jemand ein solches Datum für eine Hochzeit auswählt. Ein unvergessliches Datum für einen vergesslichen Mann wie mich.

hitparade.ch: Du hast den "Brass aber herzlich"-Film angesprochen. Dabei handelt es sich also nicht einfach um einen Konzert-Mitschnitt?
Bligg: Der Film beginnt in New York, wo die ersten Songs zu "Bart aber herzlich" entstanden sind, geht weiter mit der gleichnamigen Tour und endet mit dem Trip nach Amerika, wo die Youngblood Brass Band ins Spiel kommt.

hitparade.ch: Im Trailer zum Film erzählst du, wie dich Blasinstrumente schon immer fasziniert haben. Spielst du selbst auch eines?
Bligg: Nein. Ich habe mich darin versucht, aber dazu braucht es schon sehr trainierte Lippen und ist nicht einfach. Da bleibe ich lieber bei meiner Gitarre. Die beherrsche ich gut genug, um damit Songs zu schreiben und zu spielen. Ich bin und bleibe in erster Linie jedoch ein Rapper.

hitparade.ch: Das CD-Cover mit dem Sousaphon ist demnach eher aus optischen Gründen entstanden?
Bligg: Genau, das soll einfach sinnbildlich für die CD "Brass aber herzlich" sein.

hitparade.ch: Stichwort Brass Band: Warum die Youngblood Brass Band (YBBB) aus den Staaten und nicht eine Schweizer Brass Band?
Bligg: Weil in der Schweiz Brass Bands sehr rar gesät sind und mir ausserdem wichtig war, mit einer Band zu arbeiten, die ein Verständnis für Hip-Hop mitbringt. Die YBBB ist auch in Liedern von diversen bekannten Rappern, wie zum Beispiel Mos Def, zu hören. Anfangs standen wir mit drei verschiedenen Bands aus den USA im Gespräch, entschieden uns dann aber für meinen Wunschkandidaten.

hitparade.ch: Diese YBBB, wie bekannt ist die eigentlich in den USA?
Bligg: Sie können auf eine internationale Fanbase zählen. Die Brass Band tritt oft in Europa auf, auch schon mehrmals in der Schweiz. Was Bands ihresgleichen angeht, sind sie - und das kann ich mit gutem Gewissen sagen - eine der besten der Welt. Trotzdem kommen sie eher aus der Underground-Ecke und sind nicht im Mainstream angesiedelt.

hitparade.ch: Wenn ich auf Reisen gehe, beschleicht mich oft das Gefühl, etwas vergessen zu haben. Gibt es dieses Gefühl nach den abgeschlossenen Aufnahmen, zurück auf dem Heimweg, auch? Sitzt du dann im Flieger und denkst: "Oh, jetzt habe ich etwas vergessen aufzunehmen!"
Bligg: Das ist eine berechtigte Frage. Während zwei Wochen und je 14 Stunden pro Tag beschäftigten wir uns nur mit den Musikaufnahmen der YBBB. Dabei spielten wir lieber zuviel ein, als zu wenig. Dadurch konnte ich beruhigt nach Hause fliegen. Das ist vielleicht, wie wenn du in den Urlaub vier prallgefüllte Koffer mitnimmst. Das ist vielleicht umständlich - aber du weisst, du hast nichts vergessen!

hitparade.ch: Wie müssen wir uns deine Arbeit vorstellen, während diesen zwei Wochen Brass-Aufnahmen? Stehst du daneben und gibst überall deine Kommentare dazu?
Bligg: Genau, ich sage, was mir gefällt und was weniger. Für mich waren diese 14 Tage natürlich die lockerste Studiozeit bisher überhaupt. Erst zurück in Zürich bei den Lyrics-Aufnahmen kam der strengste Teil meiner Arbeit.

hitparade.ch: Gab es Momente, in denen du dir mit der YBBB nicht einig warst?
Bligg: Erstaunlicherweise kein einziges Mal! Ein, zwei Mal passten mir die Melodien nicht, die Youngbloods zeigten sich dann aber jeweils immer sehr kompromissbereit.

hitparade.ch: Von deinen CDs gibt es Volksmusik-Versionen, eine "Nackt"-Ausgabe und jetzt die Brass-Interpretation. Was gibt es als Nächstes?
Bligg: Falls du damit auf ein nächstes Projekt anspielst - ich weiss es noch nicht!

hitparade.ch: Geplant ist zuerst eine gemeinsame Tour mit der Youngblood Brass Band. Was dürfen deine Fans erwarten?
Bligg: Die Tickets für die Tour anfangs 2012 sind bereits im Vorverkauf erhältlich. In der letzten Zeit waren wir jedoch zu sehr mit den Aufnahmen und der Promotion beschäftigt, wir konnten die Show noch nicht auf die Beine stellen. Definitiv ist erst, dass die ganze 9-köpfige Youngblood Brass Band eingeflogen wird. Zudem entschieden wir uns für eher kleinere Locations wie zum Beispiel das Bierhübeli. Ich erhoffe mir damit, den Charme der Brass-Musik besser zu verdeutlichen.

hitparade.ch: Wenn die Jungs die Schweiz schon kennen, musst du ihnen dann wohl nicht mehr gross viel zeigen?
Bligg: Ich habe ihnen ganz gross versprochen, dass die Schweizer Frauen die schönsten seien. Da stehe ich jetzt natürlich schon ein wenig unter Druck…

hitparade.ch: In der Schweizer Politik gab es eine Zeit lang den Trend, sich von seinem Schnurrbart zu trennen. Wurden die Politiker nach der Bedeutung dieser Gesichtsbehaarung gefragt, erklärten sie, sich hinter dem Schnauzer verstecken zu können. Wie sieht das bei deinem Bart aus?
Bligg: Meinen Bart rasierte ich dieses Jahr zwei Mal ab. Einmal für meinen guten Kollegen Stress, weil ich in seinem Lied "Au poste", und im Videoclip dazu, die Rolle des Polizisten Glättli übernommen habe. Und einmal für den Auftritt bei "SF bi de Lüt", wo ich erneut Glättli mimte. Witzigerweise kann ich ohne Bart unerkannt durch die Stadt schlendern - wenn ich also in Zukunft das Bedürfnis nach Anonymität verspüre, werde ich wieder zum Rasierer greifen.

hitparade.ch: Rein psychologisch fehlte dir aber nichts zu dieser Zeit, in der du ohne Gesichtsbehaarung unterwegs warst?
Bligg: Neeeein (zwirbelt seinen Bart)

hitparade.ch: Dann könntest du jetzt aber zum Beispiel nicht deinen Bart zwirbeln.
Bligg: Das mache ich eher, weil die Haare inzwischen eine Länge erreicht haben, die mich selbst erstaunt. "Bart aber herzlich", der Albumtitel, kommt ursprünglich davon, dass ich schon immer mindestens einen Dreitagebart trug, ausserdem bin ich eine sehr herzliche und soziale Person.

hitparade.ch: Eine letzte Frage. Als Rapper beschäftigst du dich generell intensiver mit Songtexten als manche andere Popmusiker, die sich oft Lieder schreiben lassen. Hörst du heute deine Songs und denkst manchmal: "Was hab ich dort bloss geschrieben?"
Bligg: Wenn du mit 15 oder 16 Jahren deine ersten Lyrics schreibst, bist du noch sehr jung, du hast weniger Lebenserfahrung. Dieses Gefühl kenne ich nicht nur von meinen älteren Songtexten, sondern beispielsweise auch von Videoclips. Natürlich würde ich gewisse Dinge heute anders machen, trotzdem bin ich damit das geworden, was ich heute bin!

hitparade.ch: Denkst du, in 15 Jahren, wenn du wieder zurück schaust, werden dir deine Aktivitäten aus 2011 ebenfalls unangenehm erscheinen?
Bligg: Vielleicht. Aber dabei gilt es immer die damals aktuellen Modeerscheinungen zu beachten. Wenn du ein Klassenfoto von früher anschaust, fragst du dich auch, was du dort getragen hast. Aber das war halt einfach so. Ausserdem glaube ich, ein guter Song bleibt ein guter Song - das ändert sich auch über die Jahre hinweg nicht. Zum Artikel

interview

9. März 2011

Get the Nach vier ausverkauften Shows im Volkhaus Zürich ist die "Bart aber herzlich"-Tour von Bligg fast beendet. Wir haben ihn vor einem Auftritt in Zürich getroffen, wo er uns verraten hat, was wir von ihm dieses Jahr noch erwarten können.

hitparade.ch: Bligg im Volkshaus - vier Mal ausverkauft! Wie fest überraschte dich die Tatsache, dass du das Volkshaus vier Mal füllen kannst?
Bligg: Das überraschte uns sehr! Im Rahmen der "0816"-Tour spielten wir zwei Mal im Volkshaus. Wir rechneten insgeheim für dieses Mal mit drei Auftritten, veröffentlichten aber vorerst nur zwei Daten. Bald war aber klar, dass sogar noch ein viertes Konzert her musste und wir hatten Glück, dass die Termine gerade in einer Reihe waren.

hitparade.ch: Überlegt man sich etwas Spezielles, wenn man vier Tage lang am selben Ort auftreten kann?
Bligg: Nein, die Zeit, die wir sonst fürs Auf- und Abbauen und Umherreisen brauchen, ver Weiterlesen
bringe ich jetzt hier mit den Medien und gebe Interviews. Weil wir so lange in Zürich sind, reisten viele hierher und den Ansturm gilt es nun zu bewältigen.

hitparade.ch: Letzte Woche hast du zwei Preise gewonnen bei den Swiss Music Awards: Best Album Urban National und Best Hit National…
Bligg: Ich erhielt ausserdem die DRS3 "Best Style" Auszeichnung, wobei ich die vor allem meinem Bandmitglied Nicolas Senn zu verdanken hatte, der in seiner Tracht erschienen ist.

hitparade.ch: Du gingst als grosser Favorit an die Awards. Wie hast du die Nacht davor geschlafen?
Bligg: Momentan laufen so viele Aktivitäten, darum war ich sehr müde und schlief gut. Ich wurde oft gefragt, ob ich mit den beiden Awards gerechnet habe. Mit dem Album rechnete ich mir durchaus gute Chancen ein, aber beim "Best Hit National" hatte ich keine Ahnung wer abräumen würde. Gerade Remady war mit einem Welthit am Start, das muss schon gesagt werden. Darum überraschte mich mein Sieg in dieser Kategorie eher.

hitparade.ch: Viele Musik-Fans äussern sich eher kritisch gegenüber den Swiss Music Awards, weil sie zu wenig speziell und international seien. Wie siehst du das selbst als Musiker, der die Entwicklung der Awards miterlebt hat?
Bligg: Der Award hat sich enorm entwickelt! Das merkte man vor allem Backstage, als es ums Proben mit den verschiedenen Acts ging. Der Event steht noch in den Babyschuhen, dementsprechend gross sind auch die Angriffsflächen. Es ist nicht einfach, mit wenigen Mitteln etwas auf die Beine zu stellen, das auch im internationalen Vergleich bestehen kann. Das müssen wir realisieren, und ein wenig davon weg kommen. Die Schweiz hat ein kleines Business, wenn man das bedenkt, dürfen die Swiss Music Awards durchaus als gelungen bezeichnet werden. Am schönsten ist aber, dass wir überhaupt einen solchen Anlass haben! Vor allem für die Newcomer ist diese Preisverleihung eine wichtige Möglichkeit, sich zu präsentieren.

hitparade.ch: Nach dem sensationellen Erfolg von "0816" zweifelten einige Leute, ob du das jemals bestätigen kannst. "Bart aber herzlich" ist jetzt bereits 18 Wochen in den Top 10 der Schweizer Charts und hat 3fach Platin. Du scheinst wieder auf einer Erfolgswelle zu schwimmen. Wann wurde dir bewusst, dass du es erneut geschafft hast?
Bligg: Das ist eine schwere Frage. Bereits im Intro der neuen CD erzähle ich, wie ich für dieses Album durch die Hölle gegangen bin. Ich hatte Probleme mit meinen Stimmbändern und ein grosser Erwartungsdruck lastete auf mir. Nach den ersten paar Wochen waren die Verkaufstendenzen positiv, doch anfangs sind das einfach oft die treuen Fans, die das Album sofort kaufen. Wie sich alles bewährte, zeigte sich dann nach zwei Monaten, da hatten wir bereits dreifach Platin. In den Interviews werde ich oft auf solche Zahlen angesprochen, doch ich muss immer wieder betonen, dass das nicht mein Ziel ist mit der Musik. Natürlich möchte ich auch nicht falsche Bescheidenheit heucheln, doch ich wäre auch zufrieden gewesen, wenn sich das Album nur halb so viel verkauft hätte!

hitparade.ch: Gab es auch weniger erfreuliche Sachen, die du seit dem Album-Release erleben musstest?
Bligg: Nein, im Gegenteil! Es war genügend Zeit und Budget vorhanden, sich auf die neue Show vorzubereiten. Uns war es wichtig, etwas auf die Beine zu stellen, das die Schweiz in diesem Ausmass noch nie gesehen hatte. Nicht nur musikalisch sollte bei "Bart aber herzlich" etwas geboten werden. Besonders auf das Bühnenbild legten wir grossen Wert. Bisher gab es Shows à la DJ Bobo, der für mich eher in die Sparte "Europa Park" gehört oder eben Bands wie Züri West, bei denen die Musik klar im Vordergrund steht. Unsere Konzerte sollen sicher musikalisch top sein, aber auch vom Entertainment her etwas bieten!

hitparade.ch: Ziemlich genau ein Jahr nach "0816" erschien "0816 nackt" mit akustischen Songs und einer DVD. Dürfen sich deine Fans schon auf etwas Neues im Herbst freuen?
Bligg: Das ist eine berechtigte Frage. Der Film auf "0816 nackt", drehten meine Kollegen und ich zum grössten Teil selbst. Dieses Mal lassen wir uns auf "Bart aber herzlich" von professionellen Kameras begleiten, da ist bereits einiges an Filmmaterial zusammen gekommen. Zu deiner Frage: Es gibt bestimmt eine Platinedition, aber mehr kann ich noch nicht verraten.

hitparade.ch: Deine "Bart aber herzlich"-Tour geht am 8. April zu Ende. Was ist dein bisheriges Fazit?
Es ist phänomenal! Als mein Management vorschlug, weniger Konzerte zu geben, dafür in grösseren Hallen, war ich anfangs skeptisch. Sogar das Hallenstadion war ein Thema. Aber ich hatte Angst, die Ränge nicht zu füllen. Ausserdem wollte ich nicht, dass die ganze Schweiz für ein Konzert von mir nach Zürich kommt. Wir sind gerne unterwegs!

hitparade.ch: Seit kurzem sind die Tickets für deinen Auftritt bei "Moon and Stars" im Verkauf. Ausserdem wirst du auch am "SummerDays Festival" in Arbon und am "Heitere Open Air" zu sehen sein. Sind noch weitere Festivals im Gespräch?
Bligg: Das weiss ich nicht genau, müsstest du mein Management fragen. Es werden bestimmt noch andere Festivals kommen, aber wir werden uns da im Gegensatz zum letzten Jahr ein wenig zurücknehmen und bewusst selektieren.

hitparade.ch: Wie geht es nachher weiter mit euch? Bleibt das eingespielte Team bestehen für ein nächstes Album oder stellst du etwas ganz Neues auf die Beine?
Bligg: Mein Team bleibt bestimmt mein Team. Nach der Festival-Tour überlegen wir zurzeit, ob es einen zweiten Teil der "Bart aber herzlich"-Tour geben wird. Ausserdem, kommt wie gesagt eine Platin-CD auf den Markt, wozu ich aber noch nicht viel verraten möchte. Zum Artikel

interview

21. Oktober 2010

Get the Nach seinem überragenden Erfolg mit dem Album 0816 hat Bligg monatelang an seinem neuen Album gearbeitet. Ab sofort steht es in den Läden: BART ABER HERZLICH! Eine erste Kostprobe daraus konnten sich seine Fans bereits anhören und Bligg wurde für "Legändä&Heldä" mit dem 1. Platz belohnt. Das Album hat aber noch Einiges mehr zu bieten: Musikalische Einflüsse aus allen möglichen Stilrichtungen sind vertreten und machen das Album zu einem Leckerbissen für alle Generationen. Gesellschaftskritisch, aber auch lustig oder melancholisch rappt sich Bligg auch jetzt wieder in die Herzen seiner Fans. Erfolgreiche Showcases deuten darauf hin, dass auch dieses Album ein Überflieger werden könnte. Bligg sprach einen Tag vor dem Release mit uns über seinen Erfolg, das neue Album, Alkohol am Steuer und seine Operation an den Stimmbändern, die ihn beinahe die Karriere gekostet hätte.

hitparade.ch: 91 Wochen in den Charts, Rang 13 in der ewigen Bestenliste der Schweizer Weiterlesen
Hitparade, Vierfach-Platin… eine gewaltige Vorgabe des Vorgänger-Albums 0816. Was war anders als früher, als du dieses Mal mit der Arbeit für das neue Album begonnen hast.
Bligg: Das Neue war eigentlich die Tatsache, dass das ganze Projekt auf einem neuen Plateau stattfand, was die Dimensionen betrifft. Man überlegt sich dann vielleicht zweimal, was genau man bei den Lyrics schreibt. Dies ist sicher etwas, was das Ganze schwieriger macht. Andererseits ist es auch einfacher geworden, da alle Mechanismen wieder so funktionieren wie früher: Mein eingespieltes Team ist wieder dabei. Man geht gemeinsam an den Start dieses Rennens und ist sehr gut ausgerüstet. Dadurch heben sich die beiden Dinge irgendwie wieder auf. Dazu kommt, dass ich meine Kunst nicht durch Zahlen dirigieren lasse. Ich hatte zwar grossen Erfolg und es ist schön, so etwas erleben zu können, aber ich muss sagen, dass ich nicht auf eine andere Art Musik mache, nur weil sich die Ausgangslage verändert hat. Ich mache meine Musik genauso wie zuvor: Ich schreibe meine Texte und achte dabei auf eine gewisse Themenvielfalt. Ganz zu Beginn der Produktion, als wir uns alle gemeinsam hingesetzt haben, und uns gefragt haben, in welche Richtung es nach 0816 gehen soll, da habe ich aber schon einen Druck verspürt. Die Erwartungshaltungen waren hoch und es hing alles von mir ab. Aber bereits am zweiten Tag habe ich zu Fred gesagt: "Lass es gut sein. Lass uns aus dem Bauch heraus Musik machen". So kommt es am besten raus, denn so haben wir es immer gemacht. Das hat früher auch so funktioniert.

hitparade.ch: Die erste Singleauskopplung "Legendä & Heldä" hat es direkt an die Spitze der Single-Charts geschafft, relativ selten für einen Schweizer Künstler. Wie sehr hat dich das erleichtert?
Bligg: Ich muss erst noch was korrigieren. Der Song ist ein Vorbote des Albums, aber nicht die erste offizielle Single. Es ist eine gemischte Situation. Es ist natürlich toll von der Null direkt auf Platz 1 zu wandern. Erst wollte ich gar keine Single vor dem Album veröffentlichen. Ich wollte nicht, dass die Leute aufgrund eines Songs sagen: So klingt also das neue Album von Bligg. Es ist ein erstes Signal nach dieser wichtigen Abstinenz. Wir waren nicht in den Medien in dieser Zeit, sondern haben uns zurückgezogen. Ich wollte einfach nicht, dass die Leute dieses Signal hören und denken, dass dies das Album und den neuen Sound repräsentiert. Wenn wir ehrlich sind, dann passt "Legändä&Heldä" genauso gut auch auf das Album "0816".

hitparade.ch: Nun ist BART ABER HERZLICH da. Das Cover erinnert an einen murrigen Senn, der doch irgendwo ein weiches Herz hat - wie der Alp Öhi. Interpretieren wir das richtig?
Bligg: BART ABER HERZLICH - wie der Titel schon sagt: Kratzig aber auch sanft. Das sind die beiden Seiten von mir: Ich habe eine ziemlich taffe Seite an mir, aber genauso auch eine herzliche. Wenn "0816" eine Hommage an die Schweiz gewesen ist, so ist BART ABER HERZLICH eher fokussiert auf den Künstler Bligg. Ich sage es auch im Intro des Albums - da ist ein Exklusivinterview drauf - was dazu: Sie fragen mich: "Bligg, wieso BART ABER HERZLICH? Und ich antworte: So bin ich. Fertig.

hitparade.ch: Wirst Du den künstlichen Bart des CD-Covers auch mal auf der Bühne tragen?
Bligg: Das ist bisher nicht geplant (lacht). Wir haben aber bei unserer Showcase-Tour alle den Bart wachsen lassen. Wir hatten fünf Showcases in fünf verschiedenen Städten und haben uns nie rasiert. Sogar Slädu mit der Glatze trug einen Bart. Der letzte der fünf Auftritte sah einfach geil aus (lacht). Ich muss aber dazu noch sagen, dass einige Stimmen meinten, dass das Cover mit dem Bart nicht so toll aussähe. Ich finds nicht, ich finde das Bild auf dem Tourplakat fast noch cooler, da trage ich eine Sonnenbrille dazu.

hitparade.ch: Zum Album gibt es auch ein Songbuch. Was findet man in diesem Buch?
Bligg: Damals bei "0816" hatten wir uns erst nach einem Jahr dazu entschlossen ein Songbuch zu machen, da sehr viele Anfragen reinkamen. Auf einmal meldeten sich Schulen, Eltern, Lehrer und Kinder, die die Noten zu meinen Songs suchten um sie beispielsweise in der Schule zu singen. Wir hatten diese Noten aber nicht. Und alleine schon um die Flut dieser E-Mails zu dämpfen, haben wir damals das Songbuch zu 0816 gemacht. Es gibt nur wenige Schweizer Künstler, die das zuvor gemacht haben und es ist auch wirtschaftlich gesehen völlig crazy. Es ist ein unglaublicher Aufwand dieses Buch zu machen und der Ertrag am Ende des Tages ist nicht wirklich lukrativ. Es soll einfach ein Liebhaber-Teil sein und es ist auch für uns als Band sehr cool, ein solches Zeitdokument in Form eines Buches zu haben, das Fotos von uns zeigt und auch Notationen. Es ist ja eigentlich ein Song/Fan-Buch. Alle, die nicht Gitarre oder Piano spielen können, können beispielsweise mit der beiliegenden CD meine Songs Karaoke singen. Von allen Songs ist da ein Playback drauf. Und es hat auch viel "Behind The Scenes" Fotos und Berichterstattungen drin. Es ist ein richtiges Fan-Buch, in dem man mehr über unsere Arbeit erfährt, wie es im Studio läuft und so weiter. Beim neuen Album haben wir uns entschieden, ein solches Buch direkt am Anfang zu machen.

hitparade.ch: Auf Deinem neuen Album sind viele Stile zu erkennen: Hip Hop, teilweise wieder traditionell angehaucht mit Akkordeon und Hackbrett, aber auch Rock, Ska, Funk und ein bisschen Soul ist dabei. Gibt es einen Stil, der Dir persönlich überhaupt nicht liegen würde?
Bligg: Es gibt viele Stile, die ich nicht machen würde. Ich bin aber sozusagen der Jamie Oliver der Musik. Ich nehme, was gerade im Kühlschrank liegt und versuche das Beste daraus zu machen. Ich mag ja nicht nur Tomatensauce oder nur Fleisch, ich mag bunte Gerichte. Und ich selber bin ja auch Konsument und Fan. Ich liebe Musik von "The Black Keys", "Mando Diao", mag aktuellen Pop aus den Charts und habe auch das neue Phil Collins Album gekauft. Ich höre auch Independent Sachen von jungen Bands. Ich sauge solche Musik in mich auf, das habe ich schon als Kind getan. Ich mache immer Rap mit vielerlei Einflüssen, das habe ich auch vor dem Album 0816 gemacht. Viele Leute sagten Anfangs, jetzt wird Bligg kommerziell und wird poppig. Es ist aber einfach Bligg-Musik, anders kann man es nicht definieren.

Hitparade.ch: Die Einflüsse können also von überall herkommen, wenn Du sie verarbeiten kannst...
Bligg: Ein geiler Song ist ein geiler Song! Ein geiles Instrument ist ein geiles Instrument. Das ist einfach so. Wenn ein Akkordeon gut klingt, wieso soll man es dann nur in der Volksmusik einsetzen? Nur weil man es daher kennt? Eine Gitarre nimmt man auch nicht nur für Blues oder Country. Es wird Metal, Rock und Pop damit gemacht. Es ist ein Instrument, damit kann man machen was man will.

hitparade.ch: Xavier Naidoo hat unter anderem auf der neuen Platte mitgewirkt. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit ihm?
Bligg: Ich bin ein grosser Fan von Xavier Naidoo und es ist mir eine Ehre, dass er auf meinem Album mitwirkt. Zum Weg, wie Xavier dazugekommen ist. Wir haben diesen Song "Spiegel" im Studio aufgenommen und er war eigentlich schon fast fertig. Ich habe einen eigenen Refrain dazu gemacht, den habe ich auf Deutsch gesungen. Ab einem gewissen Stadium dieses Songs habe ich immer mehr gespürt, wie melancholisch der Song ist. Er ist auch sehr gesellschaftskritisch, die Raps waren alle schon gemacht. Und ich habe dann gemerkt, dass Xavier Naidoo extrem gut zu diesem Song passen würde. Dies ist der Grund, weshalb ich überhaupt auf die Idee gekommen bin, mit ihm zu arbeiten. Es ging nicht darum, einen grossen Künstler mit auf mein Album zu nehmen, im Sinne von: "Wen könnten wir nehmen? Vielleicht verkaufen wir so noch mehr CDs." Im Ernst, ich werde in Deutschland keine CD deswegen verkaufen und auch in der Schweiz wird diese Zusammenarbeit mit Sicherheit keine Auswirkung auf die Verkäufe haben. Dies war eine rein musikalische Entscheidung. Etwa einen Monat, bevor Xavier Naidoo hier in der Schweiz aufgetreten ist, hatte ich diese Idee. Also haben sich unsere Managements kurzgeschlossen und ein Treffen arrangiert. Ich habe ihn in Zürich getroffen und ihm von meiner Idee erzählt und ihm auch den Song vorgespielt. Er war von der ersten Sekunde an begeistert. Er sagte: "Alter, das ist so ein geiler Track: Ich bin dabei." Er musste dann zurück nach Mannheim, hat seinen Part dort aufgenommen und mir zurückgeschickt.

hitparade.ch: Du hast auch weitere Gäste auf Deinem Album...
Bligg: Ich habe drei Gäste auf dem Album. Ich hätte mir durchaus drei grosse Acts erlauben können zur Zusammenarbeit. Mir war es aber wichtig, neben dem grossen Xavier Naidoo auch unbekanntere Acts reinzunehmen. Einfach talentierte Musiker, die meines Erachtens noch viel zu wenig Aufmerksamkeit erhalten haben. Samurai beispielsweise ist ein toller Rapper, hat ein cooles Album und lustige Texte. Und auch Jessy Howe, die ebenfalls auf dem Album ist, ist Sängerin einer Band, die meiner Meinung nach unglaublich guten Sound macht: "The Raveners".

hitparade.ch: Ende März musstest Du Dich einer Operation an den Stimmbändern unterziehen - ein Polyp war in Deinem Kehlkopf. Was ging Dir durch den Kopf, als die Angst aufkam, Deine Karriere könnte vorbei sein?
Bligg: Ich bin ja kein Hypochonder. Aber wenn man mitten in den Vorbereitungen für ein neues Album steckt und sich enorm drauf freut, gerade nach einem Erfolg wie mit 0816, und auf einmal passiert ein solcher Schicksalsschlag und man weiss nicht, ob man weitermachen kann... Das hat mich psychisch extrem belastet. Ich durfte nach der Operation ganze drei Wochen lang keinen Ton sprechen und dann weitere zwei Wochen nur so wenig wie möglich. Alles in Allem waren es also rund fünf Wochen ohne richtig zu sprechen. Und das mitten im Prozess des Song-Erstellens. Ich musste einen Break machen mit dem Bewusstsein, dass meine Stimme nach dem Heilprozess vielleicht nie wieder so klingt, wie sie jetzt klingt.

hitparade.ch: Du warst also 5 Wochen lang im Ungewissen?
Bligg: Ja, bis zum Heilprozess wusste ich nicht, wie alles enden wird. Und als ich dann nach fünf Wochen den ersten Ton sagte, klang ich wie Lil Wayne (lacht). Ich klang wie Autotune, als würden zwei Stimmen übereinander liegen. Wenn man die Stimmbänder fünf Wochen lang nicht benutzt, schlaffen die irgendwie ab. Das ist wie nach einer Sportverletzung: Die Muskeln gehen ein und man muss sie rehabilitieren. Und diese Rehabilitierung dauerte bei mir dann auch nochmals etwa zwei Wochen... Alles in allem habe ich sieben Wochen verloren. Wir waren ja im März bereits mitten in der Arbeit. Das hat mir ein ganz schönes Loch in die Produktion gerissen. Dadurch hat sich alles ein wenig nach hinten verschoben. Leider hat es dadurch auch das Duett mit Stefan Eicher - der auch als Gast auf dem Album geplant gewesen wäre - nicht auf's Album geschafft. Aber der Song ist nicht weg, nur eingefroren.

hitparade.ch: Beim Song "Annie-May" hat auch der Energy-Moderator Jontsch mitgewirkt. Inhaltlich ist der Song eher traurig. Habt ihr eine persönliche Geschichte zu diesem Song?
Bligg: Nein, gar nicht. Ich war bei Jontsch zu Besuch und wir haben über geschäftliche Dinge gesprochen. Dann haben wir eine Flasche Wein getrunken oder zwei (lacht). Und wie das nach zwei Flaschen Wein dann halt so ist, hatten wir einen lustigen Abend. Jontsch hat sich dann irgendwann ans Piano gesetzt und hat angefangen Rosalie und so zu spielen und wir haben gejammt. Dann hat er auf einmal diese Chords gemacht und ich hatte dann sofort die Idee zum Refrain zu Annie-May. Der Refrain, so wie er jetzt auf der CD ist, ist mir dort spontan eingefallen. Wir haben das dann auf's iPhone aufgenommen. Eigentlich hätte dies nur ein Witz sein sollen für uns, immerhin waren wir halb betrunken. Aber genau dadurch, dass wir so alkoholisiert gewesen sind, wurde mir klar, dass ich diesen Song mit diesem Thema in Verbindung bringen möchte. Das Thema selbst kam dann daher erst später. Es ist etwas, das mich persönlich beschäftigt: Alkohol am Steuer. Ich selbst habe den Ausweis ja auch schon einmal abgeben müssen und bin gesetzlich in Schwierigkeiten geraten. Aufgrund dessen habe ich mir dann natürlich überlegt, was hätte passieren können. Vielleicht wäre mir etwas passiert oder ich hätte andere Menschen verletzt. Es ist ein Thema, das in dieses Zeitalter, in dem wir leben, sehr gut passt. Die Leute sind jung, gehen in den Ausgang, trinken was, werden müde, sind mit dem Auto da, wollen kein Taxi nehmen und fahren selber.

hitparade.ch: Der Song "Chef" ist inhaltlich bekannt, da diese Geschichte früher oft als Joke per e-Mail verschickt worden ist. Wie kamst Du auf die zündende Idee, daraus einen Song zu machen?
Bligg: Eigentlich genau so! Ich habe dieses Gedicht so entdeckt und fand es super. Auch von der Länge her eignet es sich perfekt, um daraus einen Song zu machen. Wir haben dann herausgefunden, von wem dieses Gedicht ursprünglich stammt. Es ist ein Deutscher Comedian - jetzt nicht auf dem Level von Mario Barth oder so - und wir haben uns mit ihm in Verbindung gesetzt und gesagt, dass wir einen Song daraus machen möchten.

hitparade.ch: Entstehen Deine Textideen durch Freestyle-Rappen oder hast Du einen ganz bestimmten Ort, an den Du Dich zurückziehst, um Inspirationen zu sammeln?
Bligg: Etwa im Verhältnis 80:20. 80% ziehe ich mich zurück. Ich mache mir allgemein viele Notizen, ich durchforste das Internet, lese Bücher und Zeitung, schaue Fern und adaptiere irgendwelche Inputs... das machen wohl alle Rapper so. Schon früher war das Verhältnis etwa 80:20. Es kommt auf den Song an. Es gibt auch Freestyle-Sachen, die im Studio spontan entstehen und dann direkt passen. Wie auch der Refrain von Annie May ein Freestyle war. Wenn's cool ist, dann lassen wir es. Wenn nicht, dann sag ich Fred, dass ich zwei Stunden für mich brauche und dann schreibe ich die Lyrics, bis ich sie gut finde. Ich finde aber dass diese 20 Prozent Freestyle mindestens dabei sein müssen! Es geschieht zwar alles meist irgendwie spontan, aber so richtig spontan im Moment, das ist mir wichtig. Das ist auch bei unseren Live-Shows so: Die Shows sind zwar geplant und konzipiert, aber es braucht einen gewissen Spielraum, um auch einmal spontan auf Jemanden im Publikum eingehen zu können beispielsweise.

hitparade.ch: Du hast bereits einige Showcases hinter Dir. Was hast Du für ein Gefühl, wie die Musik bei Deinen Fans eingeschlagen hat?
Bligg: Soweit ich es beurteilen kann, war das Feedback sehr gut. Die Leute hatten die Möglichkeit gratis diese Songs live zu erleben, noch bevor die CD auf dem Markt ist. Es sollte eine Listening-Session für die Leute sein. Den Leuten scheint es gefallen zu haben, zumindest laut Facebook (lacht). Ich habe sehr viele tolle Comments bekommen. Gerade bei mir ist sowas schwierig, da es viel um die Texte geht. Und an einem Konzertabend, an dem man die Songs zum ersten Mal hört, versteht man nicht alle Texte auf Anhieb - gerade bei den schnelleren Songs. Die Urteilsfähigkeit ist daher natürlich nicht die gleiche, wie wenn Du zuhause auf dem Sofa sitzst und Dir in Ruhe die CD mehrfach anhören kannst, bis Du beurteilen kannst, welche Songs Du magst und welche nicht. Bei diesem Showcase wurde jeder Song einmal durchgespielt. Aber die Stimmung war besser, als ich erwartet hatte. Wir haben zwar meist gute Stimmung an den Konzerten, aber wir hatten Respekt davor, neue Songs vor Publikum zu spielen. Normalerweise bei meinen Liveshows ist es ein fester Bestandteil, dass die Leute auch mal einen Refrain mitsingen. Man kann auch mal nur die Leute singen lassen und selbst aufhören, oder das Publikum anderweitig in die Musik involvieren. Dies war hier natürlich nicht möglich. Es war daher was völlig anderes als eine reguläre Show. Und deswegen ist es jetzt auch schwierig, auf diese Feedbacks einzugehen.

hitparade.ch: Dein Showcase im Bierhübeli in Bern fand genau an dem Tag statt, wo die traurige Nachricht von Steve Lee in den Medien verbreitet wurde. Wie lief dieser Tag für dich ab?
Bligg: Es war ein extrem schwerer Tag. Es war das letzte dieser fünf Showcases und ich hatte mich riesig darauf gefreut. Und etwa um halb elf Uhr, als ich gerade dabei war meine Sachen zu packen für die Show, erreichte mich diese Nachricht per Newspost auf meinem iPhone. Dies war für mich genauso ein Schock wie für alle anderen, ich konnte es nicht fassen. Ich machte mich auf den Weg nach Bern, wo meine Bandkollegen bereits alles vorbereiteten. Ich hatte dann noch ein Radiointerview bei Capital FM. Die Idee wäre eigentlich gewesen, dass ich eine Viertelstunde lang über mein neues Album spreche. Schliesslich war es so, dass wir zwei Minuten über das Album gesprochen haben, und die restliche Zeit über Steve Lee. Das war auch völlig okay so! Ich war aber nicht darauf vorbereitet und war genauso geschockt wie alle anderen. Dann wurde ich mit Fragen konfrontiert wie: "Soll Gotthard noch weiter machen, was meinst Du Bligg?". Und das an dem Tag, an dem Steve Lee gestorben ist, das war heavy. Diese ganzen Stories hatten mich durch den Tag begleitet, das Telefon bei der Plattenfirma klingelte im Minutentakt. Und ich war mitten in meinem Showcase-Film. Diese Sache ist mir sehr nahe gegangen. Es ist nicht so, dass Steve ein guter Freund von mir gewesen ist, aber ich habe ihn gekannt. Der Tag war daher sehr schwierig, und am Abend sollte ich eine Show machen, wo doch die ganze Schweiz irgendwie bedrückt gewesen ist. Es hat jeden irgendwie für einen Moment in die Realität zurückgeworfen. Wir haben dann während des Konzerts eine Schweigeminute gemacht. Ich habe gesagt, dass ich die nächste Minute Steve Lee widme aus Respekt vor ihm als Person und auch als Musiker. Ich habe das Feuerzeug in die Luft gehalten und all die Menschen im Publikum ebenfalls. Es waren mehrere hundert Menschen, aber es war so leise im Saal, dass man das leise Brummen der Boxen über die Gitarrenverstärker hören konnte. Das war ein extremer Moment.

hitparade.ch: Bald beginnt die grosse Tour. Worauf kann man sich freuen? Sind die Bläser ebenfalls auf der Live-Bühne dabei?
Bligg: Auf jeden Fall! Früher waren wir neun Personen auf der Bühne, nun werden es zwölf sein. Die Bläser werden ein fester Bestandteil sein, denn mir ist wichtig, dass wir das, was wir auf der CD gemacht haben, auch live auf der Bühne machen kann. Meine Show war bisher ziemlich okay, ich denke, wer schonmal bei einem Bligg-Konzert gewesen ist weiss, dass es da ziemlich abgeht. Nichtsdestotrotz habe ich den Anspruch an mich selbst und auch an mein Team, diese Show nochmals auf ein nächstes Level zu bringen. Wir wollen etwas generieren, das es so bisher in der Schweiz noch nicht gegeben hat. Es ist nicht so, dass ich mit dem Helikopter direkt auf der Bühne landen möchte, aber mit den wenigen kleinen Mitteln die wir in unserem kleinen Land zur Verfügung haben, versuche ich etwas zu machen, das die Leute mit dem Gedanken nach Hause gehen lässt: "Geil, das muss man gesehen haben. Einer von uns hat eine Show hingelegt, als wäre es ein internationaler Act." Ich möchte den Leuten etwas geben. Das ist mein Approach. Das ist auch bei CDs so, wir arbeiten sehr viel dafür. Mir geht es bei all diesen Sachen weder um wirtschaftlichen Kram noch um Geld, sondern um die Musik und um's Bewegen der Leute. Ich möchte, dass die Leute sich auf eine Bligg-CD und eine Bligg-Show freuen. Deswegen gebe ich alles dafür.

hitparade.ch: Kommen wir zur Top 10 der aktuellen Schweizer Hitparade. Kannst du sie kommentieren?

10. Hurts - Wonderful Life
Bligg: Der Song erinnert mich an einen anderen Song, dessen Name mir nicht einfällt. Ist nicht so mein Ding

9. Usher feat. Pitbull - DJ Got Us Falling In Love
Bligg: Beide Artists sind sehr cool, den Song kenne ich aber zuwenig.

8. Rihanna - Only Girl
Bligg: Ich bin ein grosser Fan von Rihanna und finde sie zudem sehr sexy (lacht). Zu ihrem letzten Album habe ich oft abgefeiert.

7. Shakira feat. Freshlyground - Waka Waka
Bligg: Nein Danke! Ich mag Shakira nicht. Ich mag ihre Stimme nicht und ich mag sie auch als Künstlerin nicht.

6. Yolanda Be Cool & DCup - We No Speak Americano
Bligg: Ich glaube das Original ist sehr geil, diese Version finde ich so naja. Wem's gefällt.

5. Taio Cruz - Dynamite
Bligg: Kenne ich zuwenig.

4. Gotthard - One Life One Soul
Bligg: Aus aktuellem Anlass sicher berechtigt auf dieser Position. Sehr schönes Lied.

3. Eminem feat. Rihanna - Love The Way You Lie
Bligg: Das ist ein Über-Über Song. Und doch finde ich den Song einer der schlechtesten auf dem neuen Album. Ich finde ihn cool, kommerziell gesehen. Aber für meinen Geschmack sind auf dem Album noch viel geilere Songs.

2. Shakira feat. El Cata - Loca
Bligg: Siehe Nummer sieben (lacht).

1. Gotthard - Heaven
Bligg: Hopefully he's in heaven. Zum Artikel

interview

15. Oktober 2009

Über 90'000 Mal ging 0816 von Bligg über den Ladentisch, was Dreifach-Platin bedeutet. Als Dank an die Fans ist soeben die Platin-Edition "0816 nackt" erschienen, wo die Songs akustisch neu aufgenommen wurden. Als Zugabe gibt es eine DVD mit einem Blick hinter die Kulissen. Wir haben Bligg vor der Film-Premiere zum Interview getroffen.

hitparade.ch: Momentan dreht sich vermutlich die halbe Welt um dich und alle wollen etwas von dir. Hast du noch Momente und Zeit für dich, wo du deine Ruhe haben kannst?
Bligg: Ich nehme mir diese Zeit einfach und brauche unbedingt solche Inseln für mich. Das jüngste Beispiel dafür: Gestern kam ich von meinen Ferien zurück. Ich verbrachte zwei Wochen in Asien.
Das vergangene Jahr war sehr intensiv. Ich bin viel in der Öffentlichkeit und gebe zum Beispiel Interviews. Das alles mache ich nur, um das verwirklichen zu können, was ich am liebsten mache. Ohne die Musik gäbe es für mich keinen zwingenden Gr Weiterlesen
und in der Öffentlichkeit zu stehen. Privat bin ich eher jemand, der gerne seine Ruhe hat.

hitparade.ch: Auf deiner neuen CD "0816 Nackt" gibt es gibt einen Backstage-Film von dir. Hattest du damit keine Mühe? Dabei konntest du wohl nicht immer deine Ruhe haben.
Bligg: Das war sehr erträglich. Insgesamt trugen 5 Kameras zur Entstehung dieses Filmes bei. Nur eine davon wurde professionell von einem Kameramann geführt. Die restlichen betreuten wir intern. Das Material sammelten wir auf einer Harddisk und daraus entstand der Film. Die Kameras waren dadurch nur anwesend, wenn wir auch wirklich wollten und an der Arbeit waren. Bei mir zu Hause, wenn ich Spiegeleier und Speck brate, filmte zum Glück niemand. (lacht)

hitparade.ch: Wie ist es für dich Gefühl, dass die Leute heute nicht wegen einem Auftritt herkommen sondern wegen eines Films?
Bligg: Ich finde das cool! Weisst du wieso? Weil sie wie gesagt nicht wegen meinem Auftritt kommen, sondern auf Grund etwas, dass ich mich selbst nicht gewöhnt bin. Ich veröffentliche regelmässig CDs oder gebe Konzerte - damit fühle ich mich vertraut. Aber einen Film gab es von mir bisher noch nie - darum ist es eine neue Erfahrung!

hitparade.ch: Als du für "Die grössten Schweizer Hits" den Song "Volksmusik" mit der Streichmusik Alder machtest, wusstest du nicht, ob das Experiment gelingt. Was denkst du, würdest du heute machen, wenn das ganze ein Flop gewesen wäre?
Bligg: (überlegt) Eine wirklich gute Frage. Das hat mich bisher nie jemand gefragt! Wahrscheinlich stünde ich am gleichen Punkt wie vor zwei Jahren. Ich würde Musik machen, einfach in einem kleineren Rahmen. Die Möglichkeit, im Sihlcity eine Filmpremiere zu machen hätte ich nicht. Genau so, wäre ich nicht mit einer neunköpfigen Band auf Tour und "0816" würde nicht in einer Neuauflage erscheinen.
Das schönste am Erfolg mit "0816" sind die neuen Möglichkeiten, die ich jetzt habe. Mit meinem verdienten Geld kaufe ich mir nicht überflüssige Dinge, sondern investiere in neue Produktionen. Das war schon früher so.

hitparade.ch: Diesen Sonntag beginnt die neue Staffel der grössten Schweizer Hits. Du bist insgesamt mit 3 Songs vertreten und kannst - so scheint es zumindest für die erste Sendung - nur noch von dir selbst geschlagen werden. Wie siehst du das?
Bligg: Wieso kann ich nur von mir selbst geschlagen werden?
hitparade.ch: In der ersten Sendung sind zwei Songs von dir dabei. Im Prevoting von SF sind diese beiden mit Abstand am beliebtesten!
Bligg: Echt? Ich wusste gar nicht, dass es ein Prevoting gibt! Was ich dazu denke? Ganz ehrlich, ich hätte natürlich nichts gegen einen allfälligen Sieg. Andererseits ist es ziemlich hoch gegriffen, bereits im Vorhinein von einem Bligg-Sieg zu sprechen.

hitparade.ch: Findest du, die Sendung kann mit einer Olympiade ("Dabei sein ist alles!") verglichen werden? Oder wecken solche Wettbewerbe den Sportsgeist in dir?
Bligg: Da gibt es für mich zwei Seiten. Jedem der behauptet, es sei ihm nicht wichtig, dem glaube ich nicht. Natürlich steckt da Wettbewerbscharakter dahinter! Ausserdem komme ich ursprünglich aus dem Hip-Hop-Bereich, bei dem es in den sogenannten Battles klar um den Wettbewerb geht.
Der andere Punkt, der mir persönlich viel wichtiger ist: Es wird etwas fürs Schweizer Musikschaffen getan! Die Sendung ist eine ideale Plattform für Schweizer Musiker. Dass mir dies am Herzen liegt, hört man hoffentlich gut in meinem Lied "Musigg i dä Schwiiz". Darin erwähne ich auch Bands, von denen ich weiss, dass sie mich nicht mögen - das ist mir egal. Ich möchte viel lieber, dass die Musik in der Schweiz die Möglichkeit hat, zu wachsen. Wir sind ein sehr kleines Land und auf so kleiner Fläche gibt es viele gute Künstler - darauf dürfen wir ruhig stolz sein!

hitparade.ch: "Musigg i dä Schwiiz" ist der eine Song, mit dem du in der Sendung vertreten bist. "Stahn uf", zusammen mit Baschi, Ritschi, Seven & Stress ist der andere. Ist diese Zusammenarbeit eine einmalige Sache, oder könntest du dir auch in Zukunft solche Kooperationen vorstellen?
Bligg: In genau dieser Konstellation wird es wahrscheinlich nichts mehr geben. Das wäre ja auch sehr billig! Untereinander kann ich mir das aber gut vorstellen. Auch wenn ich ein Solo-Artist bin, das Teamplay ist mir wichtig. Ich habe schon vor "Stahn uf" mit unterschiedlichen Musikern zusammengearbeitet. Meiner Meinung nach liegt es in unserer Verantwortung, zu zeigen, dass Musik die Leute verbindet!

hitparade.ch: Als Dank an deine Fans erscheint "0816 nackt". War das schon länger ein Wunsch von dir, ein Album nochmals neu in akustischer Form aufzunehmen?
Bligg: Den Wunsch, meine Lieder akustisch aufzunehmen, hegte ich schon länger. Die ganze Produktion kostet sehr viel und ist total aufwändig. Bisher standen mir nie die nötigen Mittel und genügend Zeit zur Verfügung. "0816 nackt" ist ein Dankeschön an meine Fans, darum heisst auch das Intro der CD so. Für mich ist es nicht selbstverständlich, dass die Leute meine Alben kaufen und meine Konzerte besuchen.
Ich kenne viele Bands, die Platin Editionen von ihren CDs veröffentlichen, oft wird dort aber einfach zwei Mal das gleiche Album verkauft. Vielleicht mit einigen Songs, die es nicht auf die erste Ausgabe geschafft haben - eine totale Verarschung, finde ich! Bei mir wurden alle Songs neu eingespielt, ausserdem das Artwork verändert und es sind insgesamt drei CDs. Es gibt etwas fürs Geld - das ist mir wichtig, auch wenn sich das wirtschaftlich wohl nicht lohnen wird.

hitparade.ch: Du hast bis Ende Jahr noch einige Konzerte, in welcher Form wirst du deine Songs bringen?
Bligg: In der altbekannten Form. Die Shows werden nicht akustisch umgesetzt. Wobei ich mir vorstellen könnte, dies einmal zu tun. Das steht aber noch in den Sternen!

hitparade.ch: Du sagst selbst, du lebst momentan wie in einem Traum. Gab es schon Momente wo du dir überlegst hast, wie du deinen grossen Erfolg mit dem nächsten Album bestätigen kannst?
Bligg: Viele Journalisten fragen mich das, weil sie denken, dass ich alles erreicht habe und nicht mehr möglich ist. Vielleicht stimmt das. Vielleicht ist jetzt "the time of my life". Möglicherweise schreiben die Kritiker bei meinem nächsten Album "Bligg konnte nicht mehr an seine Erfolge anknüpfen". Dabei vergessen die Leute aber etwas: Ich bin Musiker. Musiker mit Herzblut. Die Musik steht bei mir im Vordergrund und nicht der Gewinn. Wenn sich mein nächstes Album nur halb so viel mal Verkauft wie "0816" kann ich am Ende vom Tag trotzdem sagen, dass ich das mache, was mir Freude bereitet!
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interview

16. August 2009

Mit 3fach Platin mit seinem aktuellen Album ist Bligg einer der erfolgreichsten Schweizer Musiker zurzeit. Wir haben ihn vor seinem Auftritt am Open Air Gampel zum Interview getroffen.

hitparade.ch: Du hast 3x Platin erhalten für dein Album 0816. Herzlichen Glückwunsch! Was bedeutet Dir eine solche Auszeichnung?
Bligg: Es bedeutet mir extrem viel. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mir sowas nichts bedeutet, ich mache nicht auf falsche Bescheidenheit.
hitparade.ch: Hast Du das erwartet?
Bligg: Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet. Wir haben das Album produziert und dann gab es einen besonderen Moment. Ich habe die Songs mit ins Auto genommen um sie mir anzuhören und so herauszufinden wo wir stehen und wie es weitergehen soll. Da habe ich die Ausfahrt verpasst, habe Musik gehört und bin immer weitergefahren, bis ich fast im Heidiland, irgendwo im Glarus gelandet bin. Da habe ich gewusst, dass wi Weiterlesen
r gutes Material haben. Ich dachte dann: Wenn das nicht Goldstatus erreicht, 15`000 verkaufte Platten, dann stimmt etwas mit dieser Welt nicht. Wir haben uns extrem Mühe gegeben und unglaublich daran gearbeitet, wenn wir nicht geschlafen haben, dann haben wir gearbeitet. Ich habe das auch meinem Produzenten Fred Hermann so gesagt, dass wenn dies kein Goldalbum wird, dass etwas nicht stimme. Und jetzt haben wir dreifach Platin erhalten und können es selber noch nicht glauben.

hitparade.ch: Wie erklärst Du Dir den Erfolg mit deinen Einflüssen aus der Volksmusik? Das ist ja eigentlich nicht der Sound der jungen Menschen
Bligg: Volksmusik ist die Musik, die die Älteren hören. Und jetzt hören nicht mehr nur die ganz jungen Menschen Bligg, sondern auch die älteren.

hitparade.ch: Aber die Jungen scheinst Du damit auch gewonnen zu haben
Bligg: Das kann schon sein. Ich sehe mich aber nicht als Apostel der Volksmusik. Ich bin viel eher zur Einsicht gekommen, dass die traditionellen Instrumente, die wir hier in der Schweiz haben, beispielsweise ein Akkordeon oder ein Hackbrett, sehr guten Sound mit sich bringen und sich gut in die moderne Musik, wie ich sie mache, einbetten lassen. Nur hat dies bis dahin nie jemand gemacht. Wir haben dann zusammen mit der Streichmusik Alder zusammen den Song "Volksmusig", den es von mir bereits in einer normalen Hip Hop Version gegeben hatte, im Rahmen der Sendung "Die grössten Schweizer Hits" neu gemacht. Eigentlich ist das Schweizer Fernsehen daran schuld. Sie haben uns gefragt, ob wir uns das vorstellen können und ich dachte erst: Damit begeben wir uns eventuell auf sehr dünnes Eis. Sowohl die Streichmusik Alder wie auch ich hatten zuerst Angst, dass wir mit diesem Experiment unsere Fanbase verlieren könnten. Das ist dann aber glücklicherweise nicht passiert. Und während dieser Zusammenarbeit habe ich gemerkt, dass man mit diesen Instrumenten auch ganz anderen Sound machen kann. Ich meine, wenn Du eine Gitarre hast, dann kannst Du damit Blues, Rock oder auch Country machen. Wieso also soll man mit einem Akkordeon oder Hackbrett nur eine Stilrichtung an Musik machen können.

hitparade.ch: Wie sieht es denn beim nächsten Album aus? Fährst Du nun auf dieser Schiene weiter? Oder machst Du ein neues Experiment? Oder kehrst Du zum altbewährten Hip Hop zurück?
Bligg: Das ist wohl die am meisten gestellte Frage in diesem Jahr (lacht)
hitparade.ch: Es nimmt uns halt wunder.
Bligg: Ich glaube es nimmt alle wunder und auch mich! Wir wissen es nämlich noch nicht. Alles was ich weiss ist: Wir sind momentan an einer Neuauflage des Albums 0816. Wir haben dreifach Platin bekommen, das bedeutet, 90'000 Menschen haben sich die Mühe gemacht, irgendwo in einen Laden zu gehen um das Album zu kaufen. Das ist nicht selbstverständlich. Es ist auch nicht selbstverständlich dass so viele Menschen irgendwo hin reisen und ihre Zelte aufschlagen, um ein Konzert von mir zu sehen. Als Dankeschön für all diese Leute, dir mir diesen Support gegeben haben machen wir nun diese Neuauflage. Es wird eine Akustik-Version geben, eine Platin-Edition, die aus einer fetten Digibox aus Karton bestehen und drei CDs beinhalten wird. Die Akustik-CD, das Originalalbum mit zwei Bonus-Songs und eine Live-DVD. Das ist ein Geschenk an meine Fans.

hitparade.ch: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Gölä?
Wir hatten im letzten Jahr einige Shows, unter anderem die AFG-Stadion Eröffnung des FC St. Gallen. Da haben wir beide gespielt. Und wie das halt bei Musikern so ist, haben wir danach an der Hotelbar noch was getrunken. Dort konnte ich Gölä davon überzeugen, dass Appenzeller genau so gut sind wie ein paar Bier (lacht). Zu diesem Zeitpunkt waren wir beide jeweils in der Produktionsphase unserer Alben. Ich für 0816, er für "Z'Läbe fägt". Daher haben wir uns gegenseitig Songs vorgespielt und mal so nach der Meinung gefragt. Da gab es dann diesen Song "Nur en Söldner", der auch auf dem aktuellen Album nun drauf ist. Bei dem Song hatte er dann Lust, den Refrain mitzusingen. Ich habe ihn dann gefragt ob es für ihn vorstellbar wäre, dass wir was zusammen machen. Geplant war es, dass wir bei "Nur en Söldner" zusammenarbeiten. Er sagte dann zu für einen Tag, hatte allerdings nur ein Zeitfenster von sechs Stunden. Ich dachte mir dann: Was mache ich wenn er kommt und ihm gefällt der Song nicht mehr? Vielleicht hat ihm der Song nur aufgrund der Appenzeller gefallen, die er getrunken hat? Dann hätte ich ein Problenm (lacht). Aufgrund dessen legte ich eine Songskizze bereit zu "Das darfsch nöd", wir hatten bereits Ideen zu diesem Song. Als er dann kam, gefiel ihm dies tatsächlich besser. Also haben wir daran gearbeitet und einen neuen Song gemacht. So ist "Das darfsch nöd" entstanden.

hitparade.ch: Wir haben Dich am Luzerner Fest gesehen, das war toll. Der Andrang der Leute war enorm, sowas haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Das muss doch ein unglaubliches Gefühl gewesen sein?
Bligg: Merci, Luzern war tatsächlich sehr speziell. Zum Einen waren es brutal viele Leute und zum Anderen war die Bühne verhältnismässig sehr klein. Der witzigste Moment war der, als wir zu den Zugaben kamen und eigentlich noch drei Songs geplant hatten: Nach dem ersten der drei Songs kam unser Produktionsleiter Christoph Stahel und sagte uns, dass wir abbrechen müssen. Der Polizeipräsident habe ihn angerufen und gesagt, dass die Menschen vor lauter Gedränge in den See fallen. Es sei gefährlich. Wir dachten uns aber, wegen den paar Leuten die nun nass werden wollen wir nich tausende Menschen im Regen stehen lassen. Deswegen haben wir es durchgezogen (lacht).

hitparade.ch: Kann es sein, dass da noch ein neuer Song dabei gewesen ist?
Bligg: Ja, sehr aufmerksam beobachtet! Wir haben speziell für die Festivals, auch am Gampel, einen Song kreiert, der heisst "Chamer schicke". Den kann man sich auch auf www.bligg.ch anhören. Seit zwei Wochen haben wir eine neue Homepage und dort ist auch ein Blog. In diesem Blog berichte ich regelmässig, was bei uns hinter den Kulissen so passiert, wie die neue Platin-Edition entsteht, man hat Einblick ins Studio, und ich bin neulich Fallschirm-Springen gegangen, den haben wir auch drauf. Es lohnt sich also auf jeden Fall dort reinzuschauen.

hitparade.ch: Hattest Du am Gampel auch Gelegenheit, Dir noch andere Acts anzuschauen?
Bligg: Leider nicht, ich bin vor einer Stunde hier gelandet und seit einer Stunde gebe ich Interviews. Das ist zwar nicht schlimm, aber ich konnte daher keine anderen Bands anschauen. Ich hätte gerne noch andere Acts gesehen, denn das Line Up über die vier Tage war wirklich gut. Es hatte einige Bands, insbesondere Nationale, die ich gerne gesehen hätte.

hitparade.ch: Du hast Dir einen Ford Mustang gekauft. Hast Du Dir damit einen Traum erfüllt?
Bligg: Woher weisst Du das denn? (lacht). Ja, das habe ich. Ich stehe einfach auf diesen Mustang GT V8. Zum Artikel

interview

31. Oktober 2008

Knapp ein Jahr nach dem Erfolg von "Volksmusigg" zusammen mit der Streichmusik Alder erscheint das neue Bligg-Album "0816". Wir haben Bligg zum Interview getroffen.

hitparade.ch: Du hast dein Album 08/16 getauft. Müssen wir das so verstehen, dass Du mit Deiner Musik nur knapp am langweiligen Durchschnitt vorbeischrammst? Oder wie bist Du darauf gekommen?
Bligg: Die Idee ist, das 0816 ausdrücklich nicht 0815 ist.

hitparade.ch: Seit dem Duett mit den Streichmusik Alder zeigst du dich betont schweizerisch-urchig. War diese Zusammenarbeit in irgendeiner Form ein Schlüsselerlebnis für deinen musikalischen Weg?
Bligg: Die Zusammenarbeit mit der Streichmusik Alder hat mich schon inspiriert. Die Idee ist es jedoch nicht, nach einer erfolgreichen Single ein ganzes Album im selben Stil zu machen. Das wäre eine geschäftliche Strategie.
Meine Strategie ist rein musikalisch und basiert auf der Musik der Streichmusik. Als Weiterlesen
wir den Song im Studio einspielten, entdeckte ich, dass die volkstümlichen Instrumente - z.B. Hackbretter - sehr interessant in meinen Sound einbettbar sind. So wurde mir bewusst, dass es bei uns in der Schweiz auf dem musikalischen Boden viel Interessantes auszuprobieren gibt. Warum also den Käse in Holland kaufen?

hitparade.ch: Mittlerweile kopieren dies ja auch andere Künstler, wie Gimmas Band mit dem Trio Eugster oder Francine Jordi mit dem Jodlerclub. Was hältst du davon?
Bligg: Ich kenne eine Burger-King-Filiale. Und gleich daneben steht ein Plaka von McDonalds, auf dem steht: "Oft kopiert und nie erreicht". Irgendwie finde ich das Plakat witzig.

hitparade.ch: Die neue CD hast du wie "Volksmusig" mit Fred Herrmann und Roman Camenzind gemacht. Was hatte das für Einflüsse auf die CD?
Bligg: Roman hat beim Konzept des Albums mitgeholfen. Bei der Produktion des Albums ist er allerdings bis auf zwei Songs nicht dabei. Das Album wurde eigentlich ausschliesslich von Fred Hermann und mir produziert. Fred ist seit drei Jahren mein Schlagzeuger und gleichzeitig Leiter des Hitmil-Studios.
Als es darum ging, die Hackbretter für mein neues Album zu verwenden, wusste ich, dass ich jemanden brauche, der musikalisch noch einen Schritt weitergehen kann als ich. Ich produziere ja selber auch, unter anderem die Songs "Börn Baby", "Frei wie en Vogel" sowie "Alles scho mal ghört". Das wissen viele Leute gar nicht. Meine Produktionsfähigkeit ist aber relativ begrenzt. Das Hitmill-Studio war die ideale Räumlichkeit für die Umsetzung es Albums. Als uns das bewusst wurde, sagten wir uns "Hey, let's do it!"

hitparade.ch: Auf deiner CD hat es viele Elemente aus eher volkstümlichen Gefilden. Hast du in letzter Zeit intensiv Ländler gehört oder einfach selber ausprobiert?
Bligg: Wir hatten vier Monate für die Produktion. Ich bin zwar kein Fan von Volksmusik, aber um uns mit diesen Instrumenten vertraut zu machen, hörten wir uns drei Tage ausschliesslich solche Lieder an. Dann war's uns aber zu viel, weil sich vieles wiederholt oder ähnlich klingt. Es ist jetzt aber ja auch nicht so, dass Bligg auf Volksmusik macht. Ich lasse die volkstümlichen Instrumente einfach in dieses Konzeptalbum einfliessen. So gehe ich auch textlich oft auf das Land ein. Doch nicht im Sinne eines Souvenirshops mit der Idee "Schweiz = Käse, Berge und Schokolad". Es war mir wichtig, musikalisch eine moderne Schweiz abzubilden. So erzähle ich z.B. im Lied "Secondos" die Geschichte meines Grossvaters, der erst vor 40 Jahren in die Schweiz kam. Die Schweiz zeichnet sich durch die Menschen aus, die das Land zu dem gemacht haben, was es heute ist. Mir war es wichtig, mit diesem Album verschiedene Facetten der Schweiz aufzugreifen.

hitparade.ch: Allgemein kann man auf 08/16 feststellen, dass du dich musikalisch, von den Melodien und Instrumentierung her, sehr weit vom Hip-Hop entfernst. Sehr viele rockige Einflüsse sind zu hören. Warum ist das so ausgeprägt?
Bligg: Wer meinen Sound ein bisschen kennt, der weiss, dass ich sehr viele rockige und poppige, aber auch soulige Elemente einfliessen lasse. Und durch Fred Hermann und meine eigene Band besteht nun auch die Möglichkeit, die Sachen entsprechend umzusetzen. Und das ist das Beste, was einem Künstler passieren kann. Ein Künstler sollte sich weiter entwickeln. Die Musik lebt von Trends. Es ist eine stetige Weiterentwicklung. Ich bin kein Künstler, der auf einem Film hängen geblieben ist und diesen Film während fünf Alben durchzieht. Als ich mit Bligg'n'Lexx angefangen hatte, standen uns die finanziellen und musikalischen Mittel noch nicht zur Verfügung. Hätte es das früher aber schon gegeben, hätten wir schon damals solche Musik gemacht.

hitparade.ch: "Musigg in de Schwiz" ist eine Ode an die helvetische Popmusik. Der Text ist geschmückt mit vielen Bandnamen und Anspielungen auf Songs und Bands. Wie bist du auf diese Idee gekommen? Hast du schon Feedbacks erhalten?
Bligg: Ich wurde angefragt, ob ich dieses Jahr wieder bei den "grössten Schweizerhits" mitmachen möchte. Und da ja jetzt alle anderen meinen Stil kopieren, dachte ich mir, ich müsste mir wieder mal etwas Neues einfallen lassen. Dann habe ich mir vergegenwärtigt, was in dieser Sendung genau passiert. Sie vereint Querbeet alle Musikstilrichtungen. Alle treten dort auf - bekannte Bands wie Gotthard, Züri West und Stress, aber auch unbekanntere Acts wie My Name Is George. Diesen Mix wollte ich auch in den Song reinbringen. Es ist aber nicht so, dass ich einfach nur meine Lieblingskünstler aufgezählt habe. Die Idee kam mir lustigerweise mitten in der Open-Air-Saison. Als ich die ersten Zeilen schrieb, kam mir ein Magazin in die Hand, wo all die Namen aufgelistet waren. Das war natürlich eine perfekte Arbeitsvorlage.
Feedbacks von der breiten Masse habe ich noch nicht erhalten - das kommt noch. Von Adrian Stern und Baschi weiss ich aber, dass sie Freude an dem Song haben.

hitparade.ch: Wenn wir schon bei Schweizer Bands und Musiker sind: Auf 08/16 hat es einen Rocksong zusammen mit Gölä. Ihr besingt ein altes Männerproblem und Frauenklischee. Wie habt ihr zwei zusammengefunden und wie ist der Song entstanden?
Bligg: Letztes Jahr hatten Gölä und ich einige Shows am gleichen Abend am gleichen Ort. Beide arbeiteten wir zu dieser Zeit an einem neuen Album. Nach der Show haben wir mal ein Bier getrunken. Und als es dann ein paar Bier mehr waren, sagte ich ihm, er soll mal ins Auto kommen und sich die Demos anhören. "Nur en Söldner" hat ihm extrem gefallen und er sang gleich mit. Da fragte ich ihn, ob er nicht mal Lust hätte, einen Song mit mir aufzunehmen. Er sagte zu und so machten unsere Managements einen Termin aus. Wir hatten sechs Stunden Zeit, um den Song zu schreiben und aufzunehmen. Geschrieben war er in einer Stunde. Wir sagten uns, wenn er scheisse wird, wird er scheisse; dann lassen wir es sein. Und wenn er cool wird, dann wird es etwas Cooles. So ist der Song entstanden.

hitparade.ch: Eine kleine Hommage an Mani Matter befindet sich auch noch auf der CD drauf. Was bedeutet Mani Matter für dich, nebst vielleicht Erinnerungen an die Jugend?
Bligg: Ich bin mit Mani Matter aufgewachsen. Mit sieben habe ich mir Gitarren spielen beigebracht. Ich übte damals mit einem Liederbuch, in dem die Gitarrengriffe der Mani-Matter-Songs standen. So hat er mich schon sehr beeinflusst.
Ich denke, er hat allgemein viele Menschen in der Schweiz geprägt. Er war ein grossartiger Geschichtenerzähler und ist eine Legende.

hitparade.ch: Es gab ja 1992 ein Tribut-CD für Mani Matter. Inzwischen sind 16 Jahre vergangen und viele neue Musiker aufgestrebt hierzulande. Wäre es Zeit für ein zweites Tribut oder wäre das der Verneigung zuviel?
Bligg: Das ist eine geile Idee. Warum nicht? Vielleicht müsste ich mir jetzt gerade Gedanken machen über die Produktion eines solchen Albums. Respekt ist bei mir sehr gross geschrieben, gerade auch bei der künstlerischen Arbeit. Und so jemand wie Mani Matter hat sich diesen Respekt verdient. Seine Arbeit hat viele insperiert. Wenn wir ihm das zurückgeben können, indem wir so ein Album machten, fände ich das eine schöne Sache.

hitparade.ch: Nebst witzigen Texten befindet sich auch Nachdenkliches auf 08/16; "1 Tag" ist ein solcher Song. Was steckt da für eine Geschichte dahinter?
Bligg: Ich bin ein sehr witziger Mensch würde ich mal sagen. Lachen ist auch wichtig im Leben. Man sollte nicht immer alles zu ernst sehen. Selbst in diesem Song hat es manchmal eine Zeile mit Witz. Trotzdem bin ich ein Mensch, der über das Leben und das, was danach kommen könnte, nachdenkt. Ich denke, man vergisst in unserer Gesellschaft manchmal, dass man nicht für ewig lebt. Und mit diesem Song wollte ich mitteilen, dass man jede Sekunde oder jede Minute auf diesem Planeten schätzen sollte. Ich habe eine Liste in diesem Song, mit Sachen, die ich an dem letzten Tag ganz sicher noch erleben möchte - so viele Sachen, dass die Zeit für alles nie reichen würde. Als ich den Song geschrieben hatte, kamen Kollegen zu mir und erzählten von dem Film "The booked list" (übersetzt: "Die Löffelchen-Liste"). Darin geht es genau um dieses Thema. Ich glaube, die Message des Films und des Songs, greift das auf, was am Schluss zählt.

hitparade.ch: Wir haben auf hitparade.ch ein Forum mit etwas ähnlichem Titel "Wenn in fünf Minuten der Weltuntergang wäre" gekoppelt mit der Frage "Welchen Song würdet Ihr noch einmal hören?". Was wäre dein letzter Song?
Bligg: Das ist schwierig…(überlegt). Ich würde glaube ich "110th Street" von Bobby Womack hören.

hitparade.ch: Hast du einen letzten Song an deinen Konzerten? Oder einen mit dem du immer die Sets beginnst oder beendest? Eventuell schon seit Jahren?
Bligg: Bei den Live-Shows beziehen wir uns immer auf das aktuelle Album. In den letzten zwei Jahren war der letzte Song "Mir all sind…", der live immer besonders gut funktionierte. Doch mit jedem Album kommt eine neue Show und ein neues Set.

hitparade.ch: Wenn wir gerade bei Live-Auftritten sind. Nur drei Konzerte sind im Moment angekündigt. Das kann doch nicht alles sein, oder?
Bligg: Es wird im Dezember drei exklusive Shows geben und das wäre es mal für den Moment. Ich hoffe natürlich, dass die Leute, die uns live sehen wollen, an eine von diesen drei Shows kommen werden. Wir werden versuchen, den Sound der CD auf die Bühne zu transportieren. Nebst meiner siebenköpfigen Band wird auch ein Hackbrettler und ein Akkordeonist dabei sein. Ich bin der Meinung, dass es diesen Sound, wie er auf der CD daher kommt, so noch nie gegeben hat. Wie es nach dem Dezember weitergeht, hängt vom Erfolg der CD ab.

hitparade.ch: Kommen wir zur Top 10 der Schweizer Hitparade. Was kannst du kommentieren?

10. Amy Macdonald - This Is The Life
Bligg: Ist nicht so mein Ding.

9. September - Cry For You
Bligg: Finde ich okay.

8. Guru Josh Project - Infinity 2008
Bligg: Kenne ich zu wenig.

7. Maria Mena - Just Hold Me
Bligg: Finde ich okay.

6. Jodlerklub Wiesenberg & Francine Jordi - Das Feyr vo dr Sehnsucht
Bligg: Sind Nachahmer.

5. Rihanna - Disturbia
Bligg: Rihanna finde ich allgemein cool. Auch diesen Song!

4. Katy Perry - I Kissed A Girl
Bligg: Ich hörte diesen Song zum ersten Mal im Auto und wusste, er wird einschlagen wie eine Bombe - schon aufgrund des provokanten Texts. Ich war auf dem Weg zum Studio und sagte zu Fred, dass dieser Song ein Überhit wird. Und es wurde ein Überhit. Ehrlich gesagt kann ich ihn mittlerweile nicht mehr hören.

3. Gabriella Cilmi - Sweet About Me
Bligg: Finde ich "huere geil".

2. Gölä - I ha di garn
Bligg: Mir gefallen eher die schnelleren Sachen von Gölä. Zum Beispiel "Frei wie de Wind".

1. P!nk - So What
Bligg: Ich finde P!nk cool. Aber dieses Lied ist mir zu kindlich. Es gibt bessere Sachen von ihr.
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11 Alben von «Bligg»

Cover: Bart Aber Herzlich (Bligg)
30.90
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Bart Aber Herzlich Bligg

22.10.2010

CD

Auslieferung erfolgt in der Regel innert 5 bis 7 Werktagen.

Cover: Odyssey (Bligg)
25.90
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Odyssey Bligg

24.05.2004

CD

Auslieferung erfolgt in der Regel innert 5 bis 7 Werktagen.

Cover: Okey Dokey (Bligg)
27.90
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Okey Dokey Bligg

06.06.2005

CD

Auslieferung erfolgt in der Regel innert 5 bis 7 Werktagen.

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