Interviews mit
interview
08.August 2012
Get the
Der Name ist Programm: Pegasus hebt ab. Mit ihrer Single "Skyline" führen sie derzeit die Schweizer Hitparade an, das Album ist auf der 2 platziert. Beflügelt kamen die vier Bieler Jungs zurück von Olympia-London und geben nun an weiteren Festivals nochmals Gas. Wir trafen Sänger Noah Veraguth und Gabriel Spahni auf einem Zwischenstopp in Zürich.
hitparade.ch: Ihr seid gerade sehr prominent vertreten in der Schweizer Hitparade: Nummer 1 bei den Singles und Nummer 2 bei den Alben. Herzliche Gratulation dazu! Was bedeutet euch das?
Noah: Diese hohe Platzierung des Albums kam für uns unerwartet. Das Album haben wir vor einem Jahr bereits veröffentlicht, und dies ist nun die 5. Single davon. Dass wir so spät nochmals so hoch hinaufkommen, ist sehr selten. Normalerweise ist die Platzierung am Anfang top und flaut dann ab, in unserem Fall war es Platz 5, was ja auch super war. Nummer 1 in den Single-Charts ist sowieso schwierig, von
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daher unglaublich! Das war nicht geplant und deshalb kam es unerwartet.
hitparade.ch: "Skyline" ist die offizielle Hymne des Schweizer Fernsehens für die Olympiade in London, was sicher ein Faktor für die hohe Platzierung war.
Noah: Ja, klar! Aber das Ganze war so nicht geplant, sondern unser Produzent hat im Auftrag des Fernsehens den Job des Songwritings an uns weitergegeben, weil er uns in dieser Aufgabe sah. Wir haben vergangenen April sofort damit begonnen und schnell ein paar Songs zusammengestellt. "Skyline" war dann das Lied, das alle als das Richtige dafür empfunden haben.
hitparade.ch: Bei iTunes seid Ihr schon länger auf Platz eins. Was ist wichtiger für euch, iTunes-Charts oder Schweizer Hitparade? Warum?
Gabriel: iTunes ist ein Prozentsatz von der ganzen Schweizer Hitparade. Deshalb hat letztere auch viel mehr Gewicht, auch für uns persönlich. Aber es ist auch cool zu wissen, dass wir auch bei jüngeren Leuten Anklang finden, denn diese kaufen mehrheitlich Musik auf iTunes.
Noah: Die Demografie auf iTunes ist jünger als diejenigen, die wirklich noch die CD im Laden kaufen gehen. iTunes bekommt immer mehr Gewicht, das ist so, insbesondere im Single-Markt.
hitparade.ch: Ihr wart vom 25. bis 27. Juli in London im House of Switzerland und habt drei exklusive Konzerte gegeben, wie war's?
Noah: London als Stadt an und für sich ist musikalisch geschichtsträchtig. Jeder von uns hat mindestens einen Musik-Helden, der in London ein Triumph gefeiert, ein wichtiges Konzert gegeben, ein Live-Album aufgenommen oder in London gearbeitet hat. London ist musikalisch ein wichtiges Zentrum. Wenn du dort deine Musik spielen kannst, ist das eine grosse Freude. Für uns war eindrücklich, zu sehen, wie die Einheimischen auf uns reagierten.
hitparade.ch: In Eurem Blog schreibt Ihr, Ihr seid von den Engländern als "Indie-Band" bezeichnet worden.
Noah: Genau, solche Sachen passieren einfach. Für die Engländer sind wir eine Indie-Band. Das hat uns geschmeichelt. Hier in der Schweiz versteht man unter dem Begriff "Indie" Musik, die an den Radios nicht spielbar ist, weil sie zu wenig dem Mainstream entspricht. Es meint kaputte und komplexe Musik. Alles, was am Radio kommt, ist Pop oder Kommerz. Die Engländer haben dazu einen anderen Zugang.
hitparade.ch: Ihr seid eine Schweizer Band, ward für die Schweiz an Olympia und nun seid Ihr die Nummer 1 der Schweizer Charts. Seid ihr gute Schweizer?
Gabriel: Was macht denn einen guten Schweizer aus? Die Schweiz ist unser Heimmarkt und unser einziger derzeit, wir sind noch nicht im Ausland tätig. Das würden wir zwar gerne in der Zukunft machen, aber derzeit spielen wir hier in der Schweiz, hier finden die Leute unsere Musik lässig, das vergessen wir sicher nicht (lacht)!
hitparade.ch: Ihr tingelt derzeit von Festival zu Festival. Was waren die Höhepunkte und was steht noch an?
Noah: Da gab es sehr viele Sachen! Beispielsweise das Argovia-Fest, Sommersound in Sursee mit Brian Adams, auf dem Bundesplatz, das Luzerner Fest, natürlich auch London. Wir haben sehr viele schöne Konzerte erlebt. Jetzt kommen noch einige wie Thun oder Baden. Wir haben an Orten gespielt, an denen kein Eintritt verlangt wurde und die Leute trotzdem stehen geblieben sind, statt nach Hause zu gehen. Das ist für uns ein Kompliment!
hitparade.ch: Braucht Ihr keine Pause?
Gabriel: Nein. Wir machen das, was wir am liebsten machen. Das ist unser Beruf und das ist super.
hitparade.ch: Das Album gibt es nun im Release 2 - warum das Upgrade?
Noah: Seit der Herausgabe des Originals ist sehr viel passiert mit der Band. Wir haben zwei Club-Tourneen sowie die Festival-Tournee gespielt, der Song "Skyline" kam hinzu. Diesen wollten wir auf dem Album haben, denn er gehört vom Sound-Konzept in dieses Album. Da dachten wir, wir legen das Album neu auf mit dem Song und den Live-Aufnahmen der Club-Tour. Uns ist auch wichtig, dass die Leute hören, dass wir die Songs auch live umsetzen können.
hitparade.ch: Ein Song auf dem Album sticht soundtechnisch heraus und ist auch nicht von Euch. Ihr habt "Video Games" von Lana Del Rey gecovert. Im Gegensatz zu Euren poppigen Nummern ist dieser Song ruhig. Warum gerade dieses Lied?
Noah: Stimmt schon, unsere Lieder sind vom Tempo her schneller und tanzbarer. Aber ich finde, textlich passt dieser Song total zu unseren, es geht ja auch um eine eher traurige Geschichte. "Technology" ist inhaltlich nicht so weit weg von "Video Games", auch "Rise Up" nicht. Darum hat uns dieser Song sofort angesprochen. Als wir dieses Lied letztes Jahr das erste Mal hörten, dachten wir: "Hey, die singt ja über das gleiche wie wir!" Und darüber müssen wir nicht diskutieren: "Video Games" ist songwriterisch ein Meisterwerk.
hitparade.ch: Steht Ihr Technologie-Entwicklungen kritisch gegenüber?
Noah: Nein, wir sind nicht kritisch, wir leben ja damit und nutzen sie auch aktiv. Technologie ist ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft. Die Frage, die sich uns gestellt hat, ist: Was tun wir, wenn das alles zusammenbricht? Nichts geht mehr. Was passiert dann? Wir sind so abhängig von der Technologie, dass es schon nicht mehr gesund ist, dünkt es uns ein wenig. Das Album ist eine Momentaufnahme. Der Mensch erfindet zwar Technologien, aber inzwischen dominieren sie uns.
hitparade.ch: Was sind Eure Pläne für die nahe Zukunft?
Gabriel: Wir wollen vor den Amerikanern auf dem Mars sein! Ganz getreu unserem Lied (lacht). Nein, nächstes Jahr wollen wir ein neues Album produzieren, weitere Konzerte spielen in der Schweiz und vielleicht auch vermehrt im Ausland.
interview
11.April 2009
Zwei Jahre nach ihrer Debüt-CD veröffentlichen Pegasus mit dem Album "Heroes & Champions" wieder leichtfüssigen Pop mit Tiefgang. Wir haben Noah Veraguth zum Interview getroffen.
hitparade.ch: Every Radio's Darling könnte man euch fast nennen. Wenn wir die Plays bei den Radios anschauen, dann kommt ihr dort nicht zu kurz. "Easy" läuft seit Anfang Februar täglich mehrmals irgendwo in der Schweiz, wie ist das Feedback?
Noah Veraguth: Von den Radiostationen kommt das Feedback, indem sie den Song spielen. Ich bin froh, dass der Song öfter als unsere erste Single vor zwei Jahren gespielt wird. Ich denke, man kann nicht "Radio's Darling" sagen. Es gibt Schweizer Acts, die viel häufiger gespielt werden. Für uns ist es natürlich herrlich, dass es so gut läuft.
hitparade.ch: Zwei Monate Vorlaufzeit für eine Single ist lang bis zum Album-Release. Warum dauerte das so lange?
Noah Veraguth: Wir wollten die Single ri
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chtig wirken lassen. Ich denke, die Single ist mittlerweile im Gehör der Leute. Wir wollten den Leuten genug Zeit lassen, um das Album vorzubestellen und sich mit dem neuen Sound bekannt zu machen. Es ist eine lange Zeit, das weiss ich, aber es wurde so abgemacht.
hitparade.ch: "Easy" ist ja bereits in die Schweizer Hitparade eingestiegen. Wie habt ihr darauf reagiert?
Noah Veraguth: Als wir das erste Mal in der Hitparade waren, war das mit unserem ersten Album sieben Monate nach der Veröffentlichung. Beim ersten Mal umarmst du jeden und freust dich riesig, dass du endlich in der Hitparade bist. Dieses Mal war es einfach ein Hoffen, dass wir es schaffen. Aber es ist immer noch ein schönes Gefühl.
hitparade.ch: Das neue Album heisst "Heroes & Champions". Wie seid ihr auf den Titel gekommen?
Noah Veraguth: Es ist eine Hommage an die Helden und Idole aus unserer Jugendzeit. Wir sind auf der Schwelle, wo wir uns langsam von unserer Jugend verabschieden müssen, weil wir zwischen 19 und 21 Jahre alt sind. In der Jugend hast du natürlich viele Vorbilder und du möchtest sein wie sie. Und irgendwann bist du dich selbst. An diesem Punkt sind wir jetzt. Wir wollten eine Symphonie an unsere Jugend schreiben.
hitparade.ch: Häufig wird euer prominenter neuer Produzent erwähnt. Wir wollen aber zuerst wissen, was ihr denn mit dem alten gemacht habt, mit dem Züri-West-Gitarristen Küse Fehlmann. Wieso gab's da keine weitere Zusammenarbeit?
Noah Veraguth: Es war eine Soundfrage. Fehlmann hatte uns vorher co-produziert. Wir haben viele neue Kontakte geknüpft und dachten, es wäre gut, einen neuen Sound für uns zu kreieren mit einem neuen Produzenten.
hitparade.ch: Nun ist es Thomas Fessler, ein umtriebiger Produzent in der Schweizer Szene. Sina, Plüsch und Florian Ast hiessen seine Kunden unter anderem. Was war matchentscheidend, dass er es wurde und inwiefern ist es nun anders gelaufen als bei eurem ersten Album?
Noah Veraguth: Unser Promoter hatte den Kontakt zwischen uns und ihm hergestellt. Wir hatten mit ihm die Weihnachts-Single aufgenommen. Und da alles gut gelaufen ist, dachten wir uns, wir machen mit ihm das ganze Album. Es lief alles anders als vorher. Alles wurde professioneller. Wir hatten ein grösseres Studio und viel mehr Instrumente. Und wir sind reifere Musiker und Menschen geworden.
hitparade.ch: Ein weiterer Name, der oft auftaucht im Zusammenhang mit euch jetzt, ist James Hallawell, welcher offenbar im Musikalischen und Textlichen Einfluss hatte. Wie gross ist sein Anteil und wie kam diese Zusammenarbeit zustande?
Noah Veraguth: Wir haben das Album als Quartett begonnen. Seven war im gleichen Studio wie wir und hat sein Album aufgenommen. James Hallawell war sein Sessions-Pianist. Wir haben sozusagen Sevens Sessions-Pianist geklaut. Wir hatten das Problem, dass unsere Texte noch nicht fertig waren und da James Engländer ist, konnte er mir sehr viel dabei helfen. Er war sehr wichtig für uns, sonst wäre vieles anders gekommen.
hitparade.ch: Wie hat sich die Arbeit für euch im Allgemeinen verändert zwischen dem Debüt und dem Zweitling, der jetzt dann erscheint? Was ist einfacher geworden für euch?
Noah Veraguth: Wenn du ein zweites Album aufnimmst und ein erstes Album hattest, das nicht schlecht lief, ist es sowieso schwieriger, mit dem Druck und den Erwartungen umzugehen. Wir sind aber cool und locker ins Studio gegangen und sagten uns, dass wir nichts verlieren können. Einzig negativ war, dass wir unter Zeitdruck standen.
hitparade.ch: Eure Tour ist bereits wieder gestartet. Dabei wart ihr bereits intensiv unterwegs bei eurem ersten Album. Wie viele Konzerte habt ihr bis heute gespielt?
Noah Veraguth: Uns ist es sehr wichtig, live unterwegs zu sein. Die Charts sind nicht alles, schön wäre es natürlich, wenn wir es dieses Mal von Anfang an schaffen würden. Bisher haben wir sicher schon circa 170 Konzerte gespielt. Es war wirklich streng, aber es soll so weiter gehen. Wir sind jung und frisch.
hitparade.ch: Und wie viele wollt ihr jetzt noch spielen?
Noah Veraguth: Das wissen wir noch nicht. So viele wie möglich jedenfalls.
hitparade.ch: Was kriegt man zu hören, wenn man ein Pegasus-Konzert besucht? Nur eigenes Material oder auch fremdes?
Noah Veraguth: Wir spielen nur eigenes Material. Bei uns geht es nicht nur um die Musik. Wir kommunizieren auch gerne mit dem Publikum. Unsere Show dauert etwa 90 Minuten. Wenn man nach Hause geht, soll man sagen können: "Wow, heute habe ich etwas erlebt!"
hitparade.ch: Gibt es bei so vielen Konzerten auch einen Song, den man irgendwann nicht mehr selber hören mag?
Noah Veraguth: Ja, das gibt es. Wir haben etwa drei Songs vom ersten Album, die dir auf die Nerven gehen, wenn du sie die ganze Zeit spielst. Wir spielen sie aber trotzdem, weil das Publikum sie hören möchte.
hitparade.ch: Ihr seid noch relativ jung. Was für Ziele habt ihr euch gesteckt? Oder anders gefragt: Was erzählt ihr uns, wenn ihr von eurer aktuellen Platte und Tour im Jahre 2029 berichten müsst?
Noah Veraguth: Was will ich über diese Band sagen in 20 Jahren? Das ist unmöglich! Aber ich möchte, dass Pegasus ein Symbol für junge Leute ist, die etwas erreichen möchten. Wir haben es uns nie einfach gemacht und immer hart gearbeitet. Und das wollen wir auch.
hitparade.ch: Kommen wir zu den Top 10 der Schweizer Hitparade. Kannst du sie kommentieren?
8. Laura Pausini & James Blunt - Primavera in anticipo (It Is My Song)
Noah Veraguth: Finde ich ein schönes Duett. Und schon nur dafür, dass er italienisch singt, kriegt er von mir eine gute Note.
7. Silbermond - Irgendwas bleibt
Noah Veraguth: Silbermond habe ich bereits live gesehen. Ich finde es einen guten Song.
6. James Morrison feat. Nelly Furtado - Broken Strings
Noah Veraguth: Das ist ein Song, den Jeder kennt, aber für mich ist er nicht ein Superhit.
5. MusicStars - Min Tag
Noah Veraguth: Kein Kommentar.
4. Mando Diao - Dance With Somebody
Noah Veraguth: Super Videoclip, super Melodie. Sie sind langsam Legenden. Kompliment!
3. Flo Rida feat. Ke$ha - Right Round
Noah Veraguth: Habe ich noch nicht gehört.
2. MusicStars - Wer du würklich bisch
Noah Veraguth: Kein Kommentar.
1. Lady GaGa - Poker Face
Noah Veraguth: Poker Face finde ich sehr geil. Ich sah auf YouTube, dass sie wirklich selbst Klavier spielen und singen kann. Sie hat sich diese Platzierung verdient.
interview
01.März 2007
Keine zwanzig Jahre alt und machen schon seit mehr als ihrem halbem Leben zusammen Musik. Sie sind Pegasus. Eine Klasse-Band, deren Liebe für die Musik in jedem Ton spürbar ist. Am 30. März erscheint ihr Debut-Album "A Place To Be". Wir haben Noah, Simon und Gabriel getroffen und einige Fragen stellen dürfen.
hitparade.ch: Noah und Simon, ihr habt euch durch einer Schlägerei kennen gelernt und seid später Freunde geworden. Gab es seither ähnlich erzählenswerte Anekdoten in eurem Bandleben?
Noah: Es gibt unzählige Anekdoten, zum Beispiel wie wir unseren Schlagzeuger Stefan kennen gelernt haben. Im Quartier, indem wir alle wohnen, war er jeden Mittwoch im Quartier-Lädeli und trug mit dem Velo Milch aus. Wir haben ihn immer gerne provoziert, da wir ihn nicht kannten. Wir beleidigten ihn und er hatte vermutlich ein sehr schlechtes Bild von uns. Dann nahmen wir an einem Wettbewerb teil, an welchem Stefan mit einer anderen Band dabei war. Er hörte uns spi
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elen und dachte wohl "wow", die können ja mehr als nur mich zu beleidigen. Danach fing er wie ein Irrer an zu üben. Als er sich bereit fühlte, rief er uns an. Er sagte nicht einmal "Hallo", sondern nur, dass er zu uns trommeln kommen wolle. Mit dieser Aktion hatte er Erfolg. Das ist eine Anekdote, die mir geblieben ist.
hitparade.ch: Wie würdet ihr generell euer Verhältnis zueinander beschreiben - Freunde und/oder Kollegen?
Noah: Wir sind enge Freunde, schon fast wie Brüder.
Gabriel: Alle haben genau gleich viel Anteil in der Band. Wir können uns voll aufeinander verlassen und vertrauen uns, das hilft enorm.
hitparade.ch: In eurer Bio steht geschrieben, dass sich euer Bandname regelmässig änderte. Warum seid ihr schlussendlich bei Pegasus angelangt? Schliesslich nannte sich in den frühen 70ern eine Band schon mal so.
Noah: Wir finden unseren Bandnamen nachträglich auch nicht mehr so toll, erst recht nicht seit wir rausgefunden haben, dass es bereits eine Band mit demselben Namen gab. Unser Name ist vielleicht nicht der schönste, aber einer der bleibt.
hitparade.ch: Welche Künstler haben euch hauptsächlich beeinflusst?
Noah: Die Beatles und die Beach Boys
Gabriel: Da gab es so Phasen. Die Beatles zuerst als Grundlage, danach Ray Charles, Bob Marley und Marvin Gaye, und jetzt sind wir bei den Beach Boys.
hitparade.ch: Welche Adjektive beschreiben eure Band am treffendsten?
Noah: Sicher ehrlich und kreativ
Gabriel: Unternehmungslustig und verbissen.
Noah: Ja, wir arbeiten extrem hart an unserer Musik.
hitparade.ch: Wie entstehen eure Songs - schreibt und komponiert jeder für sich oder habt ihr die besten Ideen bei gemeinsamen Sessions im Proberaum?
Noah: Ich bin der, welcher die Musik schreibt und mit Songs in den Proberaum kommt. Von da an hat jeder 25 % Anteil daran; die Songs entstehen jedoch bei mir. Ich schreibe die Zuhause am Klavier oder an der Gitarre.
Simon: Da wir extrem ähnlich denken was Musik betrifft, haben wir alle die gleichen Vorstellungen, wie es tönen sollte. Noah hat noch nie einen Song ins Studio gebracht, der mir sehr gefallen und gleichzeitig Gabriel total missfallen hat.
Noah: Wir denken musikalisch wirklich ziemlich ähnlich. Wenn ich jetzt Musik schreibe, denke ich auch an die anderen drei. Ich versuche "banddimensional" zu denken.
hitparade.ch: In eurer Biographie steht "Musik ist eine Art, die Sorgen und Schmerzen zu vergessen". Das klingt eher nach Happy-Pop, sowohl musikalisch als auch textlich - inwiefern stimmt dieser Eindruck?
Noah: Ich denke, Happy-Pop ist mehr ein Missverständnis. Ich habe extrem tiefe Befriedigung in der Musik gefunden, ich kann immer wieder persönliche Probleme lösen, indem ich die Sachen rauslassen kann. Für uns hat die Musik eine heilende Wirkung. Es gibt Leute, die Musik missbrauchen, indem sie beispielsweise sagen, Musik sei da, um Drogen zu nehmen. Bei uns ist es so, dass wir Musik respektieren und als eine Art Tempel anschauen.
hitparade.ch: Haben sich eure Perspektiven nach dem Gewinn einiger Bandwettbewerbe verändert?
Simon: Wir haben bei zwei Wettbewerben mitgemacht. Dort haben wir gesehen, was all die anderen Bands für Sound machen und die extreme Vielfalt an Newcomer-Bands die es in der Schweiz gibt
Simon:
von Mundart über Jazz-Sachen bis zu Extrem-Hardrock, welcher einem fast das Gehör spaltet.
Noah: Es ist extrem viel los. Gleichzeitig haben wir mit Wettbewerben aufgehört, wir haben gemerkt, dass Wettbewerbe und Band-Contests nicht so viel bringen, da der Gewinner sehr subjektiv auserkoren wird. Am Schluss ist es Geschmacksache, wer zu den drei besten Bands gewählt wird. Aber die Erfahrungen waren sicher wichtig, um zu sehen, wo wir stehen.
Simon: Der erste Wettbewerb, an dem wir teilgenommen haben, fand kurz nachdem der neue Drummer zu uns gestossen ist, statt. Diesen wollten wir unbedingt gewinnen. Zwei Wochen vor dem Finale ist er dazugestossen, und wir haben jeden Tag stundenlang verbissen im Keller geübt. Dass wir ein Ziel vor Augen hatten, auf welches es hinzuarbeiten galt, hat uns musikalisch als Band sicher viel gebracht
hitparade.ch: Habt ihr die Hoffnung, eines Tages von der Musik leben zu können? Der Titel "Music Is My Baby Now" spielt ja etwas in diese Richtung an....
Noah: Es ist sicher schön, wenn man von der Musik leben kann. Aber es ist natürlich sehr schwer. Das wichtigste für uns im Moment ist sicher, dass wir uns und den Leuten, die uns gerne zuhören, eine Freude machen können. In erster Linie geht es nicht um den Erfolg und ums Geld, sondern um das Gefühl für die Musik, die wir spielen.
hitparade.ch: Am 16. September 2006 erschien eure erste CD. War diese EP das Produkt eines schwierigen Prozesses oder hattet ihr weniger Schwierigkeiten als erwartet mit Produzenten, Plattenfirma etc.?
Gabriel: Ich wusste davor nicht,was auf mich mit einer CD-Produktion zukommen würde. Es dauerte sehr lange, weil immer wieder neue Dinge dazwischen gekommen sind. Schlussendlich haben wir aber musikalisch im Studio sicher viel gelernt und profitiert.
Simon: Für mich war es eine lehrreiche Zeit. Ich habe extrem viel Wissen erlangt in Sachen Gitarre, zum Beispiel, wie ich spielen muss, dass es komplett anders tönt. Auf dieser Ebene haben wir vier sehr viel dazugelernt.
Noah: Es war ein extremer Krampf bis die EP draussen war. Es ging wirklich elend lange, bis die 13 Songs im Kasten waren.
hitparade.ch: Ende März kommt "A Place To Be" auf den Markt - ein weiterer grosser Schritt in eurer musikalischen Laufbahn. Wie seid ihr mit dem Ergebnis zufrieden?
Noah: Ich bin stolz drauf, wie sie rausgekommen ist. Alle vier stehen dahinter.
Gabriel: Als wir mitten in der Aufnahme waren, gab es eine Zeit, als wir nicht so sicher waren, wie die Platte rauskommt. Wir haben gezweifelt und gedacht, wir hätten die Kontrolle verloren.
Simon: Wir hatten die Perspektive verloren, wussten nicht mehr, was es brauchte, damit ein Song so rauskommt, wie wir es wollten.
Gabriel. Schlussendlich als wir die CD bekamen, war ich sehr positiv überrascht. Sie gefällt mir sehr.
hitparade.ch: Wie sieht eure Erwartungshaltung aus - denkt ihr, dass euch mit dem Debut-Album der Durchbruch gelingen "muss"?
Simon: Das Fundament mit der Plattenfirma und all diesen Leuten, die mit uns zusammenarbeiten ist ziemlich gut ausgebaut, sodass unser Debut erfolgreich sein könnte. Auch als Band fühlen wir uns bereit. Wir haben extrem viel geprobt, um das Album live präsentieren zu können. Die Voraussetzungen sind gut, aber schlussendlich hängt es von den Konsumenten ab, ob die CD erfolgreich wird.
Noah: Das "muss" ist extrem gefährlich. Wir wissen, was wir können und was wir nicht können, wir kennen unsere Grenzen. Die ersten Reaktionen waren gut und ich sehe positiv in die Zukunft.
hitparade.ch: Wie sehen nun eure musikalischen Ziele aus?
Noah: Die Musik von Pegasus wird sich sicher noch entwickeln. Wir werden versuchen, die Qualität der Songs und unserer Arbeit im Studio zu verbessern, und wir möchten gerne einmal mit den besten der Schweiz mitspielen.
hitparade.ch: Wie sieht es mit der Openair-Saison aus?
Simon: Wir sind unter der Woche jeden Abend im Raum am Proben und versuchen das Album so geil wie möglich rüberzubringen. Wir sind auf einem guten Weg und hoffen, bei den Openairs einheizen zu können.
Noah: Wir werden an einigen Openairs spielen, beispielsweise auf dem Hoch Ybrig, am Blueballs und auf dem Gurten.
Gabriel: Unsere Produzenten besuchen uns regelmässig in unseren Proberaum und helfen uns beim Tüfteln, wie wir die CD am besten live rüberbringen können.
hitparade.ch: Wie würdet ihr in 30 Sekunden jemandem, der eure Band und Musik nicht kennt, überzeugen, eurer Album zu kaufen oder eines eurer Konzerte zu besuchen?
Noah: Wir würden etwas singen. Ich denke, wir sind nicht so gute Redner und können die Leute v.a. durch unserer Musig überzeugen. Das Gute an Pegasus ist, dass wir vierstimmig an jedem Ort ein Ständchen singen können.
hitparade.ch: Am Schluss befragen wir unsere Interview-Partner immer zur aktuellen Top 10 der Schweizer Hitparade. Was haltet ihr von den folgenden Songs?
10. Gwen Stefani feat. Akon - The Sweet Escape
Noah: Das ist sicher eine, die ich gerne mag, die Power hat.
Simon: Ichl liebe den Refrain.
9. Herbert Grönemeyer - Lied Eins - Stück vom Himmel
Noah: Mensch war ein Super Song von ihm, das war ein wichtiger Song in meiner Jugend. Diesen Song habe ich leider noch nicht gehört. Aber Herbert Grönemeyer ist einer, den ich bewundere.
8. Robbie Williams with Pet Shop Boys - She's Madonna
Simon: Den Song kenne ich nicht, ich mag aber Robbies Musik.
Noah: Früher meinte ich immer, er wäre Ronan-Keating-mässig, aber ich habe gemerkt, dass da viel Tiefe mit drin ist.
7. MusicStars - This Is Life
Simon: Die letzten 3 Jahre hat es immer wieder eine MusicStar-Single gegeben, und die hiessen immer ähnlich. Ich kann die MusicStar-Songs nicht wirklich unterscheiden, die tönen alle in etwa gleich.
6. Nelly Furtado - Say It Right
Simon: Ihr neue RnB-Zeugs geht mir extrem auf den Sack.
Noah: Die alten Sachen wie "I'm Like A Bird" waren super.
5. Christina Aguilera - Hurt
Noah: Der ist geil. Ich bewundere sie für das, was sie in der letzten Zeit gemacht hat.
Simon: Manchmal hat sie einen Song, den ich super finde, dann gibts aber auch wieder schlechtere.
4. DJ Ötzi & Nik P. - Ein Stern (... der deinen Namen trägt)
Gabriel: DJ Ötzi kann mir gestohlen bleiben.
3. Sunrise Avenue - Fairytale Gone Bad
Noah: Der ist interessant. Das sind Newcomer.
2. Ville Valo & Natalia Avelon - Summer Wine
Noah: Ich kenne Ville Valo, nicht aber den Song
1. Nelly Furtado - All Good Things
Noah: Ich verstehe nicht, warum Nelly plötzlich so erfolgreich ist.