Interviews mit
interview
08.Mai 2012
Get the
Ausverkaufte Tourneen, Chartrekorde in ganz Europa, Platin bis zum Abwinken und Gewinne bei den Swiss Music Awards und beim Echo. Amy Macdonald hat mit ihren 24 Jahren schon so gut wie alles erreicht. Sie hat sich ein Jahr Zeit genommen für ihr neues Album, das in dieser Woche erscheint. Wir haben sie zum Interview eingeladen.
hitparade.ch: Du warst nun schon sehr oft in der Schweiz. Auf twitter konnten deine Follower lesen, dass du Zürich liebst. Was ist an Zürich so speziell?
Amy: Immer wenn ich bisher in Zürich war, hatte ich eine schöne Zeit. Der gestrige Tag zum Beispiel war sehr lang und anstrengend, ich gab viele Interviews. Am Abend gingen wir ins Kino und assen lecker und genossen es, herumzuspazieren. Es fühlte sich gut an, wieder zurück in Zürich zu sein!
hitparade.ch: Wie gut kennst Du den Rest der Schweiz?
Amy: Ich war schon an einigen Orten in diesem schönen Land. Aber wie auch in Zürich ha
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tte ich bisher nie die Zeit, alles auszukundschaften. Was ich jedoch bisher gesehen habe, gefällt mir sehr!
hitparade.ch: Du hast eine einjährige Auszeit genommen. Wie hast du diese Zeit genutzt?
Amy: Nach vier Jahren ständigem Unterwegssein wollte ich wieder einmal Zeit zu Hause verbringen, Zeit für mich selbst haben. Das Relaxen und Nachdenken war zudem sehr inspirierend, so fiel mir auch das Songwriting nicht schwer. Ich bin froh, dieses Jahr so verbracht zu haben.
hitparade.ch: Dann bist du in dieser Zeit nicht viel gereist, sondern möglichst zu Hause geblieben?
Amy: Genau, reisen war das letzte, das ich wollte. Arbeiten heisst für mich reisen; unterwegs sein; Flughäfen; aus dem Koffer leben; dies versuchte ich während meiner Pause möglichst zu vermeiden. Ich genoss die Zeit daheim.
hitparade.ch: Kannst du daheim immer noch dein normales, anonymes Leben führen?
Amy: Ja, absolut! Die Leute sind diesbezüglich sehr respektvoll. Ich bin froh, professionell Musik zu machen und trotzdem daneben mein eigenes Leben führen zu können.
hitparade.ch: Wie veränderte sich die Beziehung zu deinen Freunden, seit du ein Star bist?
Amy: Da hat sich nichts verändert. Ich habe immer noch dieselben Freunde wie zu meiner Schulzeit. Sie sind stolz auf mich und unterstützen mich, wo sie können. Wenn ich wieder daheim bin, sprechen wir über den gleichen Quatsch, wie wir es immer taten. Ich schätze es, mich jederzeit auf sie verlassen zu können.
hitparade.ch: Dann benehmen sich deine Freunde dir gegenüber immer noch gleich?
Amy: Genau, die benehmen sich nicht anders mir gegenüber. Das hilft mir sehr, am Boden zu bleiben.
hitparade.ch: Dein neues Album "Life In A Beautiful Light" wurde am Freitag, dem 13. April angekündigt und die Single am selben Tag an die Radiostationen geschickt. Zudem beinhaltet die CD 13 Tracks. Bringt dir die Zahl 13 Glück oder ist alles ein Zufall?
Amy: Im Gegensatz zu vielen Leuten glaube ich nicht an die Unglückszahl 13. Ich bin nicht abergläubisch, darum denke ich, das war bloss ein Zufall.
hitparade.ch: Vorhin sagtest du, während deiner Auszeit hättest du viel Zeit fürs Songwriting gehabt. Wann begannen die Arbeiten für dein neues Album?
Amy: Letztes Jahr. Zwei Lieder waren aber bereits im Vorhinein entstanden, noch während meiner letzten Tour. Die restlichen Songs schrieb ich zwischen Januar und September 2011.
hitparade.ch: Hast du dir für "Life In A Beautiful Light" mehr Zeit genommen als für deine früheren CDs?
Amy: Ja, definitiv. Ich stand weniger unter Druck, konnte mir Zeit nehmen für das Album und alles so machen, wie ich wollte. Der ganze Entstehungsprozess geschah durch die viele Zeit viel natürlicher.
hitparade.ch: Ist es für dich inzwischen bereits Gewohnheit, Songs zu schreiben oder fällt es dir umso schwerer, da du schon so viele Ideen verwendet hast?
Amy: Das kommt auf die Inspiration an. Wenn mich etwas wirklich inspiriert, dann fällt mir das Schreiben leicht. Glücklicherweise hatte ich für diese CD genügend Ideen.
hitparade.ch: Was schreibst du zuerst, den Text oder die Musik?
Amy: Wenn ich eine Idee habe, greife ich zu meiner Gitarre und beginne mit Akkorden und einem Background, über den ich dann die Lyrics lege.
hitparade.ch: Passend zum Track "Slow It Down" ist deine Musik ein wenig ruhiger geworden.
Amy: Findest du?
hitparade.ch: Dann war das also keine Absicht?
Amy: Es ist lustig, wie jeder das neue Album anders wahrnimmt. Dass die Lieder ruhiger seien, hat bisher noch niemand gesagt. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass ich mir nie im Vorhinein überlege, wie ein Lied klingen soll. Die Songs entstehen einfach, je nach Gefühl und ich versuche das nicht in eine bestimmte Richtung zu lenken.
hitparade.ch: Wie viele Songs hast du geschrieben?
Amy: Ich habe nicht bücherweise Songs geschrieben, sondern fünfzehn. Die meisten entstandenen Lieder sind jetzt auch auf der CD.
hitparade.ch: Wie deine bisherigen Alben hat Pete Wilkinson auch "Life In A Beautiful Light" produziert. Kamen Anfragen von anderen Produzenten?
Amy: Nein, ich schätze die Arbeit mit Pete sehr. Wir verstehen uns ausgezeichnet und haben unsere eigene Art, zusammenzuarbeiten. Ich vertraue ihm meine Songs gerne an und kann auch Wünsche einbringen oder sagen, was mir nicht gefällt.
hitparade.ch: Nach zwei veröffentlichten Alben weisst du bereits, wie dich dein Produzent Pete Wilkinson unterstützen kann. Ändert das die Herangehensweise beim Songwriting?
Amy: Nein, ich gehe dabei immer noch gleich vor wie zu Beginn. Dieses Mal fühlte sich der Schreibprozess sogar beinahe wieder wie beim ersten Album an, da ich so viel Zeit hatte. Ich lebte ein ganzes Jahr mit den Songs in ihrer Akustik-Version, erst anfangs dieses Jahres ging ich damit ins Studio.
hitparade.ch: Bisher hattest du noch keine Featurings auf deinen Alben.
Amy: Genau, das hat sich bis jetzt nicht ergeben. Mein Team und ich waren total auf meine Songs fokussiert. Aber ich denke, wenn mich zum Beispiel Bono fragen würde, ob er bei mir mitsingen dürfe, liesse sich das bestimmt sofort einrichten
hitparade.ch: Dann bist du also nicht prinzipiell gegen solche Zusammenarbeiten?
Amy: Nein, überhaupt nicht, aber das ist einfach so passiert.
hitparade.ch: Das Album heisst "Life In A Beautiful Light" wie auch ein Song davon. Warum hast du diesen Titel als Album-Titel ausgewählt?
Amy: Ich finde, mein neues Album kommt positiv daher. Der Titel umschreibt und erklärt den Inhalt der CD passend, die perfekte kleine Lebensweisheit.
hitparade.ch: Das Album beginnt mit "4th Of July" und der amerikanischen Nationalhymne. Gibt es Pläne, es wieder in Amerika zu versuchen?
Amy: Nein, bisher nicht, ich habe den Song auch nicht deswegen geschrieben. New York, eine meiner Lieblingsstädte, inspirierte mich zu "4th Of July". Ich bin zufrieden, mich momentan auf meine Heimat, die Schweiz und den Rest Europas zu konzentrieren - hier darf ich auf grossen Support zählen.
hitparade.ch: Gibt es einen Song, der dir auf diesem Album am meisten bedeutet?
Amy: Sie bedeuten mir alle sehr viel, sie sind wie meine Babies, die ich grossgezogen habe. Ich kann nicht sagen, welchen ich am besten finde. Auf das ganze Album bin ich sowieso speziell stolz.
hitparade.ch: Und welcher ist der persönlichste Song?
Amy: Der persönlichste Song ist wahrscheinlich "Left That Body Long Ago". Darin geht es um meine Grossmutter, die unter Alzheimer litt. Es ist schwierig, wenn jemand, den man liebt, einen nicht mehr erkennt. Meine Mutter sagte mir darum immer: "Keine Angst, das ist nicht mehr deine Oma, sie hat uns verlassen und liess diesen Körper zurück." - Diese Ansicht vereinfachte es mir, damit umzugehen. Der Song soll Leuten helfen, die Ähnliches durchmachen.
hitparade.ch: In unserem letzten Interview gestandest du, vor der Veröffentlichung deines zweiten Albums nervöser gewesen zu sein als beim ersten. Wie ist es diesmal?
Amy: Ich fühle mich weniger nervös. Es kommt mir eher vor wie damals beim ersten Album. Ich denke, das liegt daran, dass ich mir so lange Zeit genommen habe. Aber ein bisschen Nervosität ist natürlich trotzdem da und ich hoffe, dass alles gut geht!
hitparade.ch: Am 8. Juni erscheint dein Album, am selben Tag beginnt auch die Fussball-Europameisterschaft. Ist das ebenfalls ein Zufall?
Amy: Ja, das ist auch ein Zufall, aber ein ziemlich cooler - finde ich. Vielleicht wird das Album so etwas wie der Soundtrack zur Europameisterschaft.
hitparade.ch: Da Schottland wie auch die Schweiz nicht dabei sind, welche Mannschaft unterstützt du?
Amy: Ich denke, ich bin für Deutschland. Neben der Schweiz bekomme ich dort immer grossartige Unterstützung. Und der deutsche Trainer wurde in einem Interview gefragt, was seine Lieblingsmusik sei, und er antwortete "Amy Macdonald". So muss ich auch ihn unterstützen *lacht*
hitparade.ch: Wirst du überhaupt Zeit haben, die Spiele zu verfolgen?
Amy: Ich bin dann unterwegs an verschiedenen Festivals, werde aber versuchen, es mir einzurichten. Meine Band ist glücklicherweise genauso fussballverrückt wie ich!
hitparade.ch: Auch dieses Mal hast du eine Deluxe Edition des Albums lanciert. Was für Extras wird es darauf geben?
Amy: Es richtet sich an Leute, die gerne ein wenig mehr mögen, zum Beispiel Akustik-Songs. Einige der Lieder werden auf der Deluxe-Edition in der Anfangs-Version, rein akustisch, zu hören sein.
hitparade.ch: Es gibt auch noch die Super-Deluxe-Edition mit einer DVD.
Amy: Ja, das ist eine Box. Ich wollte ein spezielles Dankeschön für meine Fans herausgeben. Viele von ihnen möchten alles von mir haben, dann ist diese tolle Box mit Fotos und DVDs genau das Richtige.
hitparade.ch: Diesen Sommer trittst du an zwei Festivals in der Schweiz auf. Ist auch noch eine Tour geplant?
Amy: Bisher nicht. Wir wollen unbedingt mit dem Album auf Tour gehen, noch fehlt einfach der definitive Zeitpunkt.
hitparade.ch: Kommen wir zur Top 10 der Album-Charts. Kannst du sie kommentieren?
Bastian Baker - Tomorrow May Not Be Better
Amy: Er spielt am gleichen Tag am Montreux Jazzfestival, soviel ich weiss. Da wir auf derselben Bühne spielen, kann ich mir seine Show wahrscheinlich auch anschauen.
Adele - 21
Sie feiert wirklich enorme Erfolge überall auf der Welt - das ist super!
Jack White - Blunderbuss
Amy: The White Stripes mag ich sehr. Bisher hatte ich leider keine Gelegenheit, sein Solo-Album zu hören. Aber ich freue mich sehr darauf, ich finde ihn total talentiert.
Unheilig - Lichter der Stadt
Die kenne ich vom Echo-Award her, wo ich den Sänger traf, er ist sehr nett. Ihr letztes Album war eines der erfolgreichsten in Deutschland, glaube ich.
Marilyn Manson - Born Villain
Meine Schwester mag Manson sehr, für mich ist er ein wenig zu Hardcore
Aber er macht sein Ding gut.
Norah Jones -
Little Broken Hearts
Ihre neuen Sachen kenne ich nicht, aber ihr erstes Album war unglaublich. Sie hat eine grossartige Stimme.
interview
15.Februar 2010
Das Debutalbum von Amy Macdonald hat sich in der Schweiz über 150'000 Mal verkauft, was Fünffach-Platin bedeutet. Nun folgt das hochkarätige neue Album "A Curious Thing". Dazu haben wir sie vor einigen Wochen zum Interview eingeladen.
hitparade.ch: In ungefähr einem Monat wird dein zweites Album veröffentlicht - inwiefern ist die Spannung und Aufregung vergleichbar mit jener vor Veröffentlichung des Debüt-Albums?
Amy: Dieses Mal bin ich nervöser als beim ersten Album. Damals war es vor allem deshalb aufregend, weil ich das nie zuvor erlebt habe. Ich hab' so viele grossartige Fans und derzeit besteht die Aufregung vor allem darin, wie sie die Songs mögen werden. Ich bin sehr glücklich über das neue Album und hoffe, dass es den Fans genau so geht.
hitparade.ch: Motiviert oder belastet Dich die Erwartungshaltung der Fans und diejenige der Öffentlichkeit?
Amy: Darüber denke ich nicht nach. Wenn ich die Lieder schreibe,
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denke ich nicht über deren Wirkung nach. Ich versuche dann allen Druck wegzuwerfen. Ich fühlte mich auch nie unter Druck gesetzt durch mein Label oder irgend jemanden, als ich an den Songs arbeitete.
hitparade.ch: Als Beobachter und Fan hat man den Eindruck gewonnen, dass Du Dir viel Zeit gelassen hast für die Entstehung der neuen Platte. Wie hast Du es erlebt? War es inmitten der vielen Live-Auftritte und Tourneen nicht doch ein wenig ein Stress für Dich, kreativ zu sein?
Amy: Ich dachte, es würde so kommen, doch es ist nie passiert. Ich fühlte mich überaus inspiriert. Es gab so viele Dinge, über die ich schreiben wollte, nachdem ich so viele Erfahrungen machen durfte in den letzten Jahren. Der Druck, mit dem ich eigentlich gerechnet hatte, trat jedoch nie ein. Es war eine ganz natürliche Situation, dazusitzen und bei mir zu Hause wieder Songs zu schreiben.
hitparade.ch: Wann hast du mit dem Schreiben der Songs für "A Curious Thing" begonnen?
Amy: Zwei Lieder - "Troubled Soul" und "The Next Big Thing" - spiele ich schon seit Längerem. Ich schrieb sie vor einigen Jahren zwischen Tourneen, aber sie wurden auf "This Is The Life" noch nicht veröffentlicht. Alles andere entstand aber später. Das meiste im April und im Mai des letzten Jahres. Die drei Lieder "Spark", "Ordinary Life" und "Give It All Up" schrieb ich jedoch erst etwa vor einem Monat und alle, die sie hörten, dachten "die müssen auch aufs Album!" So gingen wir dann nochmals zurück ins Studio und haben sie auch noch drauf gepackt.
hitparade.ch: Mit dem Erfolg hat sich natürlich auch dein Leben verändert. Schlägt sich dies in den Songtexten nieder?
Amy: Ich schrieb die Lieder so, wie ich es immer tat. Ich warte einfach, bis ich Inspiration spüre, häng mir die Gitarre um und schreibe darüber. Die Dinge schlüpfen in meinem Kopf und ich schreibe sie auf, wie sie kommen.
hitparade.ch: Hast du eine Anekdote parat, die du in einem Song verarbeitet hast?
Amy: Das Lied "An Ordinary Life" eignet sich dazu vermutlich am besten. Das Lied handelt von einer Filmpremiere, zu der ich eingeladen wurde, was sehr aufregend war für mich. Der schottische Schauspieler Jared Butler war ebenfalls da und ich hatte die Möglichkeit, ihn zu treffen. Ich hab ihn den ganzen Abend beobachtet und fand schliesslich zur Erkenntnis, dass er ein echt hartes Leben hat. Er wollte im Verlauf des Abends mit seiner Mutter reden, doch die Leute hielten ihn den ganzen Abend auf. Dennoch hatte er stets ein Lächeln auf dem Gesicht. Da dachte ich, dass ich so lange wie möglich so gewöhnlich wie möglich bleiben möchte.
hitparade.ch: Welche Bedeutung hat der Albumtitel "A Curious Thing"?
Amy: Das stammt vom Song "No Roots". Es ist ein Lied über mich, meine Band, meine Crew und das seltsame Leben, das wir auf Tournee jeweils führen. Ein Textzeile sagt "dieses Leben, das ich führe, ist eine seltsame Sache, aber ich kann das Glücksgefühl nicht leugnen, das es hervorruft". Ich denke, der Albumtitel passt gut, weil er alles prima zusammenfasst.
hitparade.ch: Hast Du beim neuen Album wieder mit den gleichen Leuten zusammengearbeitet wie beim ersten? Mit der gleichen Band und dem gleichen Produzenten?
Amy: Ja, mein Produzent ist mein Manager.
hitparade.ch: Der Erfolg Deines ersten Albums und die letzten Jahre waren für Dich sicher sehr aufregend und eine grossartige Erfahrung. Gibt es aber trotzdem etwas, das Du Dir für die Promotion des neuen Albums und die Tournee vorgenommen hast, das Du dieses Mal auf jeden Fall anders machen möchtest?
Amy: Eigentlich rechnete ich damit, dass es beim zweiten Mal leichter wird, weil's nicht mehr so viel Promotion benötigt. Doch ich habe mich komplett geirrt: ich mache derzeit etwa zehnmal mehr promo. Das erste Album wurde zunächst in Grossbritannien veröffentlicht und dann erst Land für Land im Rest Europas. Dieses Mal passiert alles aufs Mal und erst noch intensiver. Jetzt möchten mich alle gleichzeitig, doch das war nicht meine Entscheidung. Wenn ich könnte, würde ich darauf verzichten, aber ich akzeptiere, dass es wichtig ist und seinen Platz benötigt.
hitparade.ch: Werden die Fans deines ersten Albums überrascht sein vom Nachfolger?
Amy: Ich denke kaum. Vor dem ersten Album hatte ich noch keine Band und war noch nie auf Tournee. Somit drehte sich das Album um mich und meine Gitarre. Die letzten drei Jahre erlebte ich alles, was ich tat, gemeinsam mit meiner Band. Das macht die Songs auf natürliche Weise ein wenig rockiger. Sie jucken mehr. Leute, die an neueren Live-Shows waren, haben berichtet, dass sich die alten und die neuen Songs gut ergänzen.
hitparade.ch: Hast Du bereits weitere Feedbacks erhalten?
Amy: Ja, wir haben die Songs bereits live präsentiert. Das war fürs Publikum schwieriger als bei anderen meinen Konzerten, weil sie die Songs ja noch nicht kannten. Doch die Rückmeldungen waren fantastisch.
hitparade.ch: Dein Repertoire wächst mit dem neuen Album. Von Deiner ersten Platte könntest Du aufgrund der hohen Qualität der Songs jedoch jeden Songs nochmals spielen. Wie hast Du die Entscheidung getroffen, welche Lieder des ersten Albums auf der neuen Tournee keinen Platz mehr haben?
Amy: Diese Entscheidung habe ich auf meinen Drummer abgeschieben. Er hat ein gutes Näschen und ich überlass das ihm.
hitparade.ch: Wirst Du die Schweiz, die eines der ersten Länder war, in denen Du Erfolg hattest, besonders belohnen auf der nächsten Tournee?
Amy: Es sind Konzerte geplant, aber ich kann noch nichts Definitives sagen. Ich werde aber in jedem Fall zurückkommen in die Schweiz für Konzerte - vermutlich im Herbst im Rahmen der Europa-Tournee. Zuerst kommen aber einige OpenAir-Festivals im Sommer.
hitparade.ch: Planst Du Urlaub in der Schweiz?
Amy: Meine Verbindung zur Schweiz ist eine ganz besondere, weil ich hier so wunderbar unterstützt werde von so vielen Fans. Deshalb ist es mir immer eine grosse Freude, hierhin zu kommen und ich fühle mich bereits ein wenig zu Hause hier. Ich fühle mich sehr geehrt, dass die Menschen in der Schweiz mögen, was ich tue. Leider hatte ich in den letzten Jahren jedoch keine Zeit, um überhaupt Urlaub zu machen. Wenn ich jedoch Zeit haben werde, freue ich mich, einmal als Tourist und nicht als Künstler in die Schweiz zu kommen.
hitparade.ch: Zum Schluss noch eine Frage zur Download-Thematik. Wie stehst Du dazu? Warum stellst Du jetzt, wo Du erfolgreich bist, Deine neuen Songs nicht einfach gratis im Netz zur Verfügung?
Amy: Weil es nicht nur um mich geht. Ich denke, viele Leute sehen mich und denken sich, es spielt mir keine Rolle, ob sie für das Album bezahlen. Oder sie sehen Mariah Carey, die Millionärin ist. Doch diese Leute vergessen, dass das Album nicht nur aus mir besteht. Es sind tausende Leute, die daran beteiligt sind, für die Plattenfirma, für die Labels, in den Studios, die Tontechniker, die Produzenten etc. Es ist auch ihr Lebenserwerb und sie sind keine Millionäre. Ihr Leben hängt vom Verkauf der Alben ab. In der Filmindustrie passiert durch das Internet Ähnliches. Manche sehen Brad Pitt und übersehen den Kameramann und den ganzen Staff, der an dem Film arbeitet. Aufgrund dieser Entwicklung besteht eine Firma wie Miramax beispielsweise nicht mehr. Tausende von Leuten haben ihren Job verloren. Illegale Downloads treffen so viele Leute hinter den Kulissen und nicht die Künstler im Rampenlicht.
hitparade.ch: Wie siehst Du die Zukunft der Musikindustrie?
Amy: Ich bin zuversichtlich, dass sich die Lage beruhigen wird, weil die Leute einsehen, dass man etwas gegen die Entwicklung tun muss.
interview
17.November 2008
Amy Macdonald hat dieses Jahr einen phänomenalen Durchbruch in Kontinentaleuropa geschafft. Wir haben die 21jährige Schottin vor ihrem zweiten Auftritt an der AVO-Session zum Interview getroffen.
hitparade.ch: Du hast gesagt, dass du es einfach liebst, Musik zu machen und dass du nicht unbedingt berühmt werden wolltest. Ich denke aber, ein solcher Erfolg innerhalb dieser kurzen Zeit hat sicherlich grossen Einfluss auf dein Leben genommen. Wie hat sich dein Leben in den letzten anderthalb Jahren verändert?
Amy: Ich konnte an Orte wie die Schweiz und Deutschland reisen wo ich viel Erfolg hatte. Ich konnte erleben, wie verschieden die Menschen dich behandeln. Da sind Menschen, die auf dich warten um Autogramme zu bekommen. Das ist natürlich super! Aber wenn ich nach Hause gehe, dann ist es nicht so. Obwohl ich Erfolg hatte, habe ich immer gesagt, dass ich nicht berühmt sein möchte oder ein Celebrity werden will. Die Leute lassen mich zuhau
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se in Ruhe, ich kann dort ein völlig normales Leben führen, bin absolut anonym. Also habe ich das Beste von beiden Welten: Wenn ich hier bin, erlebe ich die schönen Seiten des Berühmtseins, gehe ich nach Hause, ist alles wieder normal.
hitparade.ch: Denkst du, dass du durch deine Musik und die Karriere schneller erwachsen geworden bist?
Amy: Nicht wirklich, denn ich denke, dass ich immer mich selbst geblieben bin. Ich war immer sehr aufmerksam und habe mich damit befasst, was um mich herum geschieht. Als Person habe ich mich aber wahrscheinlich schon verändert, bin einfach an Ort und Stelle geblieben. Ich habe viel erlebt, mehr als andere Menschen in meinem Alter, also muss man schneller lernen. Ich denke aber, dass ich damit gut umgehen kann.
hitparade.ch: Dein Debut-Album war in den Charts sehr erfolgreich. Was denkst du, fasziniert die Leute an deiner Musik?
Amy: Das weiss ich auch nicht. Ich denke jetzt an alle diese Songs, die ich vor sechs Jahren in meinem Schlafzimmer geschrieben habe und denke: "Meine Güte, warum wollen die Leute nur diese Songs hören?" Das ist eine Frage, die ich nicht beantworten kann, aber das Gefühl ist toll. Ich fühle mich sehr geehrt, weil die Leute die Arbeit die ich mache, offenbar mögen und auch an die Konzerte kommen, so wie beim Konzert in Basel.
hitparade.ch: Dein Album klingt sehr persönlich, sehr autobiografisch. Aber was war deine Inspiration für den Song "Run"`? Worum geht es da?
Amy: Das ist ein lustiger Song. Dieser ist der Einzige, der nicht so persönlich ist. Bei einem Konzert der Killers wurde ich zu "Run" inspiriert. Ich bin ein riesiger Fan der Killers. Ich habe sie live gesehen in Glasgow und fand es grossartig. Der Song kam dann einfach raus und ich weiss nicht genau, woher. Ich kam von diesem Konzert nach Hause, habe meine Gitarre gepackt und habe angefangen, den Song zu schreiben. Das ist eine kleine Ode an die Killers.
hitparade.ch: Der Song "This is the Life" hatte riesigen Erfolg in ganz Europa. Denkst du, dass dieser Song der Beste auf deinem Album ist? Oder hast du ihn einfach zum richtigen Zeitpunkt herausgebracht?
Amy: Ich denke einfach, der Song ist sehr einprägsam. Ich hatte im Grunde genommen nicht wirklich Erfolg in Europa, Frankreich ist das beste Beispiel dafür. Das Album erschien dort vor einem Jahr und verkaufte sich überhaupt nicht. Als die Zeit von der Single "This Is The Life" kam, versuchten sie es wieder, sie waren felsenfest davon überzeugt, dass es funktionieren würde. Sie versuchten es also mit der Single, und nun ist dieser Song der Meistgespielte im französischen Radio. Das Album war auch, Gott weiss wie viele Wochen, in den Top 10. Es lief einfach super. Ich denke, das ist einfach einer der Songs, der dich verfolgt. Auch wenn du ihn nicht magst, läuft er dir immer nach. Es gibt sicher Millionen von Leuten die mich hassen, weil sie den Song hassen. Aber dann gehen sie nach Hause und singen ihn (lacht). Man bringt ihn einfach nicht mehr aus dem Kopf.
hitparade.ch: Wie nahe liegen eigentlich die Endergebnisse eines Songs an der Version, die du alleine schreibst? Inwiefern hast du Einfluss darauf, wie sich ein Song im Laufe der Produktion verändert?
Amy: Das ist lustig, denn alle meine Songs habe ich ursprünglich alleine mit meiner akustischen Gitarre geschrieben. Ich hatte zuvor noch nie etwas aufgenommen. Ich hatte meine Songs daher auch nie zuvor mit Schlagzeug und Bass und so gehört. Es war unglaublich aufregend für mich, mit einer Band zusammen spielen zu können. Sie arbeiteten mit mir, wir konnten gut zusammenarbeiten. Der Produzent, der gleichzeitig auch mein Manager ist, ist einer meiner engsten Freunde auf der Welt. Dies macht es auch einfacher, wenn wir ins Studio gehen und Diskussionen haben, was wie am besten klingen würde. Es ist einfacher, seine eigene Meinung zu überdenken. Wir haben beide zusammengearbeitet, daher hatte ich sehr viel Kontrolle über die Produktion. Zweieinhalb Jahre nach der Aufnahme hört man sich die Songs wieder an und denkt dann vielleicht: "Dieses oder Jenes hätte man doch anders machen müssen", aber so ist das Leben. So läuft das nun mal. Das nächste Mal haben wir dann wieder neue Ideen und werden wieder so zusammenarbeiten.
hitparade.ch: Im Internet steht in deiner Biografie, dass deine Schwester sich sehr für Promis interessiert. Kommt sie manchmal mit dir mit, um Promis kennenzulernen? Was denkt sie über deinen Erfolg?
Amy: In diesem Fall muss ich mich für meine Schwester stark machen. Das ist eine Internet-Biografie, wo die Wahrheit ein wenig verdreht worden ist. Meine Schwester ist nicht wirklich so. Sie ist nur noch ein Jahr davon entfernt, ihren Doktor zu machen und ist nicht im Geringsten an Promis interessiert. Ich erinnere mich an den Anfang von allem, da versuchen dich die Leute immer so interessant wie möglich dastehen zu lassen, aber das ist alles nicht wirklich so.
hitparade.ch: Kürzlich hast du in einer ausverkauften Musikhalle gespielt, obwohl du sicherlich problemlos ganze Stadien in ganz Europa füllen könntest. Magst du die intimere Atmosphäre lieber? Und wo spielst du am liebsten?
Amy: In Glasgow Barrowlands habe ich am liebsten gespielt. Da ist sogar ein Song auf meinem Album, der davon handelt. Es ist ein sehr spezieller Ort zum Spielen, ich mag ihn sehr. Auf der letzten Tour haben wir angefangen, an grösseren Orten zu spielen. In Amsterdam habe ich vor 5000 Menschen gespielt und das fühlte sich total schräg an. Am nächsten Tag waren es 1500 Menschen in Paris. Es ist gut wenn man verschiedene Dinge ausprobieren kann. Es gibt Künstler, die nie an einem Ort spielen würden, der kein Stadion ist, die fordern das. Aber für mich ist es toll, dass ich immer noch auf kleinen Bühnen spielen kann, obwohl auch genügend Leute kommen würden, wenn ich an grösseren Orten auftreten würde. Die Band und ich, wir lieben die Abwechslung. Wir spielen gern an grossen Orten, aber wenn wir in kleinen Clubs spielen, dann ist viel mehr Nähe zum Publikum da. In den grossen Stadien stehen wir meilenweit von den Fans entfernt. Es ist schön, beides erleben zu können.
hitparade.ch: Die Schweiz war eines der ersten Länder in Europa, in denen du Erfolg hattest und die Konzerte waren immer innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Ist es für dich zu einem speziellen Ort geworden, um aufzutreten?
Amy: Ja, das ist es wirklich. Du schaust dir solche Plätze an, bei denen du alles gut gemacht hast, und schaust es als dein zweites Zuhause an. Wir freuen uns immer sehr hierher zu kommen, weil uns die Schweiz das Gefühl gibt, dass wir willkommen sind. Man kommt her und kann die Leute berühren, mit dem, was man tut. Es fühlt sich speziell an, an einen Ort zu kommen, an dem man Erfolg hat. Man fühlt eine kleine Verbundenheit mit dem Land, in meinem Fall die Schweiz und Holland, dies waren die ersten beiden Länder. Ich weiss noch, das Gefühl war unglaublich, als das alles angefangen hat.
hitparade.ch: Du spielst auch oft Coversongs an deinen Konzerten. Welche Künstler oder Bands inspirieren dich am meisten? Und hast du je daran gedacht, ein Cover-Album zu veröffentlichen?
Amy: Ich habe nie darüber nachgedacht, ein Cover-Album zu machen. Ich denke, da müsste man als Künstler schon etablierter und entwickelter sein. Du musst dich erst selbst beweisen. Ich muss erst mit meinen eigenen Sachen kommen und noch mehr Alben machen, bevor ich über so was nachdenken kann. Ich denke, das dauert noch einige Jahre. Es gibt so viele Künstler die ich liebe. Ich mag die Killers, Bruce Springsteen, The Beach Boys und Ähnliches. Ich liebe es natürlich, Coversongs zu machen und ich denke, dass auch die Leute es mögen, sie zu hören. Sie mögen es, Songs zu hören, die sie bereits kennen, aber mit neuen Elementen. Ich finde es eine tolle Art und Weise, ein Set etwas aufzupeppen.
hitparade.ch: Du bist soeben zurückgekommen von deiner Promo-Tour durch Amerika. Wie hat es dir gefallen? Wie wurde deine Musik aufgenommen?
Amy: Wir haben nicht so viel gemacht in Amerika. Ich habe einige Konzerte gegeben, mehr nicht. Wir planen im nächsten Jahr dorthin zu gehen und etwas mehr zu machen. Wenn du in die Schweiz kommst, dann reicht es, eine Woche Promo zu machen, genau wie auch in der UK. Wenn man aber in Amerika ist, das Millionen mal grösser ist als alles andere, musst du dort am Ball bleiben. Und dafür hatten wir bisher keine Zeit. Ich weiss aber, dass wir zurückgehen werden. Die Konzerte, die ich gespielt habe, liefen sehr gut. Die Zuhörer mochten es! Ich habe ein ausverkauftes Konzert geben können in einem Ballraum in New York. Ich war überwältigt von der Tatsache, dass 500 Personen in New York mich offenbar kennen. Ich hatte schliesslich nichts dort gemacht. Da waren so viele Leute, die das Konzert gemocht hatten, ich freue mich sehr, wieder dorthin zu gehen.
hitparade.ch: Hast du eine Meinung zu der Abkapselung Schottlands von England?
Amy: Ja, die habe ich! Ich finde Schottland ein tolles Land, das wahrscheinlich alleine überleben kann. Ich fand es toll, als Schottland sein eigenes Parlament bekommen hatte. Aber ich denke, es braucht noch mehr Macht. Ich denke, dass es sinnlos ist, weil Schottland zwar ein eigenes Parlament hat, aber noch immer von einem anderen Land beherrscht wird. Ich bin sehr stolz auf mein Land. Ich denke, 300 Jahre später braucht es wirklich nicht mehr unbedingt eine Union. Ich denke, dass alle gut miteinander leben können und es so toll wird. Schottland ist gut genug und tut auch viel Gutes für uns, so dass wir auch fähig sein sollten, für uns selber handeln zu können, ohne dass ein anderes Land bestimmt, was wir tun sollen.
hitparade.ch: Es scheint, als ob das Songschreiben für dich total einfach und natürlich ist. Hast du seit der Veröffentlichung deines ersten Albums bereits wieder an neuen Songs geschrieben für die nächste Platte?
Amy: Das Songschreiben ist auf keinen Fall natürlich und leicht für mich. Ich muss inspiriert werden von ganz normalen Dingen, wie zuhause zu sein und Zeit mit meinen Freunden und der Familie zu verbringen. Dies ist immer die Zeit, in der ich Songs schreibe. Momentan aber verbringe ich die meiste Zeit im Tourbus und sehe absolut nichts von der normalen Welt. Auch wenn ich glücklich bin: Hotels und Flughäfen inspirieren mich nicht sehr. Ich muss zuhause sein. Ich habe zwar schon einige Songs, aber ich weiss, bevor ich ein gutes zweites Album machen kann, muss ich mich wieder richtig zuhause eingewöhnen. Ich war in den vergangenen zwei Jahren kaum noch dort