Interviews mit
Gotthard
interview
23.Mai 2012
Get the
Letzte Woche ist "Firebirth", das brandneue Gotthard-Album erschienen. Dabei handelt es sich um ein musikalisches Back To The Roots-Feuerwerk und um die Feuertaufe des neuen Sängers Nic Maeder zugleich. Wir haben Nic und Freddy Scherer zum Interview getroffen.
hitparade.ch: Mit der endgültigen Entscheidung für Nic Maeder als neuen Lead-Sänger sagt ihr, seine Persönlichkeit, sein musikalisches Talent und sein Songwriter-Talent passten perfekt. Wie wichtig war sein Songwriter-Talent bei dieser Entscheidung?
Freddy: Da waren viele Aspekte. Bevor wir uns irgendjemanden angehört hatten, setzte sich die Band zusammen, und wir diskutierten miteinander, um genau festzulegen, wonach wir suchen. Es waren ungefähr 10 Punkte, die uns einfielen, und von diesen 10 Punkten waren 2 oder 3 wirklich wichtig. Natürlich war einer von diesen, dass, falls wir einen Schweizer finden würden, es perfekt wäre. Falls wir einen sehr gut geeigneten finden
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würden und er wäre nicht Schweizer, dann wäre er halt nicht Schweizer. Als Nic hereinkam, verstanden wir uns im Song-Writing sehr gut. Als wir mit ihm essen gingen, um ihn besser kennenzulernen, merkten wir, dass wir dieselbe Sprache sprechen und seine Wurzeln wirklich Schweizer Wurzeln sind. Ein Deutscher, Engländer oder Amerikaner hätte wohl eine Menge Spass, aber es ist nicht exakt dieselbe Sprache. Die Kulturen sind sehr verschieden, wir denken und handeln anders als sie. Alles Weitere mit Nic war von zusätzlichem Vorteil, wie seine grossartige Stimme. Wir verstanden uns so gut. Wir machten einige Proben und Song-Writing, verbrachten aber auch viel Zeit mit auswärts essen, trinken oder mit was auch immer, um ihn sehr gut kennenzulernen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob er geeignet wäre oder nicht. Am Schluss ist es nur ein gutes Gefühl.
hitparade.ch: Gab es andere Kandidaten zu berücksichtigen oder solche, die kurz davor waren, ausgewählt zu werden?
Freddy: Wir sagten uns von Beginn unserer Suche an, dass, falls wir den Richtigen finden, wir es wissen werden. Nic war in der engsten Auswahl. Bei ihm sagten wir uns: "Lasst uns weitermachen mit ihm mit den Proben und lasst uns einander treffen!" Bereits während der zweiten Probe verliessen wir den Proberaum, und er setzte sich ans Klavier und spielte "One Life, One Soul". Das war vielleicht das Schlüsselerlebnis, bei dem wir sagten: "Das ist der Mann!" Nebst der Tatsache, dass er Schweizer ist und wir ihn bereits wirklich gut kennengelernt hatten, war das der Moment, in dem wir wussten, dass es etwas werden könnte mit ihm. Sein Song-Writing war auch entscheidend, aber das war der Moment, bei dem es uns allen klar war und niemand in dem Raum musste sich dazu äussern. Wir alle sassen da und hörten nur zu.
hitparade.ch: Wie sieht es bei dir aus, Nic? Mitglied zu werden in der grössten Schweizer Band der Geschichte war eine grosse Sache, ein wichtiges Ereignis. War da ein Schlüsselerlebnis, bei dem du ebenso fühltest, oder war dir definitiv klar, dass du dich der Band anschliessen würdest?
Nic: Es begann mit mir, als ich in Australien lebte und einige Songs sang und sie der Band schickte. Der erste, den ich aufnahm, war "Anytime, Anywhere". Als ich da sass und ihn spielte, meiner Stimme zu ihrer Musik zuhörend, dachte ich tatsächlich, dass es passen und funktionieren würde. Bis ich die Jungs wirklich getroffen und sie kennengelernt hatte, hatte ich mich noch nicht entschieden. Ich erinnere mich, dass ich eines Nachts beim Abendessen sass mit den Jungs und ich zu ihnen sagte: "Ich möchte es unbedingt tun!" Zunächst musst du sie wirklich treffen und zufrieden, grosszügig sein. Das ist etwas Langfristiges. Es geht nicht nur darum, einige Alben aufzunehmen, es handelt sich um eine grosse Lebensveränderung, eine sehr grosse Entscheidung! Ziemlich schnell war mir klar, dass ich es tun wollte! In den letzten Jahren hatte ich bereits an eine Rückkehr in die Schweiz gedacht. Ich kam schon jeden Sommer mit meiner australischen Band herüber, um hier mehr und mehr zu arbeiten. Ich habe schon ungefähr mein halbes Leben hier verbracht, und so war es kein Kultur-Schock oder Ähnliches. Es stellte sich für mich als grossartig heraus.
hitparade.ch: Wie haben es deine australischen Fans aufgenommen, dass du dich einer Schweizer Band angeschlossen hast?
Nic: Ich bekam sehr viel Unterstützung und viele Leute sind begeistert davon.
hitparade.ch: Viele Bands machen Lead-Sänger-Wechsel aus dem einen oder anderen Grund durch. Ich bin sicher, es ist hart, den Erwartungen der Fans zu begegnen für das erste Album nach solch einem Wechsel. Was sind deine Erwartungen für dieses Album?
Freddy: Ich denke, wir haben wirklich ein gutes Album gemacht. Es ist das bestmögliche Album in der aktuellen Zusammensetzung der Band. Am Ende des Tages ist es das, was sich die Fans vorstellen. Wir sind nicht sehr weit entfernt von der Original-Musik von Gotthard. Die Musik ist mehr oder weniger dieselbe. Nics Stimme ist anders, aber der von Steve Lee nicht ganz weit entfernt. Natürlich wird es Leute geben, welche nicht akzeptieren können, dass Steve nicht mehr in der Band ist. Wir verstehen dies völlig. Wir werden hoffentlich auch neue Fans dazugewinnen. Es wird sich die Waage halten. Wir sind stolz auf das Album und wir werden sehen! Viel mehr können wir nicht tun.
hitparade.ch: Die 11 letzten Alben erreichten die Spitze der Schweizer Album Charts. Setzt euch dies noch mehr unter Druck bei diesem neuen Album?
Freddy: Natürlich ist es dieses Mal ein bisschen anders, doch bei jedem der letzten Alben wussten wir am Anfang auch nicht, wie gut es herauskommen wird. Jedes Album steht für sich selbst. Es ist jedes Mal etwas Neues, kein Erwarten, sondern ein Hoffen. Wir würden sehr stolz sein, wenn es direkt auf Platz 1 gehen würde.
Nic: Es wäre genial, wenn es mit diesem Album so weitergehen würde.
Freddy: Ja, es war bei jedem Album dasselbe. Du weisst nie, was passieren wird und wir nehmen nichts für selbstverständlich!
Nic: Ich muss eine Sache erwähnen, welche ich in der Musik-Branche gelernt habe: Man kann nie wissen, was passieren wird, und du kannst nie sicher sein! Manchmal denkst du, du hättest einen Hit und du hast gar keinen! Während zu anderen Zeiten das pure Gegenteil der Fall ist: Ein Song, bei dem du dachtest, er wäre schlecht, stellt sich als Hit heraus!
hitparade.ch: Warst du bereits ein Fan der Band, bevor du dich ihr angeschlossen hast?
Nic: Yeah! Ich mochte diese Band! Ich mochte sie sehr gut! Ich kannte sie nicht persönlich, doch ich war ziemlich vertraut mit ihr. Im Jahre 1994, als ich mit meiner zu der Zeit aktuellen Band in der Schweiz lebte, eröffneten wir ein Festival, an dem die Band Headliner war. Ich verfolgte die Band von Anfang an.
hitparade.ch: Nach so vielen Gotthard-Alben in der Vergangenheit, wie viel musste im Prozess der Entstehung des neuen Albums verändert werden?
Freddy: Ich würde sagen, der Prozess hat sich nicht verändert; es ist derselbe. Gotthard ist sehr schweizerisch und demokratisch. Sogar wenn der Drummer denkt, dass ein Song nicht funktionieren könnte oder er ihn hassen würde, wird der Song leider gestrichen. So arbeiten wir. Ich denke, das ist eine übliche Weise, wie "richtige" Bands arbeiten. Die "alten" Bands wie AC/DC oder beliebige Bands, es betrifft immer die ganze Band, es ist eine Band-Geschichte. Wenn du einmal zu dieser Art von Band gehörst, bleibt die Arbeitsweise dieselbe.
hitparade.ch: Euer neues Album erscheint am 1. Juni und trägt den Titel 'Firebirth'. Was bedeutet dieser Titel?
Nic: Es hat mit dem Phönix in der Mythologie zu tun, ein Symbol für die Wiedergeburt, aus der Asche in den Himmel. Das ist die Botschaft, die die Band wirklich geben wollte. Es ist ein neues Kapitel für die Band. Es geht wirklich um eine Wiedergeburt.
hitparade.ch: Ihr bietet eure neuen Songs zum Gratis-Download an und postet Aktuelles und Video-Botschaften zu jedem Song. Was waren die bisherigen Reaktionen der Fans?
Nic: Also, die erste Reaktion, die wir wirklich bemerkten, war, als wir den Track "Remember It's Me" herausgaben. Es war das erste Video und eine Einführung der Band in neuer Besetzung. Die Reaktion war wirklich eindrucksvoll! Ich war sehr glücklich! Ich erhielt so viele Nachrichten auf facebook und YouTube! Das Feedback war erstaunlich! Auch können wir viele Fans treffen, Promotion machen, sogar, als wir durch Süd-Amerika tourten. Insgesamt war jeder wirklich glücklich, dass die Band so weitermacht. Auch ich habe mich sehr willkommen gefühlt.
hitparade.ch: Wieviel Anpassung bei Gotthard war nötig, verglichen mit deiner alten Band?
Nic: Die Publikums-Grösse ist anders, natürlich. Ich bin es gewohnt, in Pubs und Clubs zu spielen in ganz Australien. Es war eine grosse Umstellung, vor so grossen Menschen-Mengen zu spielen. In meiner alten Band spielte ich immer mit einer Gitarre in der Hand. Das ist schon ein bisschen anders. Es hat sich aber gezeigt, dass es für mich normaler ist, als ich gedacht hatte. Da sind einige Dinge verschieden, aber das alles macht Spass.
hitparade.ch: Beherrschst du die Klassiker der Gotthard-Musik schon?
Nic: Ja, definitiv! Sogar während des Vorsingens musste ich viel Zeit aufwenden, die Songs zu lernen, sie aufzunehmen, meine Stimme zu den Songs hinzuzufügen um zu sehen, wie sie tönen würden. Wir hatten schon ein bisschen Arbeit.
Freddy: Das ist erst der Anfang, und alles braucht seine Zeit. Wir haben bisher nur 5 Konzerte gegeben. Das ist, als hätten wir nur 2 Songs geschrieben. Die Band hat seit über 2 Jahren nicht gespielt. Wir müssen uns finden und lernen, Nic bei uns zu haben, mit ihm umzugehen. Das ist etwas, das wir nicht innerhalb eines Monats tun können. Es kann Jahre dauern, auf alle Details einzugehen. Wie wir es ebenso mit Steve gemacht hatten
Wenn du Steve vergleichst vor 20 Jahren
Natürlich, je länger man einander kennt, umso mehr bekommt man aus einem heraus. Wir haben ein grosses Album geschaffen und haben einige Konzerte gegeben und wir werden weitermachen! Wir werden besser und besser werden!
hitparade.ch: Sich einer solch etablierten Band anzuschliessen, bringt auch einige Vorteile. Ich bin mir sicher, sie gab dir Tipps und Unterstützung?
Nic: Ja, absolut! Sie ist eine Band, die so funktioniert, sie ist eine Familie, eine sehr enge Familie. Wenn jemand eine Idee hat für irgendetwas, äussert er seine Meinung, und die Band unterstützt einander. Natürlich picke ich mir jede Menge Tipps davon heraus.
hitparade.ch: Hat Gotthard Pläne, nach Australien zu gehen und aufzutreten für einige Fans deiner alten Band?
Nic: Wir haben darüber gesprochen. Im September gehen wir nach Japan. So haben wir darüber gesprochen, vielleicht hinzugehen, aber wir denken nicht, dass es dieses Jahr passieren wird. Ich bin sicher, irgendwann wird es passieren.
Freddy: Hoffen wir also! Ich war noch nie dort.
interview
10.August 2009
Anlässlich der Veröffentlichung ihres zehnten Studioalbums haben wir Steve Lee und Freddy Scherrer von GOTTHARD zu einem Interview getroffen. Sie erzählen von ihrem neuen Album Need to believe, der bevorstehenden Tour in ganz Europa und weiteren spannenden Projekten.
hitparade.ch: Ich habe euch bei eurem Unplugged-Konzert gesehen. Was für ein Unterschied ist es für euch ein solches Konzert zu machen, im Gegensatz zu "normalen" Konzerten?
Steve: Es ist eine lockere Angelegenheit, nichts geht nach Plan. Wenn Du Abends in einer dunklen Halle spielst, da muss das Licht und alles stimmen - fast ein wenig theatermässig inszeniert. Da macht man eine richtige Show. Wenn man jeden Abend etwas anderes machen würde, planlos zwischendurch was erzählen würde oder die Setliste ständig wechseln würde, dann würde der Lichtmann nicht damit zurechtkommen. Bei einem Unplugged-Konzert bei Tageslicht ist man viel näher bei den Leuten, man macht vielleicht mal ein W
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itzchen, ist spontaner. Da ist dann eben nicht jeder Schritt einstudiert. Das macht es sicher symphatischer, denke ich. Die Leute sind dann mehr involviert in die ganze Sache. Auch für uns ist es eine Abwechslung. Wenn man 70 oder 80 Konzerte nacheinander gespielt hat, die immer ähnlich abgelaufen sind, dann ist das eine willkommene Abwechslung würde ich sagen.
hitparade.ch: Ihr habt auch ganz andere Songs gespielt als sonst. Dann war das auch deswegen?
Freddy: Es gibt Songs, die akustisch entstehen, es gibt aber auch welche, die genau von Schlagzeugbeats oder Riffs leben. Solche Songs wären akustisch nicht so richtig umsetzbar. Es gibt Songs die so funktionieren, andere nicht. Auch bei der neuen Platte werden wir merken, dass einige Songs im Studio funktionieren und live elektrisch dafür überhaupt nicht. Das sind dann wieder die Songs, die eventuell akustisch wunderbar funktionieren. Jeder Song hat seine Eigendynamik. Und wir bei Gotthard sind in der glücklichen Lage, dass doch zwei oder drei Songs da sind seit diesen 19 Jahren (lacht). Wir können also auswählen.
hitparade.ch: "Lift You Up" fand ich in der akustischen Version sehr interessant
Steve: Ja, das ist ein ganz anderes Feeling. Es hat auch uns Spass gemacht, es bringt frischen Wind. Wir spielen heute nochmals ein solches Konzert in Bern, allerdings indoor. Es ist kein offizielles Konzert sondern ein Galaabend mit der Nationalmannschaft des Fussballs. Das wird speziell und wir freuen uns schon darauf. Es ist für uns ein genauso spezielles Erlebnis wie für's Publikum. Nur so funktioniert es: Wenn man von beiden Seiten Synergien entwickelt die spannend sind.
hitparade.ch: Sind noch mehr solcher Konzerte geplant?
Freddy: Es kommt noch einiges auf uns zu und die Grossplanung ist auf jeden Fall elektrisch. Jetzt kommt dann langsam die Tournee für das neue Album, die im Oktober losgeht und ich denke unsere Gedanken drehen sich daher momentan eher um grosse Shows.
Steve: Es kann aber durchaus zwischendurch wieder Gelegenheiten geben. Es gibt immer wieder mal Events wo akustisch besser passt und dann machen wir das auch so. Momentan konzentrieren wir uns auf elektrisch, aber uns gefällt auch die Abwechslung.
hitparade.ch: Rich Chycki, der Aersomith- und Rush-Produzent hat sich selbst bei euch gemeldet, um mit euch zusammenzuarbeiten. Was hat ihm denn speziell an Gotthard gefallen?
Steve: Er ist ja auch Musiker und kommt auch aus dieser Ecke. Ich denke, als er gehört hatte was wir machen, konnte er sich mit der Musik identifizieren. Er hatte auch gewusst, dass wir auf der Suche nach einem Produzenten waren, der uns helfen würde, unsere Musik zu modernisieren. Wir wollten nicht Gotthard modernisieren, sondern wir wollten Jemanden, der unseren Songs fürs Album die richtigen Arrangements und den perfekten Sound verleiht, wie es bei modernen Songs so ist. Darauf muss man achten. Wir sind seit 19 Jahren als Band unterwegs und da läuft man Gefahr, dass man sich nach zehn Alben plötzlich immer wieder selber repetiert. Klar, das ist unsere Musik die wir gerne machen und das ist auch gut so. Nur möchten wir bei den Leuten keinen Gähn-Effekt hervorrufen wo es dann heisst, es ist zwar geil, aber es ist immer das Gleiche. Chycki hat sich dann beworben bei uns, dass er das gerne machen würde. Wir haben dann mit Zweien im Studio probehalber gearbeitet bevor wir uns entschieden haben. Steve Bauer aus England war einer davon, er ist ein hervorragender Produzent, der auch schon mit Robbie Williams zusammengearbeitet hat. Aber es wurde uns dann doch etwas zu Brit-Poppig, was nicht so richtig zu Gotthard gepasst hat. Chycki ist dann einige Tage zu uns ins Tessin gekommen und hat mit uns gearbeitet. Wir haben dann nur noch gesagt: Rich, you're the man! Du weisst was Gotthard ist und was wir wollen oder auch nicht wollen. Früher haben wir uns immer zu sehr auf die Produzenten verlassen, inzwischen haben wir gemerkt, dass doch eigentlich viel wichtiger ist, was wir wollen. Also brauchten wir jetzt jemanden von Aussen der uns versteht und unsere Musik so produziert, dass sie modern, aber eben immer noch nach Gotthard klingt.
hitparade.ch: War die Zusammenarbeit mit ihm nun eine einmalige Sache oder bleibt dies nun bestehen?
Freddy: Eine schwierige Frage. Zuerst muss diese Platte mal erscheinen, bevor wir uns überlegen, was wir mit der nächsten machen. Ich denke wir sind alle happy mit der neuen Platte und nun wird dann eines das andere ergeben. Vielleicht ist das neue Album so erfolgreich, dass wir damit nun mehrere Jahre auf Tour gehen und erst in drei Jahren ein neues Album planen, vielleicht ist Rich dann ja wieder mit Mick Jagger im Studio am arbeiten, denn mit ihm hat er auch schon Alben gemacht. Es spielen viele Zufälle mit. Aber momentan kann ich sagen: Wir sind happy, er ist happy und wir haben unser best Mögliches gemacht. Die Zusammenarbeit hat gefruchtet.
hitparade.ch: Das Cover des aktuellen Albums sieht mit der Faust irgendwie ungewohnt hart aus, wenn man es mit euren letzten Covers vergleicht, habt ihr das bewusst so ausgewählt?
Steve: Ja, optisch kommt es auf jeden Fall härter rüber, doch die Idee ist eigentlich eine tiefgründige Sache. Es kam die Idee auf den Titel "Need To Believe" als Albumtitel zu wählen um damit Positivität reinzubringen und zu sagen, dass man auch Unmögliches erreichen kann wenn man möchte, selbst aus einem Stein den Saft herauszupressen. Das ist die Idee dieses Covers. Und es ist auch wissenschaftlich erwiesen, dass man auch von schlimmen Krankheiten geheilt werden kann, wenn man sich autosuggestionmässig einredet, dass man gesund werden wird. In dieser Welt voller Krisen und Problemen hört man ja auch nichts anderes mehr. Sicher gibt es diese Probleme und es scheint alles bachab zu gehen, aber wenn man mal versucht, solche Dinge in den Griff zu bekommen und das Beste daraus zu machen, dann könnte man diese Welt doch sicher in den Griff bekommen. Ich denke man darf nicht aufgeben und sollte die Courage haben, die Dinge auch einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Das war die Grundidee dieses Covers, auch wenn es optisch eher rockig daherkommt.
Freddy: Einen Stein auszupressen ist ja nicht etwas Hartes, sondern etwas Bewegendes. Man denkt doch einfach "WOW", weil es emotional in Dir etwas bewegt und auslöst.
Steve: Es soll auch grafisch gut aussehen und zum Denken anregen. Es ist keine Kartoffel, sondern ein Stein. Auch wenn eine Kartoffel vielleicht schweizerischer gewesen wäre. Aber wir sind eine Rockband, also passt der Stein besser.
hitparade.ch: "Need To Believe" soll Mut machen, in der momentanen Krisenzeit, an etwas zu glauben. Inwiefern spürt ihr als Musiker momentan die Wirtschaftskrise und an was glaubt ihr?
Steve: Man merkt es natürlich schon, man wird auch in der Musikbranche nicht davon verschont. Man muss damit leben. In unserer Branche ist die Krise sogar schon länger da mit den ganzen Downloadproblemen. Bevor man einen Song aufgenommen hat ist er im Internet zu finden. Es ist zum Teil interessant denn man kann sich informieren. Es ist nicht immer alles negativ, man kommt so auch zu neuen Fans, jetzt im Zeitalter des Internet. Auf der anderen Seite war halt früher alles viel langlebiger. Wenn heute ein Album erscheint fragen die Leute schon einen Monat danach nach dem Nächsten. Man hört und kennt nur noch die Single, der Rest ist uninteressant. Für uns ist das falsch, denn wir sind schon immer eine sehr albumorientierte Band gewesen und ich denke es lohnt sich, sich jeweils das ganze Gotthard-Album anzuhören. Wir haben nicht einen Aufhänger und der Rest geht daneben unter. Das ist heutzutage schwer durchzubringen. Radios zum Beispiel haben meist nur die Single auf dem Computer, den Rest bekommt man nicht zu hören. Ich finde das schade, denn man steckt wirklich Emotionen, Herzblut und auch Spass in so eine Plattenproduktion. Jeder Song sollte eine Chance haben gehört zu werden und meinetwegen könnte die Hälfte des Albums eine Single sein. Die grössten Probleme die wir haben sind die Fragen um's Cover der CD und welchen Song wir zur Single machen sollen. Aber das sind ja schöne Probleme.
Freddy: Die Krise die spürt man in der Musikindustrie auch dadurch, dass Musiker damit Profit machen, wie die Leute, die Probleme haben, ihre Ablenkung in der Musik suchen. Das wird so richtig gesteuert, die Leute wollen abschalten und einen guten Abend verbringen, und da kommen gute Live-Bands wie gerufen. Solche Dinge werden wieder mehr geschätzt. So gesehen profitiert die Musik auch von dieser Krise.
hitparade.ch: Shangri-La heisst ein neuer Song und ist ein sagenumwobener Ort, der im Tibet, liegt. Was hat es damit auf sich?
Steve: Dieser Song ist entstanden, als ich einmal an einem Wochenende zu einem Songwriter Duo nach Schweden geflogen bin. Mit denen haben wir schon bei den beiden Vorgänger-Alben "Lip Service" und "Domino Effect" zusammengearbeitet. An einem Nachmittag bin ich mit ihnen zusammengesessen und wir haben vier Songideen ausgetüftelt. Eine davon war eben dieser Shangri-La. Damals war der Titel noch nicht klar, aber ich habe eine mystische Story machen wollen. Er fängt auch ein bisschen orientalisch an mit dem Gesang, an den ich mich gewagt hatte. Wir haben dann über den Inhalt gesprochen und gedacht, wir möchten über eine magische, mystische Liebesbeziehung reden. Dies könnte das Paradies sein, wenn es funktioniert, es könnte aber auch die Hölle werden. Da sieht man, wie nahe die beiden Elemente beieinander liegen. Dies findet man aber nur heraus, wenn man sich auch mal ein bisschen traut und sich mit dem Risiko auseinandersetzt. Shangri-La ist ein magischer Ort in Tibet, an dem die Leute nicht altern - einfach gesagt das Paradies auf Erden. Das fanden wir interessant und auch wenn es unlike Gotthard ist hat es doch immerhin bewirkt, dass Du nachgeschlagen hast, was es bedeutet (lacht).
hitparade.ch: Dann habt ihr sonst mit Tibet nichts am Hut
Steve: Nein, aber es fasziniert mich. In all den Jahren in denen man so viel reist und sieht, beginnt man sich für andere Kulturen zu interessieren. Gerade Tibet ist ein sehr interessantes Land, das aber leider nicht immer nur durch positive Schlagzeilen hervorsticht. Wenn man nicht jedes Jahr eine Tour und ein Album hätte, wäre vielleicht auch einmal die Zeit da, ein solches Land zu bereisen.
Freddy: Vielleicht spielen wir ja mal dort - ein Anruf genügt (lacht).
hitparade.ch: Wird es vom neuen Album auch Songs geben, die man auf Singstar singen kann? (wie bereits Lift u up)
Freddy: Es hat bereits stattgefunden und es wird auch wieder stattfinden. Solche Dinge laufen aber meistens nur über die Plattenfirma. Um solche Sachen können wir uns nicht auch noch kümmern, wenn wir auf Tour sind. Zuerst war SingStar da, dann kam noch so ein Spiel mit unserer Musik, das hiess "Guitar Hero". Ich denke, SingStar kommt wieder, ich finde die Idee auf jeden Fall gut.
Steve: Damit kommt dann auch der Dusch-Effekt, so kann man die Songs auch unter der Dusche singen. Und sicher ist es auch eine Möglichkeit, neue junge Fans zu gewinnen. Wir wollen ja nicht eines Tages nur noch Rentner vor der Bühne haben, sondern Musik für alle machen.
Freddy: Aerosmith beispielsweise verkaufen ihre Musik momentan mehr durch das RockStar-Spiel als mit ihren CDs. Für den Fan ist sowas sicher hammermässig.
hitparade.ch: In den letzten 16 Jahren hat es jedes Album von Euch auf die Spitze der Schweizer Charts geschafft. Unternehmt ihr was, um diese unglaubliche Serie fortzusetzen, indem ihr eher poppige Songs aufnehmt oder ist euch egal, ob es der breiten Masse gefällt?
Steve: Ich denke es wäre falsch an ein Album heranzugehen und zu planen, wie es klingen sollte, um beim Publikum gut anzukommen. Es ist ehrliche Musik, die zu uns passen soll und an der wir uns erfreuen. Sicher, wenn man 18 oder 20 Songs fertig hat, dann achtet man darauf, ein farbiges, dynamisches und interessantes Album zusammenzustellen und nicht eine Platte, auf der ein Song klingt wie der andere. Die Auswahl muss stimmen.
Freddy: Was sicher auch noch etwas ausmacht, ist der Mix. Wenn alles aufgenommen ist und sich langsam herauskristallisiert, dass wie jetzt "Need to believe" die Single sein wird, dann schaut man sicher, dass der Mix etwas radiofreundlicher gemacht wird. Man nimmt dann halt ein bisschen Gitarre zurück und passt den Song etwas an, damit die Radios ihn spielen - das ist schliesslich das Ziel. Aber wir fangen nicht so an, dass wir bewusst an einem Single-Song arbeiten, den wir von Beginn an radiotauglich gestalten. Es ist mehr das Finish. Man würde sich sonst viel zu sehr darauf versteifen. Ich denke unser Album ist deshalb so gut geworden, weil wir uns nicht von Anfang an sämtliche Türen verschlossen haben. Kein "wir müssen ein neues Lift U Up oder Heaven haben", sonst engt man sich selbst ein und die Ideen bleiben aus. Man würde sich einen solchen Druck aufbauen, dass am Ende nichts mehr gehen würde.
hitparade.ch: Für den Film über Max Schmeling wurdet ihr engagiert den Soundtrack beizusteuern. Um welchen Song handelt es sich dabei? Eher ein nicht-radiotauglicher Song?
Steve: Lustigerweise nicht. Wir haben dem Regisseur des Films, Uwe Boll, eine Auswahl an Songs geschickt für diesen Film, der nächstes Jahr in die Kinos kommt. Er hat mit uns schon einmal zu tun gehabt, das war damals für den Film "Hostel". Dies war eher ein Ulk-Film, der in den Medien nicht wirklich präsent gewesen ist, doch dort haben wir schon einen Song beigesteuert. Und nun hat er uns angefragt, ob wir einen Song für seinen neuen Box-Film hätten. Wir sagten dann "klar, kommt aber auch darauf an, worum es im Film geht." Und dann haben wir ihm eine Auswahl von drei oder vier Songs angeboten. Er hat sich dann den Song "Unconditional Faith" ausgesucht, der eigentlich eher Anti-Boxfilm ist, aber ich glaube der hat von der Klangfarbe her, die er sich für den Film gewünscht hat, gepasst. Wir haben dann auch in Zagreb, wo das Filmset aufgebaut war, ein Video dazu gedreht. Ich bin gespannt auf das Video, wir haben es noch nicht gesehen. Und dass Uwe Boll genau diesen Song ausgesucht hat war uns sehr recht. Es ist auch eine schöne Reklame, in einem Movie-Soundtrack dabei zu sein. Es ist ein historischer Film, der sich um die Box-Legende Max Schmeling dreht. Er hat sich im zweiten Weltkrieg getraut, gegen Hitler und Konsorten anzutreten. Dies war ja nicht gerade ungefährlich, und so ist er zum Helden geworden.
hitparade.ch: Zagreb ist sicher ein eindrücklicher Schauplatz?
Freddy: Eindrücklich war vor allem die Geschichte um die 30er und 40er Jahre. Als wir in Zagreb in diese Halle hineingingen, sah alles aus wie in dieser Zeit. Es gab über 2000 Statisten, die genau so herumgelaufen sind, mit den richtigen Hüten und Hosenträgern. Wir haben in einem Boxring gedreht und der wurde von vier uralten Lampen beleuchtet. Die Lampen waren sogar so alt, dass eine davon später noch heruntergefallen ist (lacht). Zum Glück hat sie uns nicht getroffen. Jedenfalls haben wir uns wie in einer anderen Zeit gefühlt. Da wurde an alles gedacht: vom Fotoapparat bis hin zum Stuhl - jedes Detail war perfekt. Das war unheimlich eindrücklich. Sonst haben wir von Zagreb nicht viel gesehen. Nur noch das Restaurant, in dem wir spätabends dann noch gegessen haben und unser Hotel. Diese andere Zeit zu erleben war wirklich beeindruckend.
hitparade.ch: Auf eurem Programm stehen in nächster Zeit viele Konzerte im Ausland, wird euer Album dort zeitgleich released oder wie geht ihr im Ausland promomässig vor?
Steve: Ja, es wird zeitgleich released, das haben wir immer so gemacht, es hat sich bewährt. Wir sind in letzter Zeit immer mehr im Ausland unterwegs was sehr schön ist, denn so gehen viele Türen auf. Die Tour ist sehr wichtig, um das Album zu promoten, also soll es auch überall erhältlich sein. Man kann es auf unserer Homepage nachschauen, die Tour beginnt in Italien, dann kommen Spanien, Frankreich, England, Deutschland und natürlich die Schweiz im Dezember, worauf wir uns besonders freuen. Die Tour wird auch nach der Pause Ende Dezember noch weiter gehen, wir hoffen auf eine lange Tournee. Es ist immer blöd, wenn es zu früh schon wieder heisst, ein neues Album muss her. Ich denke dieses Album verdient es, dass man es möglichst lange spielt und an die Leute bringt. Es gibt auch immer wieder neue Länder die man entdecken kann um dort zu spielen. Es ist eindrücklich wenn man zehn Alben hat und sich irgendwann fragt: Welches Lied habe ich eigentlich noch nicht geschrieben? Deswegen ist es schön, wenn man solche Alben auch lange geniessen kann. Wir sind ja auch eine Live-Band. Das ist auch der Platz, an dem wir hoffentlich die Loorbeeren ernten kann, wenn man sein Produkt präsentiert.
hitparade.ch: Aber ihr geht jetzt nicht gross auf Promo-Tour im Vorfeld?
Freddy: Wir machen schon Promo, denn sie findet auch während der Tournee statt. Es gibt zwischen den Konzerten viele Interviews und momentan machen wir sehr viele Telefoninterviews. In jedem Land, in dem die CD erscheint - und das sind doch immerhin 46 Länder - gibt es irgendwo wieder ein Magazin oder eine Zeitung, die ein Interview oder Infos haben möchte, auch Radios und Fernsehen. So hat man extrem viele Interviews. Wir denken immer, wir könnten zwischendurch mal in Ruhe aufs WC, doch wir haben oft von 09.00 Uhr früh bis abends um 23.00 Uhr durchgehend Interviews. Heutzutage kann man Interviews auch wirklich gut übers Telefon, per E-Mail oder per Skype machen.
hitparade.ch: Macht es euch denn Spass Promo zu machen?
Steve: Nicht immer, nein. Das Problem ist nicht zu erklären warum und wieso und es geht auch nicht darum, dass immer wieder die gleichen Fragen kommen - man hat kein 0815-Produkt und daher drängen sich gewisse Fragen auf. Das Problem ist vielmehr immer wieder umzuswitchen von Italienisch auf Deutsch, dann wieder Englisch
da drehe ich fast durch, denn man muss sich dreifach konzentrieren.
Freddy: Oder auch wenn ein Nicht-Englisch-Sprechender mit Dir ein Interview auf Englisch machen will - über's Radio mit schlechter Verbindung. Dann wird's echt schwierig und macht auch nicht so viel Spass. Dort hört der Spass auf (lacht).
hitparade.ch: Dann macht es euch im Moment wohl mehr Spass?
Steve: Jawohl, so ist es richtig angenehm.
hitparade.ch: Nach Gotthard & Deep Purple 2008 folgen nun Konzerte mit Europe in Deutschland. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit und der grossen Chance wieder vor tausenden von Leuten zu spielen?
Freddy: Die Idee stand schon lange im Raum, besonders von unserem Promoter in Deutschland. Er hat für Europe auch schon Konzerte organisiert. Gotthard ist in Deutschland immer populärer geworden und dann kam die Frage auf, wie wir noch weiter wachsen und von diesem Erfolg profitieren können. Dann kam der Vorschlag, in der Olympia-Halle in München zu spielen. Aber nur wir alleine, dafür ist diese Halle dann doch wieder etwas zu gross. Also ist die Idee entstanden, mit Europe als Vorband aufzutreten um die Halle zu füllen. Und ich meine, wir alle kennen Europe, das ist eine grosse Band die mit "The Final Countdown" einen riesen Hit geschrieben haben. Eine solche Band als Support zu haben ist natürlich eine riesige Ehre für uns. Es war ja eigentlich nicht eine Vorband in dem Sinne, eher ein Special Guest. So ist das alles entstanden. Wir hatten uns überlegt, wer kommt in Frage? Es müsste ja etwas im gleichen Stil sein, wenn man zusammen spielen möchte. Für Rock-Fans ist das natürlich ein Hammer-Package.
hitparade.ch: Ist ein Konzert dieser Art auch für die Schweiz geplant?
Freddy: Also das mit Europe ist definitiv nur in Deutschland.
hitparade.ch: Und wie sieht es mit den Ticketverkäufen aus? Wisst ihr da was? Sieht es gut aus?
Freddy: Also in der Schweiz läuft es extrem gut. Ich habe heute im Radio gehört, dass diese Dezember-Konzerte extrem gut angezogen haben. Von Deutschland weiss ich es nicht.
Steve: Es ist noch etwas zu früh um das zu sagen, denn sie haben erst gerade mit den Vorverkäufen angefangen. Aber ich denke das läuft auch ganz gut, denn wenn es nicht so wäre, hätten wir schon was gehört. Es wird sich zeigen.
hitparade.ch: Könnt ihr bereits mehr über den "special guest" auf eurer Tour verraten? Sunrise Avenue, die bei der letzten Schweizer Tour dabei waren sind von der ersten Sekunde an ein Glückstreffer gewesen.
Steve: Gerade im Moment ist das ein Thema bei uns. Wir haben bereits Ideen und schauen ob es passt, aber konkret können wir noch keinen Namen sagen.
Freddy: Wir haben immer noch alle Ohren offen.
hitparade.ch: Man kann sich also noch bewerben?
Freddy: Absolut!
hitparade.ch: In der Zeit auf Tournee seid ihr intensiv und auf engem Raum unterwegs. Wie schaut Euer "Zusammenleben" denn eigentlich ausserhalb der Tournee-Zeiten aus? Seht ihr Euch da auch regelmässig oder zieht sich da jeder eher zurück?
Steve: Es gab eine Zeit da haben wir uns tatsächlich irgendwie zu oft gesehen und jeder hat dann die Gotthard-freie Zeit sehr genossen um einmal andere Gesichter zu sehen und auf andere Gedanken zu kommen. Aber durch das Grotthard Restaurant, das Leo Leoni aufgemacht hat, treffen wir uns zwangsläufig oft dort. Unsere Zusammenarbeit hat sich in letzter Zeit aber wieder sehr verstärkt. Das Bandfeeling und die Freundschaft sind intensiver geworden. Man geht sich nicht aus dem Weg, aber sicher hat jeder seine Hobbys, seine Vorstellungen und natürlich seine Lieblingsplätze. Eine Band die gut harmonieren soll, muss auch privat harmonisch sein. Freundschaft, Respekt und eine gute Zusammenarbeit sind Aspekte die stimmen müssen. Es würde nicht funktionieren, wenn man sich aus dem Weg gehen würde weil man sich nicht mehr sehen mag.
Freddy: Wir haben auch sehr vieles zu besprechen, sei es nun die Vorband oder sonst was. Wir haben in der Schweiz unsere eigene Plattenfirma und können dadurch sehr vieles selber bestimmen. Würde man die Stunden zusammenzählen, die wir miteinander verbringen, würde man auf ein extrem hohes Ergebnis kommen. Steve: Wir sind schon fast miteinander verheiratet.
hitparade.ch: Gestern hattet ihr einen neuen Perkussionisten dabei. Plant ihr für die "Need to believe"-Tour einen "Neuen" einzustellen?
Steve: Für diese Tour nicht, nein. Das war Andi Pupato, der auch schon bei "DeFrosted" - unserem akustischen Album - dabei gewesen ist. Er ist ein sehr guter Perkussionist und auch ein guter Freund von uns. Er hatte damals schon gesagt, dass er gerne wieder einmal etwas mit uns machen möchte, also haben wir ihn angefragt und uns sehr über seine Zusage gefreut. Er ergänzt uns natürlich schon sehr gut, er bringt einen guten Groove hinein. Wir haben auch immer grossen Spass mit ihm. Wir möchten aber auf der Tour nicht alle Gastmusiker auch noch mitnehmen. Ausser vielleicht Nicolo Fragile am Keyboard, den man als Extra-Musiker bezeichnen könnte, ist niemand dabei.
hitparade.ch: Nach der Zusammenarbeit mit Jon Lord und Orchester sind wir gespannt ob es in Zukunft weitere Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern geben wird?
Freddy: Da ist etwas in Planung, Steve hat in Italien ein Duett aufgenommen des Songs "Tears To Cry" aus unserem neuen Album. Und diese Aufnahmen sind gut gelaufen.
Steve: Es ist ein Künstlerin, sie heisst Dolcenera und hat 2003 das San Remo Festival als Neuerscheinung gewonnen. Es ist eine junge Dame die freche und tolle Musik mit dem Piano macht. Es ist die Alicia Keys von Italien. Schön ist, dass die Zusammenarbeit entstanden ist, weil sie durch unseren italienischen Produzenten in Italien, der schon mit Grössen wie Laura Pausini und Zucchero gearbeitet hat, diesen Song gehört hat und so auf uns zugekommen ist. Dann haben wir beschlossen das zu machen und für sie war es sehr interessant auf Englisch zu singen. Für uns war es auch toll, so den italienischen Markt ein bisschen aufzupeppen. Wir sind nun gespannt, was dabei herauskommt. Die Aufnahmen sind sehr gut gelaufen. Was Musik angeht ist Italien irgendwie ein eigenes Pflaster.
hitparade.ch: Florian Ast hat am Sonntag ein Duett mit einer Musicstargewinnerin performt. Bligg, Baschi, Seven, Stress und Ritschi haben zusammen einen Song aufgenommen. Gibt es Schweizer Künstler die euch für ein Duett reizen würden?
Steve: Das können wir uns auf jeden Fall gut vorstellen, es ist einfach noch nicht dazu gekommen. Wenn die Musik passen würde und die Person auch Freude daran hätte - schliesslich sind solche Sachen oft auch nur PR - dann auf jeden Fall.
Freddy: Wenn man spezifisch danach sucht und unbedingt ein Duett machen möchte, dann klappt das selten so richtig. Aber wenn es so läuft wie nun so mit Dolcenera, dass man zufällig aufeinander stösst und Interesse hat, dann ist das natürlich eine tolle Sache. So steht es sicher unter einem besseren Stern. Wer weiss, vielleicht klopft ja bald jemand an, wir sind auf jeden Fall offen dafür.
Steve: Wir sind uns nicht zu schade für etwas Schweizerisches, aber Gotthard hat schon immer sehr international gedacht. Wir wissen nicht, wie wichtig sowas für das Ausland ist. Bei Dolcenera war es sehr gut, weil uns dies ein Markt eröffnen könnte, bei dem wir immer noch ein wenig am kämpfen sind. Italien war immer schwierig. Wir haben da mal vor AC/DC gespielt und es ist niemand von unserer Plattenfirma gekommen. Nicht einmal um zu schauen, wie es uns geht. Darum ist es wichtig, bei solchen Ländern dranzubleiben und darum zu kämpfen, erreichen zu können, was in anderen Ländern bereits geklappt hat. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Es kommt auf die Qualität an - wir sind sicher nicht zu schade für die Schweiz.
hitparade.ch: Bei den Grössten Schweizer Hits 2008 habt ihr mit Heaven den Sieg nur knapp verpasst. Dieses Jahr wird wieder ein Hit gesucht aus dem Jahr 08/09. Leider seid ihr nicht nominiert. Gibt es einen Schweizer Song aus dem letzten Jahr an den ihr euch noch erinnern könnt?
Steve: Mir hat Stefanie Heinzmann sehr gut gefallen mit "My Man Is A Mean Man". Es gibt unheimlich viel Gutes aus der Schweiz, vieles das ich hören würde und gar nicht wüsste, dass es aus der Schweiz kommt. Es gibt viele interessante neue Bands. Stefanie Heinzmann war für mich aber auf jeden Fall die grösste Überraschung. Als ich die das erste Mal im Radio gehört hatte, dachte ich zuerst, das sei wieder eine neue amerikanische Rockgöre, ich hätte nie gedacht, dass sie aus der Schweiz kommt. Schon gar nicht aus dem Wallis.
Freddy: Sie macht das richtig! Wenn die Walliser mal loslegen, dann klappt das auch!
hitparade.ch: Kommen wir zur Top 10 der Schweizer Hitparade. Könnt ihr die Songs kurz bewerten?
(besprechen untereinander): Steve: Hast Du ein Album von Lady Gaga? - Freddy: Nein - Steve: Du bist mir immer sympathischer.
Steve: Ich kenne Green Day, die sind gut.
Freddy: Aber das neue Zeug ist nicht mehr so wie es einmal war.
Steve: Black Eyed Peas ist eine Geldmaschine.
Steve: Ich habe mit vielem Mühe, da es sich einfach nach billigen Studioproduktionen anhört. Aber wahrscheinlich würde es mich umhauen, wenn ich es live erleben würde.
Freddy: Milow finde ich unheimlich gut gemacht. Dass der auf die Idee gekommen ist einen Song von 50 Cent so komplett anders neu zu covern.. darauf muss man erst kommen. Hut ab!
Freddy: Kid Rock hat einen sehr langen Sommer, sein "All Summer Long" ist immer noch vertreten. Ein Dauer-Sommerhit.
Steve: Und dabei klingt er genau gleich wie "Sweet Home Alabama".
Steve: Mit der Hitparade ist es halt so eine Sache. Klar ist es toll, wenn man mit einer Single in der Hitparade platziert ist, das hilft natürlich extrem ein Album zu promoten oder eine Tour. Wenn man aber eher eine Albumband ist, ist man nicht unbedingt auf einen Nummer 1 Hit im Radio angewiesen. Es ist schön, wenn es passiert, aber man schreibt die Songs nicht, damit sie weit nach oben in die Charts kommen. Die Songs müssen gute Live-Songs sein, hinter denen man stehen kann. Wir wollen auch kein Rezept erfinden, um einen Hit zu schreiben. Es gibt da so gewisse Richtlinien dafür, aber das ist bei uns eher was, das aus dem Herzen kommt. Entweder man schreibt ihn oder nicht. Wenn man keinen Hit schreibt, hat man dafür andere gute Sachen gemacht, die dich als Musiker weiterbringen und die auch bei den Fans gut ankommen. Ich würde mal so frech behaupten, dass wir jetzt wieder Songs dabei haben, die für Gotthard-Fans sicher interessanter klingen als Lady Gaga.
interview
24.April 2007
Gotthard sind zurück mit ihrem neuen Album "Domino Effect". Nach 10 Nummer-1-Alben in der Schweizer Hitparade geht diese Woche der nächste Anwärter auf die Spitzenposition über den Ladentisch. Wir haben Steve Lee und Freddy Scherer getroffen und einige Fragen gestellt.
hitparade.ch: Beim ersten Durchhören kamen bei uns Erinnerungen an die 80's Hardrock-Zeiten hoch. Ist dies eine bewusste Ausrichtung oder hat sich das so ergeben?
Steve Lee: Das hat sich tatsächlich so ergeben. Spätestens seit dem Lipservice Album, das vor zwei Jahren erschienen ist, spürten wir, dass die Band einfach Freude an dieser härteren Musik hat. Dies heisst aber nicht, dass wir die Balladen vergessen haben. Die Melodien sind nach wie vor ein fester Bestandteil von Gotthard. Es macht halt einfach Freude, Livesongs im Studio zu kreieren. Besonders das Live-Feeling rüberzubringen. Ich glaube diese Spielfreude hört man auf "Domino Effect" auch ganz gut. Einfach ohne schnörklige u
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nd langweilige Produktionen. Wir wollten einfach reinstecken und Musik machen. Dies ist für uns wichtig, und ich glaube das kommt auch so rüber. Ehrlich und einfach - so wie Rockmusik sein sollte.
hitparade.ch: Kritische Stimmen schrien ja schon lange nach wieder mehr Strom in den Gitarren und einer härteren Gangart. War die Zeit einfach nicht reif dafür die letzten Jahre?
Steve Lee: Man hat in dieser Zeit Sachen ausprobiert und eine Entwicklung durchgemacht. Diese Entwicklung möchte ich als Musiker heutzutage nicht missen. Ich finde es wichtig, dass man dies an sich heranlässt. Es ist einfach ehrlicher, wenn man es versucht, auch wenn es dem ein oder anderen Fan etwas schräg einfahren könnte. Tatsache ist, dass nach dem akustischen Live-Album "D-Frosted" einige Hardrock-Fans etwas enttäuscht waren, besonders im Ausland. Die dachten, das gehe jetzt Album für Album so weiter. Aber wir wollten das einfach machen. In der Schweiz passierte das Gegenteil. Wir hatten auf einmal mehr Leute an den Konzerten. Wir hatten einfach ein breiteres Publikum. Von dort an haben wir zu experimentieren begonnen. Auf der einen Seite wollten wir nicht die Hardrock-Fans enttäuschen und auf der anderen Seite versuchten wir die neu dazugewonnen Fans nicht zu verlieren. Es entstand also eine Art Spagat. Im Nachhinein muss ich sagen, dass dies fast ein wenig zu weit gegangen ist. Ich möchte diese Zeit aber nicht missen, denn die Band hat dadurch sehr viel dazugelernt. Jetzt haben wir uns wieder für härtete Töne entschieden, auch weil es live viel mehr Spass macht diese Töne zu spielen. Alben wie "Human Zoo" oder "Open" waren sehr schwierig live rüberzubringen. Jeder Song hatte eine andere Gitarre, eine andere Stimmungsart, andere Chöre und einen anderen Aufbau. Ohne grossen technischen Aufwand wurde es sehr kompliziert. Jetzt ist das alles einfacher und macht dadurch auch mehr Spass.
hitparade.ch: Wird sich das neue Album auch auf die Live-Set's auswirken? Muss die erste Reihe noch etwas mehr die Hals-Muskulatur trainieren, um genügend den Kopf und die Haare schütteln zu können?
Freddy Scherer: Ich denke schon, ja (lacht). Das neue Live-Repertoire basiert natürlich grösstenteils auf dem neuen Album. Auch einige Songs aus "Lipservice" werden zu hören sein, und ein Best Of der letzten 15 Jahre. Das Set wird sehr rockig und auch abwechslungsreich sein. Auch dieses Mal wird es wieder Balladen geben, aber ich glaube momentan haben wir 8 oder 9 Songs des neuen Albums im Set und das Set wird sich im Verlauf des nächsten Monats sowieso noch ändern. Man wird viel erfahren und spürt die Publikumsreaktionen, deswegen wird das Set nächstes Jahr wahrscheinlich ganz anders aussehen als das, das wir momentan spielen.
hitparade.ch: Hat das auch Einfluss auf ältere Songs, die ihr für das Set umarrangiert?
Steve Lee: Ich würde sagen ja. Man versucht natürlich, nicht immer genau das Selbe zu bringen. Das ist manchmal auch schwierig, denn man möchte den Leuten ja auch etwas bieten, das sie kennen. Die erwarten etwas von dir. Andererseits möchte man das Publikum ja auch überraschen. Es kann wirklich schwierig sein, jemanden mit etwas Bekanntem zu überraschen. Aber ich glaube wir kriegen das hin. Wie Freddy gesagt hat: Die Songs entwickeln sich bei Live-Auftritten immer weiter, eben auch durch die Zuschauerreaktionen. Dadurch kann sich ein Song schnell verändern. Man baut vielleicht Zwischenteile ein, wenn man merkt, dass das bei den Leuten gut ankommt. Es ist auch für uns cool, wenn wir die Leute involvieren können. So kann es auch passieren, dass alte Songs umarrangiert werden. Das macht es ja auch interessant.
hitparade.ch: In eurem Kalender sind diverse Konzerte eingetragen, hauptsächlich in der Schweiz und in Deutschland. Folgen noch weitere Auftritte ab November? Ist etwas geplant?
Steve Lee: Es folgt noch sehr viel. Wir sind noch vieles am Planen. Im Hinterkopf ist eigentlich schon der Gedanke, dass wir bis im Oktober des nächsten Jahres möglichst viele Konzerte spielen wollen. Der Vorteil davon ist auch, dass man Zeit für Länder hat, die neu dazugekommen sind oder die wir vernachlässigt haben. Spanien, England, Portugal und auch Italien sind Länder, bei denen wir gemerkt haben, dass sie auf Gotthard stehen. Italien ist immerhin unser Nachbarland und wir hatten bisher nie die Möglichkeit, dort eine ausgedehnte Tour zu machen. Dies möchten wir nun nachholen und verbessern. Möglichst viel zu spielen ist unsere Devise für das nächste Jahr. Das ist für uns das Wichtigste und eine Visitenkarte von Gotthard.
hitparade.ch: Ihr wart ja schon mit Lipservice sehr lange unterwegs. Freut ihr euch immer wieder auf eine Tour?
Freddy Scherer: Auch diesmal wird es wieder neue Territorien geben. In Skandinavien werden wir fast dreissig Konzerte geben. Letztes Jahr hatten wir dort nur einen einzigen Auftritt, und zwar am Sweden Rock, dem grössten Rockfestival in Schweden. Dies hat uns nun viele Türen geöffnet. Es sind unzählige Tourveranstalter an der Band interessiert. Das Album "Lipservice" ist in Schweden sogar in den Top 10 gelandet. Es gehen immer wieder neue Türen auf. Auch in Spanien werden wir nun mehr Konzerte geben. In England werden wir diesmal doppelt so viele Auftritte haben wie damals bei der Lipservice-Tour. Und zwar weil es gute Publikumsreaktionen gegeben hat. Die Clubbesitzer dort merken das dann und viele helfen uns dann auch mit der Band weiterzukommen. Das ist schön.
hitparade.ch: Habt ihr keine Angst mal müde zu werden, wenn ihr immer so ein riesen Programm habt?
Freddy Scherer: Wir sind zwar nicht weit davon entfernt, aber doch genug weit, um weiterzumachen.
Steve Lee: Angst müssen wir da nicht haben. Wenn es Spass macht, ist eine gewisse Müdigkeit auch übersehbar. Das steckt man weg. Aber es ist auf jeden Fall harte Arbeit!
hitparade.ch: Wieso hat man bei diesem Album wieder eine Ballade als erste Single released? "Lift 'u' Up" hat ja relativ gut eingeschlagen. Es war damals der höchste Single-Einstieg von Gotthard in der Schweizer Hitparade
Steve Lee: Dieser Song hat einfach unserer Meinung nach am meisten Radiopotenzial. Sicher hätte man auch andere Songs wie beispielsweise "Come Alive", der ähnlich wie "Lift U Up" strukturiert ist, als Single nehmen können. Wir sehen uns halt weniger als Single-Band, sondern als Album-Band. Ich glaube, wenn jeder von uns einen Song hätte auswählen können, dann hätte jeder einen anderen gewählt. Das sehe ich als sehr positiv an, denn das heisst, dass man nicht alles auf eine Karte setzt, sondern dass der Stolz auf das ganze Album vorhanden ist am Schluss. Heutzutage ist man halt ein wenig kastriert, denn die Fernseh- und Radiostationen spielen halt nur gewisse Sorten von Songs. Wenn wir da mit einem "Oscar Goes To" oder einem "Master Of Illusion" angekommen wären, hätten sicher 80% der Radios in der Schweiz gesagt, dass man diese Songs nicht spielen kann. Dadurch hat man natürlich geringe Chancen, mit einem Song eine gewisse Chartplatzierung zu erreichen. Uns ist aber wichtiger, was das Album erreicht. Man muss Gotthard als Ganzes sehen, und das ist einfach das Album.
Freddy Scherer: Und das Jahr ist ja noch lang. Dies ist jetzt die erste Single. Es werden aber sicher noch zwei oder drei weitere Singles rauskommen. Die erste Single war sicher auch ein wenig Schweiz-bedacht. Obwohl wir von England sensationelle Reaktionen erhalten haben. Es gab auch Songs, wo alle in Spanien geschrien hatten, dass sie diesen Song als Single haben möchten. In Spanien werden wir aber, bis auf ein Festival, erst im Herbst spielen. Wenn wir also die von den Spaniern gewünschte Single jetzt rausgeben, dann vergehen wieder sechs oder sieben Monate, bis wir dort auf Tour gehen. Deswegen macht es einfach mehr Sinn, erst kurz vorher dort etwas zu machen.
hitparade.ch: "Sonntagsblick Online" betitelte euer neues Video am Wochenende mit "Gotthard schockt!"! Das Video schlägt gerade etwas in die Kerben von DJ BOBO und BASCHI was das "Schocken" angeht. Und du sagst "Heutzutage gehört es schon fast zum guten Ton, ein wenig zu schocken". Geht es wirklich nicht mehr anders?
Steve Lee: Doch, klar geht es anders. Aber wir haben viele Videos gemacht und fanden die auch immer okay und schön. Allerdings fanden wir sie auch etwas zu brav und zu normal. Wir haben dann von verschiedenen Regisseuren Skripte erhalten wo wir dann gedacht haben: Das klingt doch gut und modern. Das ist etwas, das die Leute zum Reden bringt. Wie gesagt, es geht auch anders, aber wir wollen hier nicht den Spielverderber spielen und wir wollten auch mal etwas machen, das für uns etwas anders ist. Es ist ja nicht ein totales Schockvideo, es ist halt nur ungewohnt für Gotthard. Es hat uns jedenfalls Spass gemacht dieses Video zu machen. Wir sind sehr auf die Reaktionen gespannt. Wir wollten weder die Leute zum Kannibalismus bekehren noch einen auf Horrorfilm machen, sondern es machte einfach Spass. Das mit dem Herzen aufessen ist mehr eine Metapher. Es geht um eine Beziehung die nicht funktioniert hat, man ist missbraucht und misshandelt worden was Liebe und Herz betrifft. Ich glaube das kommt auf eine gute Art rüber, wenn es auch ein wenig schockierend ist. Und das finde ich okay. Wir haben ja jahrelang gezeigt, dass es auch anders geht. Wieso sollen wir nicht auch mal etwas Neues ausprobieren?
Freddy Scherer: Und diese Schockszenen dauern ja auch gar nicht so lange. Die paar Sekunden wird auch die ältere Bevölkerung überleben. Ich hoffe es zumindest.
hitparade.ch: Denkt ihr, dass das Musikbusiness sich in eine Richtung entwickelt, wo man immer mehr auffallen muss?
Freddy Scherer: Da kannst du die letzten dreissig Jahre zurückgehen. Ich meine, wer hat sich in letzter Zeit extrem vermarktet? Oasis haben sicher mit Skandälchen geschockt, dann aber auch ein Typ wie Marilyn Manson, der an Kiss-Zeiten erinnert. Aber wenn man sich mal das damalige Publikum der Beatles anschaut, dann waren doch dort die selben Reaktionen da, wie heute bei Tokio Hotel da sind. Damals sind auch schon alle in Ohnmacht gefallen. Es ist ein Phänomen! Ein bisschen Spezielles ist gut, es soll schliesslich interessant bleiben. Ich denke, Gotthard gehört mehr in die Kategorie Band AC/DC, Metallica oder Aerosmith. Eher langlebiger, ohne Skandale, dafür mit viel guter Musik und gutem Handwerk. Bisher haben wir noch kein Hotelzimmer zertrümmert. Noch nicht (lacht). Wer weiss was noch kommt. Jedenfalls ist bei uns die Musik das Thema.
hitparade.ch: In einem aktuellen Interview hab ich gelesen, dass ihr einen guten Lauf hattet, was das Songschreiben und die Aufnahmen betrifft. Wie soll man das verstehen?
Steve Lee: Was man auf dem neuen Album zu hören bekommt, ist eine Art Live-Feuer. Wir sind eben erst aus Südamerika zurückgekommen, im Oktober waren wir sogar noch auf Tour. Dann sind wir sehr schnell wieder mit Songschreiben und Aufnahmen in Verbindung gekommen. Wir hatten da immer noch das Live-Feeling. Meines Erachtens haben wir das auch aufs Album übertragen können. Wir haben uns nach den Konzerten gar nicht erst abgekühlt, sondern haben sofort mit Schreiben weitergemacht. Die Spielfreude war also noch da, und ich finde, man sollte die Kreativität nicht ausbremsen, wenn sie gerade am fliessen ist. Ich denke, es wäre ein Fehler gewesen sich drei oder vier Monate hinzulegen und sich zu sagen, man möchte sich nach dieser langen Tour erst einmal ausruhen. Man muss sich nämlich wie ein Sportler wieder aufwärmen, bis man bereit ist, Musik zu machen. Denn es ist ein harter Job, wenn man ihn gut machen will. Ich denke, das konnten wir ausnutzen.
Freddy Scherer: Ich denke es wäre ein Fehler gewesen, nicht sofort weiterzumachen. Du hättest wieder von vorne angefangen zu überlegen. Man hätte sich gefragt: Was ist beim letzten Album alles passiert? Was ist gut angekommen? Was nicht? In solchen Momenten beginnt man sich zu fixieren à la: Wir brauchen unbedingt wieder ein "Lift U Up", wir brauchen wieder ein "Anytime, Anywhere". Aber solche Songs kommen nicht auf Knopfdruck. Die kommen einfach so. Aber dadurch, dass wir keine Pause gemacht haben, kamen wir gar nicht erst zum Überlegen. Wir haben einfach den Flow genutzt und neues Material aufgenommen. Erst als wir mit der neuen Scheibe fertig waren, haben wir gemerkt, was wir da eigentlich gemacht haben.
hitparade.ch: Von aussen betrachtet seid ihr eine unglaublich erfolgreiche Band. Ihr hattet 10 Nummer eins Hits. Habt ihr dadurch einen grösseren Druck? Ihr könnt ja nur gleich gut oder schlechter sein.
Freddy Scherer: International können wir schon noch viel dazugewinnen. Und in der Schweiz wäre ein Gleichstand ebenfalls ein Gewinn. Es ist eine Herausforderung, in der Schweiz wieder dorthin zu gelangen, wo wir letztes und vorletztes Jahr gestanden haben. Das kann man aber nicht planen. Man sollte einfach dankbar sein, wenn es passiert. Klar, man kann viele Interviews geben und viel Medienpräsenz zeigen, aber man muss halt einfach dankbar sein, wenn die Schweizer solche Musik noch hören wollen. Es ist wieder ein wenig härter geworden, was vielleicht nicht allen gut gefällt. Man macht das, was man gerne macht, und kann nur hoffen, dass die Leute das auch gut finden.
Steve Lee: Sicher ist ein kleiner Druck da, aber die Welt würde nicht zusammenbrechen, wenn das Album an zweiter oder dritter Stelle in der Hitparade landen würde. Man macht es ja nicht in erster Linie deswegen. Es freut einen halt einfach, wenn es Erfolg hat. Es ist eine Belohnung, wenn man sich überlegt, wie viel Arbeit, Zeit und auch Kreativität man in das Album gesteckt hat.
hitparade.ch:Wo stehen Gotthard in ein paar Jahren?
Steve Lee: Auf der Bühne, ganz sicher. Wahrscheinlich etwa beim zehnten Studioalbum.
Freddy Scherer: So weit können wir irgendwie noch gar nicht überlegen. Wir sind so beschäftigt mit unserer momentanen Arbeit, es läuft alles so gut, wieso Gedanken an morgen verlieren? Wie sieht denn die Welt in vier oder fünf Jahren aus? Das ist auch eine Frage, sieht sie überhaupt noch aus? (lacht).
hitparade.ch:Traditionsgemäss zeigen wir dir noch die aktuelle Top 10 der Schweizer Single Charts. Könnt ihr sie kommentieren?
10. Timbaland feat. Nelly Furtado & Justin Timberlake - Give It To Me
Steve Lee: Justin war mal Gotthard-Fan. Was er heute macht, ist zwar nicht meine Welt, aber er macht es professionell und mit vollem Einsatz. Diesen Song habe ich auch schon gehört, aber ich würde das Radio deswegen nicht lauter stellen. Es ist halt eine andere Welt. Aber man respektiert, was der andere macht, das ist klar.
9. Ville Valo & Natalia Avelon - Summer Wine
Steve Lee: Das ist ein guter Song. Seine tiefe Stimme hat natürlich einen grossen Erkennungswert. HIM ist sowieso eine Band für sich, grosser Charakter, interessante Balladen. Vieles, das aus dem Norden kommt, finde ich interessant.
Freddy Scherer: Ein sehr gutes Remake.
8. DJ Bobo - Vampires Are Alive
Steve Lee: Es ist nicht meine Welt, aber eins muss man ihm lassen: Er hat alles unter Kontrolle. Er macht alles sehr professionell. Ob es nun gefällt oder nicht, ist dann Geschmacksache. Ich würde jetzt ungern als Vampir an den Eurovision Song Contest gehen, aber ich wünsche ihm alles Gute. Hoffen wir das Beste. Ich würde es ihm gönnen, wenn was draus wird.
7. Justin Timberlake - What Goes Around... Comes Around
Freddy Scherer: Ich denke es braucht viel Kraft, aus einer Boyband zu kommen und sich die Anerkennung der Musikindustrie zu erlangen. Da braucht es schon ziemlich viel, damit so viele Menschen hinter einem stehen. Ob der Song gut ist oder nicht, das sei nun dahingestellt.
6. DJ Ötzi & Nik P. - Ein Stern (... der deinen Namen trägt)
Freddy Scherer: Ich gehe zwar gerne Skifahren, aber nicht zu diesem Song. Ich gehöre einfach nicht zu dieser DJ Ötzi Après Ski Sorte.
Steve Lee: Ich schliesse mich Freddy an und bin auch froh, dass er so denkt. Ich respektiere wirklich alle Arten von Musik. Aber sowas ist schon hart an der Grenze.
5. Jennifer Lopez - Qué hiciste
Steve Lee: Diesen Song hört man überall. Es ist ein guter Radiosong.
4. Avril Lavigne - Girlfriend
Freddy Scherer: Ja, die ist okay. Sie ist frech. Sie ist etwas älter geworden und bewegt sich jetzt etwas damenhafter als auch schon. Weniger Skateboards. Ich würde aber nicht ein ganzes Konzert von ihr schauen.
Steve Lee: Punk meets Rock'n'Roll.
3. Mika - Grace Kelly
Steve Lee: Das habe ich auch schon gehört. Ein richtiger Ohrwurm. Den Künstler kenne ich weniger, nur so vom hören sagen.
2. Nelly Furtado - Say It Right
Freddy Scherer: Nelly Furtado finde ich wirklich gut. Sie hat frischen Wind in diese Szene gebracht, sie hat einen eigenen Charakter und ich finde sie wirklich extrem gut. Sie hat ein gutes Image, gute Gesangslinien, macht mehr auf Dame als auf Teenie-Girl.
1. Beyoncé & Shakira - Beautiful Liar
Steve Lee: Vereinte Kräfte. Den Hüftschwung haben beide drauf. Irgendwie funktioniert das. Es ist ja auch der Musikstil, der momentan angesagt ist. Hip Hop mit Soul vermischt. Das ist einfach Mode im Moment. Und das sind einfach zwei der grössten Namen momentan. Wenn sich die zusammentun, gibt es logischerweise eine Nummer eins.
interview
01.Juni 2005
Gotthard sind zurück. Mit Lipservice erscheint nun ihr neues Werk. Doch noch bevor die CD im Handel erschien, durften wir uns mit Drummer Hena Habegger direkt nach dem Soundcheck in der St. Jakobshalle kurz zusammensetzen und ein paar Fragen stellen. Unkompliziert und entspannt stand er uns Red und Antwort.
h.ch: "Lift 'U' Up" war ja schon mal ein Kracher. Als wir unter Kollegen damals hörten, dass eine neue Single kommt, haben wir auf eine Ballade gewettet, und natürlich...
hh: ...eine Pizza verloren?
h.ch:Nein, ein paar runden Bier, aber egal - war das geplant, sich mal mit einem Kracher zurückzumelden?
hh:Ja, wir wollten bewusst nicht eine Ballade als Single rausbringen. Lift 'U' Up hatten wir jedoch schon fertig, bevor wir ins Studio gingen, und darum war dieser Song naheliegend, aber er hat gepasst und der Charteinstieg auf Platz 3 hat uns gezeigt, dass wir richtig gelegen sind. Wir hatten schon noch andere Optionen, aber
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Lift 'U' Up war komplett gemacht.
h.ch: Wie angetönt, seid ihr weit oben eingestiegen damit - erhofft Ihr Euch diesen Einstieg auch mit dem Album?
hh: Es sieht schwer danach aus, wir haben rund 53'000 Vorbestellungen, einzig COLDPLAY könnte uns vielleicht die 1 noch wegschnappen. Die bringen ihr Album auch am Montag raus - wir werden sehen...
h.ch: "Lipservice" ist insgesamt wieder rockiger, erdiger, kerniger als letzte Werke. Auch wenn sich der eine oder andere vielleicht noch etwas mehr Härte gewünscht hätte, was ja durchaus hätte sein können, wenn man zu einem Label wie "Nuclear Blast" wechselt. Ist das der Weg den Ihr wieder einschlagen möchtet?
hh: Ja, wir wollten wieder etwas härter werden, Es ist viel passiert, und dies ist das Resultat, das daraus entstanden ist. Viele Einflüsse und Erfahrungen und ganz klar auch die Einflüsse vom neuen Gitarristen Freddy Scherer. Dies ist das Resultat und da sind wir stolz drauf.
h.ch: Darf man auch live bei der Songauswahl eher oder mehrheitlich die härteren Stücke erwarten?
hh: Ja, vor allem werden wir unser neues Material präsentieren, auch wenn wir nicht alles spielen werden. Viele bekannte Stücke werden zu hören sein und selbstverständlich haben wir unsere Songauswahl etwas angepasst.
h.ch: Allgemein hat ja viel gewechselt, nicht nur Label, Manager, Gitarrist etc. Und dass sich das nicht negativ ausgewirkt hat, hört man auf "Lipservice", aber dieser grosse Einschnitt hat sicher auch gewisse Risiken mitgebracht.
hh: Damit du vorne mitspielen kannst, musst du Risiken eingehen. Klar hätte auch was ins Auge gehen können. aber es war der richtige Zeitpunkt, mal richtig auszumisten und mit vielem neu anzufangen. Zuviel hat nicht mehr so gestimmt. auch mit unserer alten Plattenfirma BMG, die waren uns etwas zu verhalten, vor allem was das Ausland anging, da war "Nuclear Blast" genau die richtige Wahl, die haben Erfahrung damit und die besten Connections und die geben recht Vollgas, das kommt uns sehr entgegen.
h.ch: Ihr habt jetzt 4 sog. "Pre-Release-Shows" hinter euch, habt ihr Ziel und Zweck erreicht damit? Die Fans (ich spreche da für die Show in Bern) hat's ja mehr als nur "erfreut".
hh: Ja, voll und ganz. Wir wollten nicht, dass sich die Fans und Freunde die Scheibe einfach so zuhause in der guten Stube anhören, sondern wollten sie ihnen persönlich präsentieren. Niemand kannte die Scheibe und musste sich überraschen lassen. Das ist uns sicher gelungen. Wir wollten damit mal einen anderen Weg beschreiten als normal, etwas innovativer, man muss ja nicht immer das machen, was alle anderen auch machen.
h.ch: Wie viele Konzerte habt ihr jetzt geplant? Wie viele davon in der Schweiz?
hh: Wir werden an ca. 25 Festivals auftreten, von England über Deutschland bis Italien, evtl. noch Portugal. Nachher, im Herbst/Winter, geht's auf Europatournee, das werden dann nochmals 40 - 50 Shows sein. Es sammelt sich langsam, und wir werden bald einmal zusammensitzen und alles genau planen und schauen, was sich alles machen lässt, wir freuen uns darauf.
h.ch: Ihr seid ja nicht nur in der Schweiz bekannt und beliebt. Hat man das ganze schon mal hinterfragt wieso gerade Ihr? Gehen einem solche Sachen manchmal durch den kopf?
hh: Klar macht man sich solche Gedanken, aber zu viele auch nicht. Wir sind froh, dass wir es soweit geschafft haben, und wir haben hart dafür gearbeitet und sind dankbar dafür.
h.ch: Woran meint Ihr, könnte es liegen, dass Schweizer Musik im Ausland zuwenig beachtet wird? Ich denke, es hätte ja schon ein paar Kandidaten. Ist das Niveau zu tief?
hh: Ich denke nicht, dass das Niveau zu tief ist, aber es fehlt sicher am Durchhaltewillen bei vielen, zu wenig Biss, das ist sicher einer der Hauptpunkte. Wir können zurückschauen und sehen, was wir dafür geleistet haben, das sollten andere endlich mal verstehen, dass es nur mit viel Arbeit geht.
h.ch:Oder hinken wir auch nur vergangenen Trends hinterher wie es von Kritikern behauptet wird?
hh: Ja, da kann ich sicher auch zustimmen. Vielerorts wird zuerst aufs Ausland geschautm, anstatt das eigene Ding durchzuziehen, ein bisschen mehr eigene Innovativität wäre schön.
h.ch: Zurück in die Schweiz, genauer gesagt auf hitparade.ch: Wir haben bei uns die Reviews, da kann jeder Member seinen Kommentar zu den Songs und Alben abgeben und alles benoten, schaut ihr euch solche Sachen auch an, auch auf anderen Musikseiten? Und nehmt ihr solche Sachen ernst und lasst sie einfliessen?
hh: Klar schauen wir uns solche Sachen an, aber messen solchen Sachen einen nicht allzu hohen Stellenwert ein, es ist aber schon interessant. Aber es gibt da draussen einfach zu viele Leute, die einsam vor dem PC sitzen und aus Spass eine Band herunterkanzeln, dann schon lieber das Feedback von den Fans direkt. Aber beeinflussen lassen wir uns davon nicht. Wir sind gross geworden, weil wir unsere Ideen umgesetzt haben, und nicht, weil wir uns formen liessen.
h.ch:Auf unserer Homepage - www.hitparade.ch - werden nicht nur Deine Songs, sondern alles, was zur Zeit über die Ladentische geht, bewertet. Zum Abschluss dieses Interviews möchten wir, wie wir dies immer tun, einige Kommentare zu den aktuellen Top 10 der Schweizer Single-Hitparade entlocken. Sei ehrlich, auch uns gefällt nicht immer alles:
1. Akon - Lonely
hh: Danke - nächste Frage.
2. Shakira feat. Alejandro Sanz - La tortura
hh: Guter Song guter Clip.
3. Black Eyed Peas - Don't Phunk With My Heart
hh: Black Eyed Peas finde ich stark, den Song jedoch schwach für die erste Single von einem neuen Album
4. Salome - Gumpu
hh: Finde ich ok, wie auch das ganze Album, bin gespannt wie das live mit der Band umgesetzt wird.
5. Snoop Dogg feat. Charlie Wilson and Justin Timberlake - Signs
hh: Damit kann ich gar nichts anfangen.
6. Ch!pz - Cowboy
hh: Weiter bitte.
7. Daddy Yankee - Gasolina
hh: Den finde ich cool.
8. 50 Cent feat. Olivia - Candy Shop
hh: Original halt-Titten, Ärsche und fette Autos. Ich hab's gehört und gesehen...
9. Gotthard - Lift 'U' Up
hh: Cool, oder?
10. Mario - Let Me Love You
hh: Mario who??
Hena schaut noch etwas weiter nach unten und findet noch "Coldplay - Speed of Sound"
hh: Das finde ich einen Hammer Song, bin gespannt wie das Album tönt. Aber der ist klar zu weit hinten platziert.