Interviews mit
Lovebugs
interview
20.April 2012
Get the
Was haben die Lovebugs seit 1993 nicht alles erreicht: Mehrere Top-10-Alben produziert, noch mehr Ohrwürmer geschrieben, Länder wie Norwegen oder Taiwan gerockt, Clubs und Fussballstadien erschüttert, und dabei zehntausende Herzen berührt. Ihr elftes Studioalbum ist erschienen, wir haben am Release-Tag Adrian Sieber zum Interview getroffen.
hitparade.ch: Ihr seid bereits seit 19 Jahren als Band unterwegs und habt in dieser Zeit über 10 Alben veröffentlicht. Nun seid ihr gerade auf Promotour für euer neues Album. Ist dies bereits Routine für euch geworden?
Adrian: Es fühlt sich ehrlich gesagt an wie beim ersten Album. Das Gefühl, eine neue CD in den Händen zu halten, in die du während zwei Jahren alles investiert hast, ist grossartig. Ausserdem ist alles offen, wir wissen nicht, wie die Musik bei den Fans ankommt.
hitparade.ch: Was motiviert euch als Band, immer weiter Musik zu machen? Sind es andere Faktoren als zu Be
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ginn?
Adrian: Ich glaube, um so lange dabei zu bleiben, muss die Leidenschaft zur Musik einfach riesig sein. Sie ist es, was uns verbindet und zusammenhält. Keiner von uns könnte ohne Musik sein.
hitparade.ch: Beim letzten Studioalbum "The Highest Heights" wart ihr unter extremem Zeitdruck, was habt ihr nun anders gemacht?
Adrian: Im Vorhinein beschlossen wir, uns keine Deadlines zu setzen. Dadurch fehlte dieses Mal der Zeitdruck, wir wollten der Entstehung die nötige Zeit geben. Zudem wollten wir keine Kompromisse eingehen. Wir gaben uns erst zufrieden, als alle Bandmitglieder zu 100% hinter den Songs stehen konnten.
hitparade.ch: Wann stand das Release-Datum fest?
Adrian: Gegen Ende letzten Jahres, als wir wussten, welche Lieder wir ins Studio mitnehmen wollten.
hitparade.ch: Was ist der schönste Moment, den man bei der Entstehung eines Albums erlebt?
Adrian: Der Release-Tag ist ein grossartiges Datum. Beim Songwriting, wenn du schon nach kurzer Zeit merkst, dass ein Song funktioniert - das sind magische Momente.
hitparade.ch: Eure letzten 3 Alben hatten immer wieder neue Produzenten. Nach Roman Camenzind, Richard Rainey produzierte dieses Mal Thomas Fessler das neue Album. Wechselt ihr bewusst ab, um neue Sachen auszuprobieren oder habt ihr einfach noch nicht den richtigen Produzenten gefunden?
Adrian: Wir arbeiten jeweils mit jenen Produzenten, die zum gegebenen Zeitpunkt passen. Bei "Life Is Today" waren wir ziemlich lange für uns alleine. Thomas Fessler half uns, die bereits vorhandenen Lieder noch ein wenig besser auf den Punkt zu bringen. Wir suchten jemanden, der unsere Musik verstärkte und sie nicht zu verändern versuchte.
hitparade.ch: Wie sehr kann ein Produzent jeweils eure Musik beeinflussen?
Adrian: Bei den Lovebugs relativ wenig, wir sind sehr beratungsresistent (lacht). Aber da gibt es verschiedene Modelle. Manchmal ist der Produzent der alleinige Bestimmer, manchmal übernimmt er hingegen mehr die Guide- oder "Trainer"-Funktion.
hitparade.ch: Von über 40 zur Auswahl stehenden Songs schafften es 15 aufs Album. Wie habt ihr die Songs ausgewählt?
Adrian: Grundsätzlich gaben wir jeder Idee eine Chance. Der Auswahlvorgang passiert dann jedoch ganz natürlich. Wenn sich zum Beispiel nur zwei von uns für ein Lied begeistern können, ist der Fall relativ klar. So nahmen wir 15 Stücke mit ins Studio. Einige dienten ursprünglich als Reserven, weil das Resultat bei den Aufnahmen nicht immer gleich befriedigend ist. Am Ende konnten wir uns aber von keinem Lied mehr trennen.
hitparade.ch: Und was passiert mit den unveröffentlichten Songs, kommen wir vielleicht an einem Konzert in den Genuss davon?
Adrian: Es ist schon schwer genug, alle neuen CD-Tracks live zu berücksichtigen. Unsere Auswahl an Songs ist inzwischen recht gross, und die Fans verzichten jeweils nur ungern auf gewisse Klassiker. Aber trotzdem, vielleicht spielen wir den Song in zwei Jahren noch einmal? Ich habe eine ganze Schublade voll unveröffentlichtes Material, manchmal muss einfach die Zeit passen.
hitparade.ch: Der Videoclip der aktuellen Single "Truth Is" wurde aufwändig produziert, was man sich von Schweizer Musikvideos eher weniger gewohnt ist. Wer hatte die Ideen dazu und wie lange dauerte der Dreh?
Adrian: Das Video stammt von unserem Schlagzeuger Simon, er macht seit einer Weile unsere Clips. Manchmal können wir uns zu Beginn seine Ideen nicht recht vorstellen, bringen ihm jedoch immer vollstes Vertrauen entgegen. Das Aufwändigste war die Zeitinvestition, aber es hat sich gelohnt, das Ergebnis ist super geworden!
hitparade.ch: Wie muss man sich den zeitlichen Rahmen dafür vorstellen?
Adrian: Gedreht wurde während vier Tagen. Simon schnitt das Video anschliessend nonstop in zwei Wochen.
hitparade.ch: Ungewöhnlich viele Featurings sind auf dem Album vertreten. Hat sich das einfach so ergeben?
Adrian: Die drei Leute standen auf unserer Wunschliste. Dass gerade alle drei Wünsche in Erfüllung gingen, war Glück. Gerade im Fall von Sarah und Søren war es schon länger klar, wir warteten nur noch auf den richtigen Song, um sie für eine Zusammenarbeit anzufragen.
hitparade.ch: Hofft ihr, auch in den jeweiligen Herkunftsländern der Beiden ein wenig Erfolg zu haben?
Adrian: Darauf spekulieren wir nicht, nein. Die Featurings passen einfach gut auf unser Album und zu den Songs.
hitparade.ch: Lovebugs hatten schon drei Nummer-1-Alben. Schaut man beim Release-Datum darauf, eine möglichst gute Woche mit wenig Konkurrenz zu erwischen, oder ist das euch egal?
Adrian: Das Datum wird so lange im Vorhinein festgelegt, dass wir das noch nicht gross kontrollieren können. Ein Nummer-1-Platz ist natürlich schön für uns. Aber viel wichtiger finden wir es, wenn die CD auch längerfristig mithalten kann, sie sich gut verkauft und vor allem, wenn die Fans an die Konzerte kommen!
hitparade.ch: "The Letting Go" habt ihr euren Fans kostenlos geschenkt. Wie ist diese Aktion bei den Fans angekommen, und hat es sich für euch gelohnt, den Song gratis anzubieten? Somit kann das Lied natürlich nicht in die Hitparade einsteigen.
Adrian: Ja, das ist auch nicht unbedingt der Sinn für uns. "The Letting Go" war einer der ersten fertigen Tracks im Studio, den wir dann schon im Vorhinein veröffentlichten. Für mich war die Aktion grossartig, wir konnten so bereits, bevor das Album fertig war, erste Reaktionen testen. Das Interesse war enorm, das Lied ging einmal um die Welt.
hitparade.ch: Ebenso konnten die Fans jede Woche einen neuen Album-Track als Download kaufen. Seid ihr zufrieden mit den Verkäufen?
Adrian: Auch hier fand ich die Aktion einfach super. In unserer heutigen, schnelllebigen Gesellschaft wollten wir so erreichen, dass sich die Leute mit dem ganzen Album auseinandersetzen. Über die Verkaufszahlen weiss ich jedoch nicht Bescheid.
hitparade.ch: Letzten Monat ist ein Buch über die Lovebugs erschienen mit dem Titel "Coffee And Cigarettes". An wen richtet sich dieses Buch?
Adrian: Da müsste man den Verlag fragen. Ich denke, es handelt sich bei "Coffee And Cigarettes" um ein super Dokument für unsere Fans. Andererseits gibt es auch einen guten Einblick in den Alltag einer professionellen Band in der Schweiz. Ich finde das Buch sehr spannend und ehrlich. Und ausserdem sind all unsere Musikvideos auf einer DVD drauf.
hitparade.ch: Du hast ja Familie und Kinder, wie fest sind deine Kinder an deiner Musik interessiert? Möchten sie auch einmal Musiker werden?
Adrian: Ich pushe sie jedenfalls nicht dazu. Sie interessieren sich sehr dafür. Die jüngere begreift langsam, was ich eigentlich tue. Und die andere Tochter ist bereits im Teenager-Alter, da finde ich es besonders spannend, zu sehen, wie die Jugend heute Musik konsumiert.
hitparade.ch: Gibt es vielleicht bald ein Duo-Projekt mit der Tochter, wie zum Beispiel bei Peter Reber?
Adrian: Nein, ich glaube nicht. Nicht, weil ich das eine blöde Idee fände, sondern weil ich denke, dass meine Kinder bestimmt ihr eigenes Ding durchziehen möchten. Diesbezüglich ähneln sie ihrem Vater.
hitparade.ch: Drei Jahre ist es her, seit eurem Auftritt auf Europas grösster Showbühne. Hat sich, rückblickend, die Reise nach Moskau gelohnt? Öffneten sich euch dank dem Eurovision Song Contest einige Türchen?
Adrian: Gelohnt hat es sich auf jeden Fall! Die ganze Erfahrung war sehr kontrovers für uns als Band. Was viele nicht wissen: Wir hatten grossen Spass! Bis heute erhalte ich wöchentlich positive Rückmeldungen aus aller Welt bezüglich unseres Auftrittes. Gerade beim neuen Album wird sich zeigen, ob sich die Auswirkungen auch in den Verkaufszahlen bemerkbar machen.
hitparade.ch: In einem Monat findet die diesjährige Eurovisions-Show statt. Wie viele Chancen rechnest du dem Schweizer Beitrag ein?
Adrian: (schmunzelt) Ich war positiv überrascht über die Wahl von Sinplus, und der Song gefällt mir gut. Meiner Meinung nach ist alles möglich, aber auch sehr wenig.
hitparade.ch: Ihr werdet dieses Jahr bereits zum vierten Mal am Argovia-Fest auftreten. Verleidet das nicht, so oft am gleichen Open Air zu spielen?
Adrian: Grundsätzlich spielen wir einfach für unser Leben gerne live. Auf der Bühne sind wir meiner Meinung nach auch am besten - dort gehören wir hin! Aufs Argovia-Fest freue ich mich sehr, das ist eine super Plattform.
hitparade.ch: Im Line-Up der grossen Festivals sucht man die Lovebugs jedoch vergebens. Züri West oder Patent Ochsner hingegen sind überall vertreten. Seid ihr da noch im Gespräch?
Adrian: Das ist eine gute Frage. Wir spielen so oft wie möglich, je nach Anfragen halt. In Locarno sind wir dabei, einige Anfragen, vor allem aus der Westschweiz, sind aber noch offen. Für nächstes Jahr hoffen wir jedoch, auch bei den grossen Festivals dabei zu sein.
hitparade.ch: Nächstes Jahr feiert ihr euer 20-jähriges Jubiläum. Wie wird das gefeiert?
Adrian: Wir machen uns bereits ein wenig Gedanken, ja. Ich bin sicher, uns wird etwas Tolles einfallen!
hitparade.ch: Kommen wir zur Top 10 der Schweizer Album-Charts. Kannst du sie kommentieren?
10. Bastian Baker - Tomorrow May Not Be Better
Adrian: Den Bastian lernte ich an den Swiss Music Awards kennen. Sein Erfolg verwundert mich überhaupt nicht, für mich ist er der geborene Star.
9. Michel Teló - Na balada
Adrian: Das ist der mit dem portugiesischen Hit, oder? Da kenne ich nur dieses eine Lied. Ich finde es schön zu sehen, dass die Sprache keine Barriere ist in der Musik. Die wenigsten werden verstehen, was Teló effektiv singt - mich mit eingenommen.
8. Stefanie Heinzmann - Stefanie Heinzmann
Adrian: Bisher kenne ich nur die Single, ein wirklich geiler Popknaller! Tolle Künstlerin.
7. Rebecca Ferguson - Heaven
Adrian: Kenne ich leider nicht - muss ich mal hineinhören.
6. Remady & Manu-L - The Original
Adrian: Kenne ich auch nicht gut, ist auch nicht wirklich mein Genre.
5. Madonna - MDNA
Adrian: Das Album fesselte mich beim Durchhören nicht, vielleicht müsste ich's noch einmal versuchen.
4. Silbermond - Himmel auf
Adrian: Sehr sympathische Band, die ich schon mehrmals in der Schweiz getroffen habe. Der Clip zur aktuellen Single gefällt mir sehr.
3. Adele - 21
Adrian: Die britische Musikindustrie in einer Person, sozusagen - zu Recht! Ein Überflieger-Album mit Überflieger-Songs von einer Überflieger-Sängerin! Mein Lieblingstrack ist "Set Fire To The Rain".
2. Unheilig - Lichter der Stadt
Adrian: Kann ich auch kein Urteil abgeben.
1. Züri West - Göteborg
Adrian: Sind gute Kollegen von uns und ich freue mich jedes Mal, wenn ein Album von ihnen erscheint. Ihr aktueller Erfolg freut mich doppelt!
hitparade.ch: Dein Nr.1-Hit auf dem mp3-Player, momentan?
Adrian: Ziemlich neu hör ich M83. Das sind Franzosen und waren so viel ich weiss auch einmal bei uns in den Charts.
interview
11.November 2009
16 Jahre nach der Gründung der Lovebugs erscheint das erste Greatest-Hits-Album mit allen Single-Hits. Wir haben Adrian Sieber getroffen und über aktuelle Themen gesprochen sowie ein wenig zurückgeblickt.
hitparade.ch: Momentan steht recht viel an: Der Auftritt bei den "Grössten Schweizer Hits", der Release des Best-Of-Albums und dann noch der Auftritt bei "Energy Stars For Free". Was wird der schönste Moment sein in diesem ereignisreichen November?
Adrian: Wenn man in der Release-Phase ist, hat man tausende von Eindrücken, ein Highlight jagt das andere. Das ist unser erstes Best-Of und ein spezieller Moment, denn das haben wir noch nie gemacht und wissen nicht, was auf uns noch zukommt. Dann ist sicher auch Stars For Free ein Highlight.
hitparade.ch: Letzten Sonntag hat es ja leider nicht gereicht fürs Podest bei den Schweizer Hits. Was waren denn deine Erwartungen und warst du enttäuscht?
Adrian: Ja lo
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gisch ist man immer enttäuscht, auch wenn man das Gefühl hat, dass man den Job gut gemacht hat. Aber eigentlich war es genau die Erwartung, die wir hatten, weil wir uns nicht wirklich kompatibel zu dieser Sendung sehen. Aber wir wurden nominiert, und dann ist es Ehrensache, dabei zu sein und das Beste zu geben.
hitparade.ch: Im Gegensatz zu Bligg habt ihr habt ja nicht live gesungen. War das keine Option für dich?
Adrian: Wir wussten gar nicht, dass die Möglichkeit besteht, Halb-Playback, also mit Live-Gesang, zu spielen. Wir sind immer davon ausgegangen, dass es klar ist, dass es einfach Playback ist.
hitparade.ch: Was meinst du zu der ganzen Diskussion über das Voting, das es zulässt, dass immer wieder Volksmusik-Titel zuoberst landen?
Adrian: Alle Wettbewerbe - speziell bei der Musik - sind nie fair, das ist einfach so, und da kann man nichts machen. Es gibt immer nur einen Gewinner und viele Verlierer, und Musik ist Musik und kein Wettbewerb. Ich finde diese Sendung gut, Musik soll zelebriert werden, vor allem auch Schweizer Musik im Schweizer Fernsehen ist extrem wichtig. Ich persönlich würde es vorziehen, eine Sendung zu haben, wo volkstümliche Musik und Pop/Rock/Hip-Hop separat stattfinden. Es sind zwei Welten, die miteinander nichts zu tun haben.
hitparade.ch: Ihr wart bereits vor drei Jahren bei Stars For Free, jetzt seid ihr wieder dabei. Für die Musikfans ist das ja ein riesiger Anlass, und es gibt einen grossen Run auf die Tickets. Wie ist das für euch Musiker?
Adrian: Es ist ein Spektakel, wo alle Acts live spielen. Es sind vier Songs, und das ist eine spezielle Situation. Es ist eine heilige Halle, denn es sagen alle Musiker in der Schweiz, dass man dort einfach mal gespielt haben soll. Wir freuen uns extrem.
hitparade.ch: Kommen wir zu eurer "Best Of". Wie habt ihr die Songs ausgewählt für diese CD?
Adrian: Es ist eine Single-Collection. Es war von Anfang an klar, dass wir die erfolgreichsten Singles nehmen werden. Für die eine CD hat es dann aber nicht für alle gereicht. Darum sind ein paar Singles nicht zum Zug gekommen, aber die bekanntesten sind drauf plus die beiden neuen Songs.
hitparade.ch: Viele Bands machen bei einer "Best Of" noch eine zweite CD mit Raritäten, Remixes und speziellen Live Versionen. Da gäbe es bei euch ja sicher auch einiges, wieso macht ihr so was nicht?
Adrian: Wir haben mal darüber geredet, aber wir wollten auf der CD möglichst viel Musik zum möglichst kleinen Preis bieten. Wenn man eine DVD dazugelegt hätte, hätte es die ganze Produktion verteuert, dass man die CD teuer hätte verkaufen müssen. Ich finde es gut, wenn man sich einschränkt auf das, um was es wirklich geht. Und das sind die Singles. Es ist ein schöner Überblick, und es hat auch Sachen drauf wie "Flavour Of The Day", das es noch nie auf ein Album geschafft hat.
hitparade.ch: Oftmals sind "Best Of"s auch verbunden mit einem Schnitt in der Band oder deren Umfeld. Muss man bei euch auch so etwas erwarten?
Adrian: Es lustig, dies fragen uns alle, und wir waren es uns gar nicht bewusst gewesen. Wir fanden einfach, dass eine "Best Of" dazu gehört, es gab Songs, die es noch nie auf ein Album geschafft haben. Viele Leute meinten, wir sollten es einfach mal machen, da wir so viele Songs haben und viele immer noch nicht wissen, welche Songs die Lovebugs schon geschrieben haben und bekannt sind. Es ist alle Jahre immer wieder ein Thema gewesen, dieses Jahr hat es sich dann ergeben, das durchzuziehen. Für uns ist es eine weitere Etappe unserer Geschichte.
hitparade.ch: Bislang habt ihr euch stets ohne Covers auf den Studio-Alben behaupten können. Kam es für euch nie in Frage, Songs für ein Studio-Album zu covern?
Adrian: Am Anfang war es so, dass ich gar keine Songs hätte covern können, weil ich nicht wusste, wie man sie spielt. Ich habe nur die vier Akkorde meiner eigenen Songs beherrscht (lacht). Ich finde, dass bei den Lovebugs die eigenen Songs dazugehören, unser Songwriting ist ein wichtiger Teil. Nichtsdestotrotz streuen wir live immer einige Covers hinzu, im Moment haben wir ein Live-Medley: "Living On Video" von Trans-X gemischt mit "Killer" von Adamski und Seal. Dort können wir ganz abgefahrene Sachen machen, dies machen wir aber live.
Ganz am Anfang, als wir eine Punk-Band waren, hatten wir auf einer EP "Back For Good" von Take That. Der Hidden-Track von Awaydays ist auch eine Cover-Version, eine ganz coole. Und auf Naked gibt es auch was. Vereinzelt hat es das schon gegeben, aber es waren nie die Songs, die gross rausgekommen sind.
hitparade.ch: Als ihr angefangen habt, wart ihr knapp über 20 Jahre alt, heute geht's gegen die 40. Fühlt man sich dann manchmal auch schon ein wenig alt, wenn man auf die Karriere zurückblickt?
Adrian: In gewissen Situationen merkt man, dass man nicht mehr 18 ist. Aber im Grossen und Ganzen ist es je länger ich das mache desto toller. Es ist schön, zurückzuschauen um zu sehen, was man erreicht hat und dass es immer noch funktioniert. Auch dass wir immer noch Freunde sind, ist nicht selbstverständlich. Aber ich finde, man ist so alt, wie man sich fühlt. Und Musik machen haltet dich auf Trab und man ist am Puls der Zeit, von dem her werden wir das noch ein paar Jahre so weitermachen.
hitparade.ch: Welches waren die drei grössten Highlights in den letzten 15 Jahren?
Adrian: Ein Highlight war die Aufnahme von Naked im Stadttheater Basel. Das war ein legendärer Moment, wo wir ein Jahr lang für ein Konzert gearbeitet haben, hingegangen sind mit dem Wissen, dass es jetzt zählt, und dann mit dem Publikum aufgenommen haben. Das war gigantisch. Ein weiterer legendärer Auftritt war es, als wir vor den Stones in Dübendorf spielen konnten. Als Konzert für sich war es nicht ein Highlight, aber als Eindruck und Erlebnis war es was ganz Spezielles. Als drittes würde ich das aufzählen, als wir das erste Mal in Berlin gespielt haben. Das ist ein Moment, wo ein Traum in Erfüllung gegangen ist. Wir sind in Basel in den Nightliner gestiegen, sind in der Nacht abgefahren, haben ein Bier getrunken und dann geschlafen. Am Morgen als wir aufgewacht sind und die Türe aufgemacht haben, standen wir vor dem Club in Berlin. Und es hatte Leute, die auf unsere Band warteten. Das ist Teil vom Traum, den man als Musiker hat.
hitparade.ch: Und welches der grösste Tiefschlag?
Adrian: Wir hatten Hochs und Tiefs, und wie man weiss, sind wir eine Band, die alles selbst ausprobiert und sich nicht reinreden lässt, und da haben wir auch kein Fettnäpfchen ausgelassen. Generell schwierig war die Zeit, als wir den Vertrag mit RCA Hamburg hatten. Das hat von Anfang an nicht funktioniert. Man hat sich nicht verstanden und von verschiedenen Sachen geschwatzt. Wir hätten mit einem Produzenten zusammen arbeiten sollen, mit dem wir uns nicht verstanden haben. Das war schwierig und es war nicht einfach, vom Vertrag loszukommen. Wir haben das dann irgendwie geschafft, aber daran denke ich nicht so gerne zurück.
hitparade.ch: Ihr hattet eure ersten kommerziellen Erfolge 1999, ein Jahr in dem die Musikindustrie von Napster überrascht und von MP3 überrollt wurde. Ihr seid sozusagen damit aufgewachsen, dass man Musik einfach rund um den Globus tauschen kann. Inwiefern hat es euch geholfen und wie geschadet?
Adrian: Ich glaube, das ist einfach Realität im Musikbusiness geworden. Es schadet in einem Bereich, in anderen Bereichen bringt es auch viel. Ich sehe es immer noch als Segen für die Musik an und für sich. Man sagt, dass sich noch nie so viele Leute für die Musik interessiert haben, seit die Musik etwas zugänglicher ist, auf welchem Weg auch immer. Es ist verrückt, als wir angefangen haben, war Internet kein Thema. Man hat noch Postkarten verschickt mit den Konzertdaten. Es hat sich wahnsinnig viel verändert.
hitparade.ch: Ihr hattet auch schon Wechsel in der Band. Hält man da Kontakt zu alten Weggefährten und sitzt man auch mal wieder zusammen und macht Musik oder holt sie auf die Bühne?
Adrian: Wechsel hatten wir eigentlich nur einen grossen. In den Anfängen hatten wir noch eine Schlagzeugerin bei den ersten beiden Konzerten. Aber das war nicht so einschneidend. Der Abgang von Baschi war der einzige Moment, wo sich die Band strukturell verändert hat. Er wohnt noch in Basel, und wenn man sich über den Weg läuft, dann kennt man sich noch und ist noch Freunde. Aber zusammen Musik machen ist auf jeden Fall kein Thema.
hitparade.ch: Können wir in 15 Jahren wieder zusammensitzen und über die "Best Of The Lovebugs - The 2nd Decade" sprechen?
Adrian: So wie bei Queen, das wäre noch schön. Ich finde ein "Best Of" etwas Schönes, vergleichbar mit Naked damals, aber auf eine andere Art. Es ist eine Zusammenstellung, wo man sieht, was wir in dieser Zeit gemacht haben.
hitparade.ch: Und worüber werden wir sprechen in 15 Jahren?
Adrian: Hoffentlich immer noch über Musik und über hitparade.ch. Das Gute an der Sache ist, dass es Musik immer braucht. Es braucht immer neue Musik, und sie wird ihren Weg finden. Von dem her, treffen wir uns hier wieder in 15 Jahren (lacht).
hitparade.ch: Kommen wir wieder zur Top 10 der Schweizer Hitparade. Kannst du sie schnell kommentieren?
10. Shakira - She Wolf
Adrian: Finde ich ein extrem gutes Lied, vor allem, wenn man das Video sieht.
9. P!nk - Funhouse
Adrian: Pink hat ein cooles Image, ist sympathisch und hat manchmal gute und manchmal schlechte Lieder.
8. Gossip - Heavy Cross
Adrian: Finde ich unglaublich, dass sie so einen Hit landen konnten. Ich kenne die Band schon seit x Jahren und hätte mir nie vorstellen können, dass die mal in einer Top 10 auftauchen. Das freut mich doppelt, denn es taucht nicht oft eine Band im klassischen Sinn in den Top 10 der Singles Charts auf. Und das ist wieder mal passiert und das ist toll.
6. David Guetta feat. Akon - Sexy Bitch
Adrian: Ich kenne nur "When Love Takes Over". Der Titel tönt spektakulär, den Song kenne ich aber nicht.
5. Lady GaGa - Paparazzi
Adrian: Ist ein unglaubliches Phänomen. Mir ist immer ein wenig komisch, wenn man mehr über andere Sachen redet als über die Musik, und das ist bei Lady GaGa der Fall. Aber sie hat schon einige rechte Knaller abgeliefert.
4. Melanie Fiona - Monday Morning
Adrian: Bei Melanie Fiona weiss ich nur, dass sie auf der nächsten Stress-Platte singt, und das finde ich beeindruckend.
2. OneRepublic - All The Right Moves
Adrian: Das ist auch der, der die Songs für Leona Lewis macht. Er hat gerade den Nerv der Zeit getroffen - Chappeau!
1. Robbie Williams - Bodies
Adrian: Das ist Robbie Williams, und ich glaube er könnte seine WC-Spülung aufnehmen, und es wäre ein Hit. Yeah - Number 1!
interview
11.Mai 2009
In wenigen Stunden schwirren die Basler Liebeskäfer aufs internationale Parkett. Mit "The Highest Hights" vertreten sie die Schweiz am diesjährigen Eurovision Song Contest. Wir haben uns zu Frontmann Adrian Sieber nach Moskau geschaltet und haben ihn um einen Lagebericht gebeten.
hitparade.ch: Hallo Moskau - hallo Lovebugs! Seid ihr das erste Mal in Russland?
Adrian: Ja, wir sind alle hier das erste Mal hier. Eine neue Welt.
hitparade.ch: Und gibt es Leute dort, die euch schon kennen oder seid ihr völlig unbekannt?
Adrian: Wir haben in der ersten Pressekonferenz ein extrem tolles Erlebnis gehabt. Der Moderator hat uns gefragt, ob wir die Band seien mit den Songs "Under My Skin" und "Bitter Moon". Denn vor zehn Jahren sei das in Russland oft gespielt worden. Das war eine schöne Überraschung für uns, dass von damals was hängen geblieben ist.
hitparade.ch: Wie ist allgemein die Stimmung i
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n Moskau? Merkt man was vom Eurovisions-Fieber oder ist Hockey das Thema Nummer 1 wegen des gestrigen russischen Weltmeistertitels?
Adrian: Ausser in den Zeitungen ist Eishockey in Moskau kein grosses Thema. Am 9. Mai war noch der Nationalfeiertag, aber seit gestern dominiert der Eurovision Song Contest alles. Man nimmt diesen Event überall wahr. Es gibt kaum eine Strasse, wo man nicht ein ESC-Plakat sieht. Es spitzt sich also langsam zu...
hitparade.ch: Wie sieht die Medienarbeit aus? Habt ihr vor allem Interviews mit Schweizer Medien oder auch mit der internationalen Presse?
Adrian: Es ist querbeet. Oft telefoniere ich mit Leuten aus der Schweiz. Wir sind im gleichen Hotel wie die Delegation aus Israel. Mit denen haben wir ein grosses Interview gehabt. Von den Finnen wurden wir für ein Interview eingeladen, mit Schweden und Aserbeitschan haben wir geplaudert. Es ist wie eine Olympiade, wir sind alle in einem Boot und ist eine wahnsinng tolle Stimmung hier.
hitparade.ch: Inwiefern denkst du, dass man das Resultat mit dieser Medienarbeit positiv beeinflussen kann?
Adrian: Ich glaube, die Arbeit hat keinen Einfluss auf unser Abschneiden. Wenn die Lovebugs eine Runde weiter kommen, liegt es daran, dass die Leute den Song gut finden und dass wir eine gute Performance hingelegt haben. Diese Interviews sind ein Tropfen auf dem heissen Stein. Wenn es hier aber Leute hat, die sich für die Band interessieren, dann gibt man natürlich extrem gerne Interviews.
hitparade.ch: Hast du mit anderen Teilnehmern auch persönlich Kontakt oder seid ihr stark voneinander abgeschnitten?
Adrian: Wir sind gar nicht voneinander abgeschnitten. Die von der israelischen Delegation kennen wir schon seit einer Woche und wir verstehen uns extrem gut. Noa und ihre Duettpartnerin sind auch schon seit über einem Jahrzehnt im Business und da hat man automatisch viele Anknüpfungspunkte. Gestern haben wir die finnische Delegation getroffen und haben uns auch gut verstanden. Links neben uns ist die Garderobe von Andorra und rechts jene der Türkei, wir treffen die Leute also überall.
hitparade.ch: Wen siehst du als Favoriten der Veranstaltung?
Adrian: Ich halte mich ein wenig zurück mit den grossen Analysen aller anderen Teilnehmer, weil ich mich ja schlussendlich auf die eigene Performance fokussieren möchte. Aber es gibt einige ziemlich klare Favoriten. Der norwegische Beitrag und auch die Türkei werden heiss gehandelt. Vielleicht gibt es auch eine andere Überraschung. Ich lasse mich da auch gerne überraschen.
hitparade.ch: Wie ist dein Bauchgefühl vor dem ersten Halbfinale, kommt ihr weiter?
Adrian: Das kann ich nicht beurteilen. Ich würde es mir von Herzen wünschen. Aber es ist unmöglich, das einzuschätzen. Auf der einen Seite sind wir ganz klare Aussenseiter, weil wir Schweizer sind, andererseits weil wir eine Band sind. Und drittens mit dem Song, den wir haben. Vielleicht ist das aber auch ein Vorteil, man weiss es nicht. Bei einigen Polls waren wir aber nicht mal so schlecht, und die Leute haben extrem Freude, dass eine Band da ist, die ein wenig Roll n Roll in die Sache bringt. Darum haben die Leute ein wenig gewartet.
hitparade.ch: Und schon nervös vor dem Auftritt?
Adrian: Es kommt und geht, es ist ganz abhängig von der Tagesform. Im Moment bin ich sehr ruhig, mal schauen wie es morgen ist. Ich hoffe, dass das dann gleich ist, dann kommt es sicher nicht schlecht.
hitparade.ch: Bleibst du auf jeden Fall in Moskau fürs Finale oder würdest du wieder vorzeitig abreisen, falls ihr es nicht schafft?
Adrian: Man will noch nicht so recht darüber reden, was dann ist am Mittwoch. Ich glaube, das wird relativ spontan entschieden, was wir dann machen. Ich habe natürlich das Bedürfnis, meine Familie wieder zu sehen, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe und vermisse. Das wird sicher auch noch eine Rolle in der Entscheidung spielen.
hitparade.ch: Aber verstecken wie andere würdest du nicht?
Adrian: Nein überhaupt nicht. Ich finde, wir haben überhaupt nichts zu verlieren. Was auch immer geschieht, wir präsentieren uns auf eine gute Art!
interview
21.Januar 2009
Nach eineinhalb Jahren sind die Lovebugs mit ihrem neuen Album "The Highest Heights" zurück. Wir haben uns mit Adrian Sieber und Thomas Rechberger getroffen und sie über ihr neues Werk und ihren bevorstehenden Auftritt am Eurovision Song Contest gesprochen.
hitparade.ch: Momentan seid ihr gerade allgegenwärtig in den Medien. Die Nachricht von einer eventuellen Teilnahme am Eurovision Song Contest hat einen grossen Rummel verursacht, hättet ihr gedacht was ihr da auslöst?
Adrian: Wir hofften auf eine Bekanntgabe nach dem CD-Release. Somit war das für uns eigentlich das schlechteste Szenario überhaupt. Viel lieber wäre es uns gewesen, wenn die Leute die CD einfach so für sich entdeckt hätten. Aber jetzt wurde die Nachricht schon früher veröffentlicht, und das können wir auch nicht mehr ändern. Den Reaktionen nach können wir sogar sagen, dass es gut so ist.
hitparade.ch: Die Meinungen zu dieser Idee, am ESC mitzumachen,
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gehen weit auseinander, auch unter den Fans. Die meisten finden die Idee spitze, andere wie etwa euer ehemaliger Produzent Chris von Rohr, schüttelt ungläubig den Kopf. Wie waren die Reaktionen in eurem Umfeld?
Adrian: Grundsätzlich herrschte überall grosses Erstaunen über die Meldung, da dies bisher wirklich unser Geheimnis war.
hitparade.ch: Wie kamen die Lovebugs überhaupt dazu, am Eurovision Song Contest teilzunehmen?
Adrian: Die Eurovisions-Geschichte beschäftigt die Lovebugs schon länger, bereits vor 10 Jahren fand ich, dass wir dort mitmachen sollten! Ich persönlich verfolge den Wettbewerb nämlich schon seit Kindesjahren. Es dauerte einfach eine Weile, bis ich meine Bandkollegen überzeugen konnte. Vielleicht stimmten sie nur zu, damit ich endlich Ruhe gebe! (lacht)
hitparade.ch: Was alle Eurovision Fans brennend interessiert, ist die Frage, mit was für einem Song ihr da auftretet. Dürft ihr schon etwas verraten?
Adrian: Ja, der Song ist auf unserem neuen Album zu finden. Und es ist keine Ballade!
hitparade.ch: Habt ihr euch schon Gedanken gemacht, wie ihr die Jury von euch überzeugen wollt?
Thomas: Extra einen Tanzkurs besuchen und eine Choreografie einstudieren werden wir garantiert nicht. Wir treten am ESC als Lovebugs auf, einfach so wie die Leute uns kennen, denn so fühlen wir uns am wohlsten.
hitparade.ch: Was habt ihr persönlich für Erwartungen an euch und die Show?
Adrian: Spass! Wir wollen etwas erleben und sind total gespannt auf Moskau. Den Final erreichen wäre natürlich auch super. Aber als Schweizer Teilnehmer haben wir es bestimmt nicht leicht. Wir geben unser Bestes!
hitparade.ch: Hättet ihr denn auch teilgenommen, wenn es einen Schweizer Vorentscheid gegeben hätte?
Adrian: Ich weiss gar nicht... Das haben wir uns nicht so genau überlegt, aber ich denke eher nicht.
hitparade.ch: Fertig Eurovision. "The Highest Heights" heisst euer neues Album, benannt nach einem Track auf der CD. Wie kam es zu diesem Titel?
Adrian: Im Song geht es um unser Band-Dasein, das mir manchmal wie ein kleines Universum erscheint. Sich zusammen verkriechen um Songs aufzunehmen, 24 Stunden am Tag daran arbeiten und nach einem halben Jahr eine CD veröffentlichen. Das kommt mir manchmal vor wie ein Sprung von einem hohen Gipfel. Das ganze Projekt aus den Händen geben und hoffen, dass es den Leuten gefällt.
hitparade.ch: Wie seid ihr auf die ganze Aufmachung gekommen? Braucht es da eine 3D-Brille, um sich das CD-Cover anzuschauen?
Adrian: (lacht) Das ist ein schlechter Druck! Wir arbeiten seit längerem mit dem gleichen Grafiker zusammen, der die Idee irgendwie abgefahren fand.
hitparade.ch: Ihr eröffnet die CD mit einem zweieinhalb-minütigen Intro, das etwas an 80s-Hardrockballaden erinnert. Allgemein hören wir viele Synthies, jedenfalls mehr als auch schon. Was inspirierte dazu?
Thomas: Meiner Meinung nach findet der Hörer auf diesem Album nicht mehr Synthies als auf dem Letzten. Die Idee war einfach, alle Songs so zu spielen, dass sie auch live funktionieren. Adrians Rhythmus-Gitarre, die bisher immer sehr zentral war, strichen wir von Anfang an. Dadurch veränderte sich das Klangbild natürlich schon ein wenig.
hitparade.ch: Was hat sich in den letzten 15 Jahren verändert, wenn es um ein neues Album geht. Bereitet ihr euch anders vor?
Adrian: Das ist schwer zu sagen. Jedes Album bildet eine Geschichte für sich. Bei dieser CD ist sicher speziell, dass wir vor den Aufnahmen ein halbes Jahr Pause hatten. Eine für uns enorm wichtige Zeit. Jeder von uns konnte sich seinen eigenen Projekten widmen. Durch diese Auszeit fanden wir uns sehr schnell wieder, darum dauerten die Aufnahmen für das neue Album nicht so lange.
hitparade.ch: Wie haben sich die Texte verändert? Will oder kann man noch über dasselbe singen wie noch vor ein paar Jahren?
Adrian: Ich habe mir noch nie überlegt, was unser generelles textliches Fazit ist. Im Vergleich zum letzten Album, bei dem wir eher "auf der Suche" waren, können wir jetzt sagen, "das ist unser Leben und wir finden unser Leben gut!".
hitparade.ch: Euer Album ist eigentlich in zwei Stile geteilt, entweder ruhigere balladeske oder zügige Rocksongs. Gab es da lange Diskussionen, welche und wie viele Songs aufs Album kommen und in welcher Reihenfolge?
Thomas: Die Auswahl ist jedes Mal ein wichtiger Prozess für die Lovebugs. Nach den ersten Aufnahmen haben wir meistens doppelt so viele Songs wie eigentlich auf einem Album Platz haben. Dieses Mal war es diesbezüglich ein wenig anders. Ausserdem hatten wir noch unseren Produzenten, der überall seine Meinung dazu äussern konnte und uns die Auswahl vereinfachte.
Adrian: Für mich zeigt sich deutlich, dass "The Highest Heights" eine CD ohne Kompromisse ist. Entweder sind die Songs rockig oder eben nicht, wir wollten uns nicht an Klischees bedienen.
hitparade.ch: In eurem Kalender stehen rund 20 Live-Termine bis ende März. Wird die Tour noch verlängert, abgesehen von den Open-Airs?
Adrian: Wir hoffen natürlich sehr, die Tour im Herbst zu verlängern. Andererseits werden wir einige Auftritte an Musikmessen in England und Amerika haben, dafür brauchen wir noch freie Termine.
hitparade.ch: Habt eure Teilnahme am Eurovision Song Contest Einfluss auf eure Tour?
Thomas: Nein. Meistens erscheinen die Releases im Ausland verzögert, darum wissen wir jetzt noch nicht genau, wann wo was passiert. Wegen dem Eurovision Song Contest werden wir jedoch kaum alles umplanen und ändern. Denn wie gesagt, gehen die Lovebugs ohne spezielle Strategie nach Moskau.
Adrian: Durch den Wettbewerb erhoffen wir uns auch nicht unbedingt Eroberungen von neuen Territorien.
hitparade.ch: 10 Alben in 15 Jahren ist keine schlechte Bilanz. Wollt ihr weiter in einem solchen Tempo fortfahren oder nimmt man es gemütlicher? Bremst der immer höher werden Anspruch an die eigene Qualität, wie man das bei anderen populären Bands in letzter Zeit öfters vernimmt, vielleicht auch die Lovebugs?
Adrian: Eigentlich ist es total einfach: Wenn die Inspiration da ist, wird ein Album aufgenommen.
hitparade.ch: Adrian, du hast bereits ein Soloalbum veröffentlicht. Kommt da wieder eins nach diesem Album, hast du dir schon etwas überlegt?
Adrian: Nein, gar nicht. Meine "Solozeit" war sehr gut und auch wichtig für mich. Aber momentan läuft mit der Band alles so reibungslos, da denke ich vorläufig nicht daran, wieder alleine eine CD aufzunehmen.
hitparade.ch: Bald soll es ja noch einen Fanclub geben. Anscheinend sind da ein paar Girls intensiv daran. Ihr geltet im Allgemeinen als sehr fannah. Wie wichtig ist dieser "Fankontakt" für euch und was würdet ihr euch von einem eigenen Fanclub erhoffen?
Adrian: (überlegt) Du stellt wieder Fragen... (lacht) Natürlich schätzen wir unsere Fans sehr, sie hören unsere Musik und unterstützen uns massgebend. Ich hoffe, dass wir nie irgendwelche Starallüren entwickelt haben, das wäre fehl am Platz. Dem Fanclub überlassen wir es selbst, was sie dann genau machen. Wir werden aber sicher schauen, wie sich das alles entwickelt. Mich persönlich freut es sehr, dass wir Fans haben, die diese Idee ernsthaft verwirklichen wollen!
hitparade.ch: Kommen wir zur Top 10 der Schweizer Hitparade. Könnt ihr sie kommentieren?
10. The Killers - Human
Thomas: Eine Band die ich in ihren Anfängen extrem cool fand. Das neuste Album fand ich jedoch katastrophal. Je länger, ich es höre je besser gefällts mir jedoch!
Adrian: Mir gefällt "Human" sehr gut.
9. P!nk - Sober
8. P!nk - So What
Adrian: Ah, gleich zwei Mal P!nk? Das ist doch unfair! Ich finde man dürfte bloss ein Song in den Top 10 haben, dann gibt es mehr Platz für andere
(lacht) Pink ist jedenfalls cool!
7. Beyoncé - If I Were A Boy
Adrian: Ist fast das Gegenteil von "I Kissed A Girl", oder?
Thomas: Interessiert mich nicht, das Lied.
Adrian: Genau, wenn R'n'B, dann am ehsten jener aus den 60ern Jahren.
6. Bligg - Rosalie
Adrian: Sensationell, sein Erfolg! Hätte nie gedacht, dass es je einen Künstler geben würde, der Hackbrett mit Rap verbindet. Eine einmalige Sache.
5. James Morrison feat. Nelly Furtado - Broken Strings
Adrian: Gefällt mir extrem gut! Schöner, unauffälliger Song.
4. Leona Lewis - Run
Thomas: Weiss nicht genau welcher Song das ist?!
Adrian: Doch, das ist das Snow Patrol-Cover!
Thomas: Die hat ein Snow Patrol-Cover?
Adrian: Kennst du das nicht? Das Cover geht gar nicht! Das ist DER Snow Patrol-Song und den covert man nicht einfach so...
2. Guru Josh Project - Infinity 2008
Adrian: Hab ich auch schon gehört, aber kenne ich zu wenig.
1. Katy Perry - Hot N Cold
Thomas: Das ist die mit "I Kissed A Girl", oder?
Adrian: Genau. Das Lied ist auf Platz eins, also sicher sehr gut. (lacht)
hitparade.ch: Und da ihr in 4 Monaten in Moskau uns am Song Contest vertretet, hier noch die letzten Sieger und Schweizer Beiträge:
2008: Dima Bilan - Believe
Adrian: Die Performance war cool!
CH: Paolo Meneguzzi - Ero stupendo (Halbfinale Platz 13)
Adrian: Ich fand den Song noch recht cool, auch wenn er nicht ganz in unserem musikalischen Bereich liegt.
2007: Marija Serifovic - Molitva
Adrian: Simpler Song, aber die Sängerin hat eine mega Stimme. Genau darum geht es im ESC finde ich. Um gute Musik!
CH: DJ Bobo - Vampires Are Alive (Halbfinale Platz 20)
Thomas: Ich hätte mir mehr für ihn erhofft! Meiner Meinung nach passte er ganz gut in den ESC mit seiner Mischung aus Show und Musik.
Adrian: Es war halt ein wenig wie "Lordi light" mit ein wenig Grusel.
2006: Lordi - Hard Rock Hallelujah
Adrian: Einerseits extrem lustig, andererseits zeigten Lordi deutlich die Grenzen des Wettberwerbs und hinterliessen dementsprechend viele Fragezeichen über den Sinn des ESC.
CH: Six4One - If We All Give A Little (Platz 17)
Adrian: Kann ich mich nicht mehr erinnern.
Thomas: Ich auch nicht.
interview
01.Oktober 2006
Die Lovebugs, deren aktuelle Single es gerade in die Top 10 der Schweizer Hitparade geschafft hat, sind momentan auf Tournee. Wir haben Adrian und Thomas im Kaufleuten getroffen und einige Fragen stellen dürfen
hitparade.ch: War es schon immer ein Ziel von euch, den bürgerlichen Beruf an den Nagel zu hängen, um von der Musik leben zu können, oder wurde aus dem Hobby der Beruf?
Adrian: Insgeheim war es natürlich immer ein Traum. Ich hab schon als kleiner Bub Schlagzeug gespielt und immer gesagt, ich wolle später mal in einer Rockband spielen. Das ganze hat ja als Schülerband angefangen, aber damals hatten wir eigentlich keine Karrierepläne, sondern machten es einfach immer so, wie wir es als richtig empfunden hatten.
hitparade.ch: In welchen Situationen spürt ihr, dass ihr den Durchbruch geschafft habt?
Adrian: Das ist so eine Sache mit dem Durchbruch. Ich habe keine Ahnung, ob wir den Durchbruch geschafft haben oder nic
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ht. Es ist ja ein sehr relativer Begriff. Für mich zählt einfach, dass wir das als Beruf machen und auch davon leben können. Auch dass wir selber bestimmen können, was und wie wir etwas tun möchten und was nicht. Das ist für mich der Durchbruch.
hitparade.ch: Wie steht ihr zu den Retortenbands, denen von Beginn an alles in den Schoss gelegt wird?
Thomas: Das sind irgendwie zwei ganz verschiedene Welten. Und auch denen wird nichts in die Wiege gelegt. Alle meinen anfangs, die sind super! Aber man sieht ja, wieviele dieser Künstler ein Jahr später noch aktuell sind und längerfristig Erfolg haben können. Bei denen wird es beim zweiten Schritt auch steinig.
Adrian: Ich bin einfach froh, dass wir nicht so eine Band sind. Ich hätte das nie so gewollt und hätte es wohl auch nicht gekonnt.
hitparade.ch: Verfolgt ihr denn die Castingshows?
Thomas: Also vom Musikalischen her interessiert es mich eigentlich überhaupt nicht. Aber an einem Sonntag Abend ein bisschen Castingshows zu schauen, finde ich trotzdem lustig. Einfach um mich zu amüsieren. Aber die Musik, die dort performt wird und auch die, die später im Radio kommt, finde ich meistens nicht sehr interessant.
hitparade.ch: Verfolgt ihr regelmässig, was Fans in Foren und auf Musikseiten über euch schreiben?
Adrian: Ja natürlich. Für uns ist das Internet zu einem extrem wichtigen Instrument geworden. Es ist auch eine Art Gradmesser um abzuchecken, was gut ankommt und was die Leute denken. Man sollte sich dann aber trotzdem nicht allzu sehr davon beeinflussen lassen.
hitparade.ch: Gibt es einen Song von euch, den ihr selber gar nicht mehr mögt?
Adrian: Das wechselt immer sehr schnell. Man hat halt seine Lieblingslieder, das kommt immer phasenweise. Wir haben grosse Diskussionen über Setlisten. Wir haben mittlerweile eine lange Geschichte hinter uns und daher viele Songs zur Auswahl. Man kann halt nicht alles spielen. Vielleicht muss dann halt mal ein Song, den die Fans lieber mögen als wir, in der Kiste bleiben. Dafür spielen wir vielleicht eine besondere Perle, die wir irgendwo ausgegraben haben.
hitparade.ch: Gibt es eine Band, mit der ihr besonders gerne zusammenarbeiten würdet?
Adrian: Da fällt mir spontan niemand ein. Wir hatten ja gerade eine super Zusammenarbeit mit Lene. Von dem her sind schon einige Wünsche in Erfüllung gegangen. Ich fände es sehr spannend, mal mit Künstlern zusammenzuarbeiten, die musikalisch von einem völlig anderen Planeten kommen. Vielleicht hätte ich Lust, mal wieder etwas mit einem Orchester zu machen. Oder vielleicht sogar Jemand aus dem Hip Hop Bereich. Das haben wir noch nie gemacht. Das wäre sicher interessant zum Ausprobieren.
hitparade.ch: Du hast gerade Lene Marlin angesprochen. Mit Avalon habt ihr das erste Mal die Top 10 der Schweizer Single-Hitparade erreicht. Habt ihr erwartet, dass das die erfolgreichste Single sein wird?
Thomas: Damit kann man eigentlich nie rechnen. Ich fand den Song aber schon immer sehr stark. Er ist sehr speziell. Und es ist für uns ein riesen Glück. Wir haben uns immer sehr als Album-Band gesehen. Wir haben das Album eigentlich immer mehr gewichtet als die einzelnen Songs. Jetzt ist es aber umso schöner, dass wir einen Top 10 Hit haben.
hitparade.ch: Lene Marlin hat ja besonders in Italien eine sehr grosse Fangemeinde. Habt ihr euch überlegt, Avalon auch dort zu veröffentlichen?
Adrian: Ja, darüber haben wir nachgedacht und sind auch bereits dabei. In Norwegen wie in Italien möchten wir sehr gerne, dass dieser Song rauskommt. Auch Lene möchte den Song in diesen Ländern veröffentlichen. Ihre Fans möchten den Song natürlich auch kaufen. Und wie ich bereits im Internet gelesen habe, finden ihre Fans den Song sehr cool. Das wird also auf jeden Fall in nächster Zeit passieren.
hitparade.ch: Und wie sehen sonst eure Pläne im Ausland aus? Ihr wart ja auch schon in Asien unterwegs.
Adrian: Ja, da möchten wir gerne wieder hingehen. Momentan gibt es sogar ein japanisches Label, das reges Interesse zeigt. Könnte sein, dass die Tour in diesen Gebieten etwas ausgedehnt wird. In Deutschland kommt das Album auch bald raus. Es kommt eine spannende Zeit auf uns zu, wir sind ja in einer neuen Konstellation. Mit unserer jetzigen Plattenfirma haben wir viele neue Möglichkeiten. Es gibt fast kein Tag an dem nicht irgendwelche Nachrichten hereintropfen von interessierten Leuten. Neulich rief einer aus Australien an, er fände unsere Musik sehr cool, wir sollen doch dort auftreten, er würde gerne unsere Platte rausbringen. Das ist für uns eine wirklich fantastische Zeit.
hitparade.ch: Die Reamonn-Tour, bei der ihr als Vorgruppe aufgetreten wärt, wurde ja auf den Frühling verschoben. Seid ihr da trotzdem noch dabei?
Adrian: Ja, wir werden "mitverschoben",
hitparade.ch: Was war es für ein Gefühl für euch, vor einer weltberühmten Band wie den Rolling Stones auftreten zu dürfen?
Thomas: Es war genial, dass wir das machen durften. Es war eine grosse Ehre. Viel mehr als das kann man, glaube ich, nicht erreichen, als Support einer grossen Band. Es war sehr eindrücklich, vor so vielen Leuten spielen zu dürfen. Aber wenn wir ehrlich sind, ist eine eigene Show, wo man seine eigene Bühne, seine eigenen Fans und sein eigenes Licht hat, sehr viel intensiver. Die Leute kommen dann auch, weil sie uns hören möchten. Dann können wir ihnen das bieten, was sie hören möchten, und können viel tiefer ins Material gehen. Das ist schon etwas anderes, als rasch auf die Bühne zu kommen um gleich wieder zu gehen.
hitparade.ch: Was ist für euch der ausschlaggebende Punkt, dass ein Konzert für euch perfekt ist, und es euch in Erinnerung bleibt?
Adrian: Das hat viel mit dem Publikum zu tun. Dieses Hin und Her an den Konzerten, das das Ganze auch spannend macht. Wir sind ja immer die gleichen fünf Leute, wir spielen immer ähnliche Lieder auf dieser Tour. Und was es dann speziell macht ist die Frage, wie gut es bei den Fans ankommt und was von den Leuten zurückkommt. Das gibt so ein Hin und Her. Es ist lustig, wenn irgendwelche Katastrophen passieren, wenn Fehler passieren und Sachen schief gehen, gibt es auf einmal Schwung in die Sache und daraus entstehen die lustigsten Abende. Man kann es im Vornherein nie sagen, das macht es auch spannend.
hitparade.ch: In der neuen Swisscom Werbung mit Beck & Bondi läuft euer Song "Crush" im Hintergrund. Wie wär's mit einem Gastauftritt in der Serie?
Adrian: Darüber haben wir ehrlich gesagt noch nie nachgedacht. Was den zum Beispiel für eine Rolle?
hitparade.ch: Vielleicht als neue Lover von Sara Beck?
Thomas: Das sehen wir dann noch (lacht).
hitparade.ch: Was würdet ihr machen, wenn ihr im Lotto eine Million gewinnen würdet?
Thomas: Es gibt immernoch ein paar Gitarren, die man kaufen könnte. Da könnte ich die Finger wohl nicht davon lassen. Ich würde wahrscheinlich ein bisschen Material einkaufen. Und sicher fett in die Ferien gehen.
Adrian: Mir geht es ähnlich. Ein paar fette Feste feiern auch noch.
hitparade.ch: Wenn ihr die Rollen innerhalb der Band tauschen könntet - Wie würde das aussehen?
Adrian: Für mich ist es klar. Eigentlich würde ich eh am liebsten Schlagzeug spielen in dieser Band. Aber da niemand anderer singen wollte, musste ich halt singen (lacht). Also ursprünglich bin ich Schlagzeuger, und kenne daher beide Seiten. Beides hat was Besonderes. Der Schlagzeuger ist halt der, der die ganze Sache ein bisschen zusammenhält, hinten sitzt und den Überblick hat. Er kann das ganze anschieben. Das ist schon was Tolles.
Thomas: Ich find Bass ziemlich cool. Ich hatte mit anderen Bands auch schon Auftritte als Bassist. Immer das, was man nicht hat, ist spannend. Es hat mir damals sehr gefallen. Ich würde also mit Flö das Instrument tauschen. Er kann saugut Gitarre spielen, von daher würde das funktionieren. Dann müsste Simon singen. Oder noch besser: Stefan würde singen und Simon könnte Keyboarden. Oh je, dann gäb's nur noch C-Dur! (lacht).
Adrian: Wir haben auf der vorletzten Tour mal eine Rochade gemacht während eines Auftritts. Das war lustig. Ich glaube vorallem für uns.
hitparade.ch: Wie bei allen anderen auch, kommen wir nun zu den aktuellen Top 10, die ihr mal bewerten könnt.
10. Lovebugs feat. Lene Marlin - Avalon
Adrian: Kenne ich nicht (lacht). Wir sind sehr stolz, dass wir mit Lene zusammen einen Song machen durften. Es war eine tolle Zusammenarbeit. Es war alles so unkompliziert. Es ging nicht um einen Businessplan und um Plattenfirmen und solche Sachen. Ich habe ihr eine Mail geschrieben, habe ihr ein mp3 geschickt, und eine Woche später kam sie in die Schweiz, um den Song mit uns aufzunehmen. Wir waren natürlich ein wenig Fan von ihr, sonst hätten wir sie ja nicht gefragt.
Thomas: Als ihre erste Single am Radio kam, dachten wir immer: Die hat was. Und obwohl ihre Musik immer sehr im Pop-Bereich liegt, spürte man: Diese Frau hat wirklich etwas Tiefes zu sagen. Das ist etwas, das für mich sehr zählt, bei jeder Art von Musik.
Adrian: Es ist noch dieses Jahr ein weiterer Live-Auftritt mit ihr in der Schweiz geplant.
9. Nelly Furtado - Maneater
Thomas: Nelly Furtado finde ich super. Ich glaube ich muss mal in die neue Platte reinhören. Ich finde diese und auch die neue Single von ihr recht geil. Hätte nie gedacht, dass die sich noch so entwickelt. Wirklich sehr cool.
Adrian: Ich finds auch cool. Zuerst habe ich mich darüber aufgeregt, weil es ja den Maneater-Song gibt von Daryl Hall & John Oates. Da dachte ich zuerst: Das kann man doch nicht machen. Aber sie hat daraus ein super eigenes Ding gedreht. Gefällt mir sehr gut.
8. The Pussycat Dolls feat. Snoop Dog - Buttons
Adrian: Das ist doch der Song, der gut aussieht, aber nicht so gut klingt. Ein Song, bei dem man den Lautsprecher durchaus auch leiser stellen kann.
7. Gnarls Barkley - Crazy
Adrian: Ein interessantes Projekt. Das ganze ist spannend und aufregend. Es wurde ja über MySpace bekannt und wurde so schliesslich zum Hit.
6. Evanescence - Call Me When You're Sober
Thomas: Ich hab's nicht im Ohr. Aber ich find die Band nicht so toll. Entweder mag man eine Stimme, oder man mag sie nicht. Diese Stimme ist eine, die mir sehr auf den Geist geht.
5. Tiziano Ferro - Stop! Dimentica
Adrian: Irgendwie find ich das geil. Es ist so 80ties mässig. Irgendwie ist es seltsam. Aber ich finde, es hat was.
4. Justin Timberlake - SexyBack
Thomas: Justin Timberlake find ich grundsätzlich sehr cool. Die neue Platte wird brutal gehiped, alle finden sie sei super. Ich habe da noch nicht reingehört. Die Single kenne ich, der Song ist am Anfang auch etwas gewöhnungsbedürftig, aber mittlerweile finde ich ihn okay.
Adrian: Das ist ja auch so eine Timbaland-Produktion. Das hört man sofort. Der hat jetzt ziemlich viel auf's Mal produziert. Also Nelly Furtado gefällt mir da schon besser.
3. Robbie Williams - Rudebox
Adrian: Ich find es cool, wie er rockt mit dem Song. Aber ich fand die Sachen, die er mit Guy Chambers gemacht hat einfach besser, das war eine magische Kombination.
Thomas: Könnte sein, dass Guy wieder kommt.
Adrian: Fände ich eine gute Idee.
2. Scissor Sisters - I Don't Feel Like Dancin'
Adrian: Das finde ich recht erfrischend. Es klingt total nach den Bee Gees. Und auch sonst nach allem aus den 70ern. Ich finde, es kommt wirklich erfrischend daher. Ich habe das ganze Album, es ist wirklich erfrischend.
1. Rihanna - Unfaithful
Thomas: Entweder hat man dieses neue R'n'B-Zeugs gerne oder nicht. Und ich mag es nicht. Wennschon, dann lieber der alte R'n'B. Oder dieser neue Typ, der James Morrison. Der ist geil.