interview
14.Mai 2012
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Vier Jahre nach seiner letzten offiziellen Mundart-CD "Z'Läbe fägt" veröffentlicht Gölä nun gleich zwei brandneue Alben in seiner Muttersprache. Schon am 8. Juni erscheint die erste CD "Ängu u Dämone I". "Ängu u Dämone II" folgt am 6. Juli. Wir haben ihn zum Interview getroffen.
hitparade.ch: Dein letztes Album hast du zusammen mit den Bellamy Brothers gemacht und damit riesige Erfolge in der Schweiz erzielen können. Was ist dein persönliches Fazit aus dieser Zeit mit den Bellamy Brothers?
Göla: Für mich immer noch eine unglaubliche Ehre: Sie sind Weltstars, und ich komme aus so einem Kuhdorf aus der Schweiz. Ich hätte nie erwartet, dass das mal passieren wird.
hitparade.ch: Konntest du damit auch international Aufsehen erregen?
Göla: Das interessiert keinen Menschen, auch in Englisch hat es niemanden gross interessiert, aber das ist auch nicht so wichtig. Wichtig ist, dass ich das erleben du
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rfte, man sollte die Erwartungen nicht höher stecken. Nicht zu viel überlegen und das weitermachen, was man gerne macht und zwar Musik.
hitparade.ch: Seid ihr immer noch in Kontakt?
Göla: Ja, im Sommer haben wir abgemacht, zu grillieren.
hitparade.ch: In den letzten vier Jahren hast du Kinder-CDs gemacht. Ist das nun abgeschlossen oder geht es weiter?
Göla: Wir sind immer dran, es geht immer weiter. Wir sind gerade an einem Album mit Kinder-Songs, welche sie gut mitsingen können. Es wird auch neue Geschichten geben, aber wahrscheinlich erst nächstes Jahr.
hitparade.ch: Seit vier Jahren ist das jetzt wieder dein erstes Mundart-Album, ursprünglich war es anders geplant
Göla: Ja, eigentlich wollten wir das englische Album herausbringen. Doch über Winter hat es etwa 37 neue Mundart-Lieder hineingeschneit.
hitparade.ch: Das englische Album wäre ja von "The Deed" gewesen. Was ist das für diejenigen, die mit diesem Namen nichts anfangen können?
Göla: Das ist die Band, mit der ich in den letzten Jahren zusammengearbeitet habe. Sie war bei vielen Mundart-Alben dabei, wie zum Beispiel auch bei "Z'Läba fägt" und hatte immer die gleiche Zusammensetzung. Es ist sozusagen die Band, die wir daraus gemacht haben, um unsere Vorlieben in Sachen amerikanischen Rock zu spielen.
hitparade.ch: Wie weit ist denn das englische Album bereits?
Göla: Es ist eigentlich schon seit 2 Jahren fix fertig und nie veröffentlicht! (lacht)
hitparade.ch: Warum hast du deine Pläne über den Haufen geworfen?
Göla: In der Zeit, als meine Familie auseinanderging, hatte ich ein ziemlich leeres Haus und bin dann zwei Monate lang richtig daran gesessen. Da sind diese vielen Mundart-Songs entstanden.
hitparade.ch: Du bist nun bei Universal Music. Warum der Wechsel?
Göla: Es ist heutzutage nicht mehr einfach, und die Chefs der Plattenlabels wechseln auch den Job. Ich wollte einfach eine stabile Plattenfirma, die Power hat, und da sind wir am Schluss auf Universal gestossen.
hitparade.ch: 37 Songs sind in 6 Wochen entstanden. Ist das nicht ein wenig Massenabfertigung?
Göla: Die Songs sind hereingekommen, als hätte es geregnet. Ich konnte und wollte das nicht stoppen.
hitparade.ch: Wann habt ihr gemerkt, dass das Material auch für zwei Alben reicht?
Göla: Das war schon ziemlich von Anfang an klar. Es ist für mich wieder ein neuer Lebensabschnitt, und da wollte ich etwas Spezielles machen. Ich wollte auch keine stinknormale Verpackung. Und da ich im Sternzeichen Zwilling geboren bin, wollte ich auch zwei CD's. Es gibt dann da auch die Zahlenmagie, ich habe drei Zahlen, die mir gefallen, 3, 4 und 7. Auf dem ersten Album gibt es 12 Songs, 1 + 2 = 3. Beim zweiten Album hat es 13 Songs, 1 + 3 = 4. Zusammengezählt sind es 25 Songs, und 2 + 5 = 7. (lacht)
hitparade.ch: Merkt man als Musiker selber, ob ein Song Hitpotential hat? Denn du hattest viele Hits wie zum Beispiel "Schwan".
Göla: Nein, das weiss man nie. Wenn man zurückschaut, ist es manchmal komisch. Beim "Schwan" habe ich mich fast geschämt dafür, ich wusste nicht, ob es mehr Schlager ist als etwas anderes. "I hät no viel blöder da" habe ich mehr für die Beiz geschrieben oder für den Feierabend. Slädu wollte das unbedingt aufnehmen und es wurde ein Riesen-Hit, das hätte ich nie gedacht. Von daher muss ich sagen, dass ich nicht oft auf mich selber hören sollte.
hitparade.ch: Die Alben heissen "Ängu u Dämone 1 und 2". Was hat es zu bedeuten?
Göla: Aus der Lebensphase merkt man immer, wie die beiden Sachen, Schwarz und Weiss, gegeneinander kämpfen, also gut und schlecht. Im Menschen selber kämpfen immer zwei Sachen gegeneinander
wenn man eine Familie hat und man weiss, es geht nicht mehr, dann möchte ein Teil in dir immer noch kämpfen, die andere Seite sagt: "Gib auf, es hat keinen Sinn mehr!" Es gibt auch andere Entscheidungen im Leben, zum Beispiel auf der Autobahn: Halte ich mich an die Geschwindigkeitsvorschrift oder nicht? Natürlich macht es mehr Spass, wenn man sich nicht daran hält, es gibt dann das Teufelchen, das sagt: "Gib ein bisschen Gas, und das Engelchen sagt: "Nein, es gibt Gesetze, es ist gefährlich!" Der Mensch kämpft sein ganzes Leben lang mit diesen zwei Elementen, das möchte ich damit sagen.
hitparade.ch: Ging es dir danach besser, als du die Songs fertig gemacht hattest und du es sozusagen herauslassen konntest?
Göla: Ich denke nicht, ich war ziemlich kaputt und auch jetzt bin ich noch müde. Es war eine sehr intensive Phase und es ist immer noch nicht fertig. Ich denke, ich werde erleichtert sein, wenn es abgeschlossen ist und das Album draussen ist.
hitparade.ch: Nach welchen Kriterien habt ihr die Songs auf die beiden Alben aufgeteilt?
Göla: Wir haben es so aufgeteilt, dass beide Alben gleichwertig sind. Sozusagen, dass alle Songs, egal ob ruhig, rockig oder party, gleichmässig verteilt sind.
hitparade.ch: Am 7. Juli eröffnest du den Mega Fight von Wladimir Klitschko und Tony Thompson mit deinen Mundart-Hits. Was haben Box-Stars mit Rock-Stars gemeinsam?
Göla: Wir arbeiten beide im Showbusiness, wir sind in der Unterhaltungsindustrie. Menschen hören gerne Musik und schauen gerne zu.
hitparade.ch: Letztes Jahr gab es das 100% Mundart Konzert in Thun vor 20'000 Zuschauern. Was hast du für Erinnerungen an diesen Event?
Göla: Grandiose, das war bestimmt eines der Highlights. In einem offenen Stadion zu spielen, ist sowieso ein Traum eines jeden Musikers. Schade hat es geregnet, aber es hat trotzdem nicht gross gestört.
hitparade.ch: Gibt's dieses Jahr den Mundart-Gölä live zu sehen?
Göla: Ja, am 9. November im Hallenstadion.
hitparade.ch: Was hast du für Erwartungen an die Charts?
Göla: Keine grossen, für mich ist es wichtig, dass die Musik draussen ankommt. Den Chart-Hit und den Rest interessiert mehr die Plattenbude
hitparade.ch: Zu guter Letzt haben wir noch die Top 10 der Album-Charts. Was hältst du davon?
Gölä: Lovebugs kenne ich natürlich, kenne die Band, aber die Songs nicht so gut. Bastian Baker habe ich auch schon gehört, habe aber keinen blassen Schimmer, was der macht. Züri West kenne ich auch gut, denke aber, sie hatten auch schon bessere Songs. Adele, ist die immer noch so hoch in den Charts? Die finde ich absolut spitze, das Album habe ich auch. Sie haut mich wirklich von den Socken! Von Nora Jones kenne ich ein paar Songs, könnte aber nicht auswendig sagen, welche genau, denke aber, sie macht guten Sound.
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27.Oktober 2008
Der Mundart-Gölä ist zurück! Einige Monate nach der Best-Of-CD präsentiert Gölä nach 7 Jahren Mundart-Pause erstmals wieder ein komplettes Album in Berndeutsch. Wir haben ihn zum Interview getroffen.
hitparade.ch: Rockig gehts zur Sache, anders als zu "Büetzers" Zeiten, sondern wie die englischen Sachen der letzten Jahre, einfach wieder Berndeutsch. Es tönt alles sehr solide, gradlinig und trotzdem sehr abwechslungsreich. Nicht nur "Z'Läbe fägt" sondern auch das Aufnehmen dieser Scheibe. Wie lange habt ihr gebraucht bis sie fertig war?
Gölä: Acht Tage.
hitparade.ch: Und wie lange dauerte es, bis ihr die Songs zusammen hattet?
Gölä: Die Songs wähle ich jeweils selbst, meine Band hat die Songs im Vorfeld noch nicht gekannt. Ich kam und sagte ihnen welche Songs wir spielen, dann wurden diese aufgenommen. Das ging alles völlig unkompliziert.
hitparade.ch: Du sagtest einmal, dir seien die
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Mundart-Songs ausgegangen.
Gölä: Ja, aber ich habe wieder viel gearbeitet. Einige Mundart-Songs hatte ich noch von früher. Viele der Songs des neuen Albums schrieb ich aber wirklich in diesem Jahr, weil ich fand, dass die älteren Sachen einfach nicht genügten.
hitparade.ch: Die Texte sind direkt aus dem Leben, wie gewohnt, erzählt in einer Sprache, die jeder klar versteht. Selbst umweltpolitische Themen kommen zur Sprache. "Wie lang no?" sprichst du die Missstände an, wie sie uns in den Medien dargestellt werden, aber irgendwie niemand etwas dagegen macht. Offenbar etwas, was dich enorm stört.
Gölä: Mich stört mehr, dass jeder mitredet und sagt, "so ist es!", anstatt zu überlegen wie es wirklich sein könnte. Ich finde es schlimm, wie die Leute immer noch leicht beeinflussbar sind, das macht mir am meisten Angst.
hitparade.ch: Machst du denn ausser deinen Liedern sonst noch etwas gegen unsere Umweltprobleme?
Gölä: Ich versuche den Leuten die Augen zu öffnen!
hitparade.ch: Politik ist nichts für dich?
Gölä: Nein, das ist nichts für mich, dafür kann ich zu wenig gut lügen!
hitparade.ch: An den Abstimmungen nimmst du aber Teil?
Gölä: Man sollte, ich weiss. Aber ich gebe zu, dass ich es nicht tue! Ich glaube ehrlich gesagt auch, dass es nicht viel bringt. Viel eher wäre wieder einmal eine Revolution das Richtige, dann würde sich vielleicht etwas ändern! Je älter ich werde, desto weniger will ich mitbestimmen. Ob rechts, links, schwarz, weiss - ist mir eigentlich völlig egal. So lange wir weiter nur an unseren kleinen Problemen herumstudieren und nicht gemeinsam etwas unternehmen, sieht unsere Zukunft schwarz aus.
hitparade.ch: Du besingst auch ein weiteres Mal das Rock'n'Roll-Leben. Wie du gerne gewesen wärst, wie du warst, und wie dein Leben heute ist. Du bist dieses Jahr 40 geworden, wie oft denkst du zurück, und wie oft lachst du dabei laut heraus oder schüttelst einfach nur den Kopf?
Gölä: Ich bin kein Mensch, der viel zurück schaut. Mir bleibt gar keine Zeit dafür, ich bin viel zu beschäftigt mit nach vorne schauen. Wenn ältere Leute nur von früher sprechen, finde ich das total schlimm. Und wenn sie dann noch behaupten, dass früher alles besser war... Das stimmt ja gar nicht! Damals starb man zum Beispiel noch an Zahnschmerzen und anderen Dingen, die heute völlig harmlos sind.
hitparade.ch: Auch im Titelsong "Z'Läbe fägt" greifst du diese Thematik nochmals auf. Warum wurde das der Albumtitel?
Gölä: Weil ich damit genau das ausdrücken wollte. Das Leben macht schon Spass, aber eben nicht nur und auch nicht für alle gleich viel. Für das Albumcover wollte ich übrigens eigentlich ein extremeres, richtig schockierendes Bild nehmen. Damit die Leute merken, dass nicht überall heile Welt ist. Ich entschloss mich dann aber doch für eines von mir. Mehr konnte ich den Schweizern nicht zumuten.
hitparade.ch: Du hast für dieses Album auf die bewährte Crew der letzten Jahre gesetzt. Eine eingespielte Mannschaft. Wie haben die reagiert als du den Entschluss gefasst hast, nochmals etwas auf Berndeutsch zu machen?
Gölä: Gar nicht. Ihnen ist das eigentlich egal. Für sie ist das Musik machen ein Job, bei dem sie Geld verdienen müssen um davon Leben zu können. Da spielt es keine Rolle ob die Musik Berndeutsch oder Englisch ist. Hauptsache sie haben einen Job und einen guten Chef.
hitparade.ch: Man könnte jetzt aber zum Beispiel sagen, dass du mit Mundart ein breiteres Publikum ansprichst und damit vielleicht in grösseren Hallen, mehr Konzerte spielen könntest.
Gölä: Ja, aber der Lohn bleibt für sie gleich. Ich habe hohe Ansprüche an meine Leute, bei denen ich gar nichts mehr zu verbessern habe, aber ich zahle auch gut.
hitparade.ch: Wirst du aber auch deine englischen Sachen an den Konzerten einbauen?
Gölä: Nein, überhaupt nicht. Ich habe inzwischen begriffen, dass die Leute Gölä in Berndeutsch wollen. Meine englischen Sachen kann ich versuchen im Ausland zu vermarkten. Aber hier in der Schweiz wollen mich die Leute mit Mundart-Songs und ich finde das haben sie auch verdient. Für das Geld, das sie für meine Konzerte ausgeben, bin ich auch bereit ihnen das zu geben, was sie erwarten.
hitparade.ch: Im Dezember bist du zwei Mal im Hallenstadion, schon fast dein "Heimclub". Freust du dich vor einer solchen Masse zu singen?
Gölä: Extrem, ja! Ich wollte immer schon grosse Hallen füllen, da ich kein Jazz-Musiker bin, der sich ab drei zahlenden Gästen freut. Das geilste für mich ist, wenn Hard Rock Bands wie Bon Jovi im vollen Hallenstadion spielen. Ich bin seit jeher Hard Rock Fan! Meiner Meinung nach ist "Ich habe es lieber intim im kleinen Club" eher eine Ausrede jener, die keinen Erfolg haben.
Weisst du, was der Rockmusiker zum Jazzmusiker sagt?
hitparade.ch: Nein?!
Gölä: Zum Flughafen bitte! (lacht laut) Ein Insider-Musikerwitz...
Aber jetzt ernsthaft: Es ist ein unglaubliches Gefühl wenn tausende Leute einen Song mitsingen. Da kann keine Kirche mithalten! Kommerz ist für mich übrigens kein Schimpfwort. Im Gegenteil. Lieber Kommerz als kein Erfolg!
hitparade.ch: Fehlte dies dir in der letzten Zeit ein wenig?
Gölä: Überhaupt nicht! Ich hatte immer eine Riesen Party, auch in den kleinen Clubs. Es war ideal, wieder dort anzufangen, jetzt bin ich nämlich bereit für die Grösseren!
hitparade.ch: Auf der Homepage steht mit "Überraschungsgästen", kannst du schon über die eine oder andere Überraschung im Voraus sprechen, wer das so sein könnte?
Gölä: Ich weiss es selbst noch nicht, da ich immer erst alles im letzten Moment mache. Wie die Bühne aussieht weiss ich zum Beispiel auch noch nicht...
hitparade.ch: Ausser den Hallenstadion-Shows steht aber noch kein weiterer Termin auf deiner Page. Es wird aber schon noch eine Clubtour folgen, oder?
Gölä: Nein, es wird keine Tour geben. Ich brauche wieder einmal meine Ruhe, nach über zwei Jahren in denen immer etwas los war.
hitparade.ch: Das, was in den letzten Wochen am meisten zu sprechen gab, war dein Engagement als Juror bei Musicstar.
Gölä: Ja, das war wieder ein kluger Zug von mir. (lacht)
hitparade.ch: Du sprichst davon oft davon, es sei eine Art Therapie für dich. Was war der Ausschlag, dass du dich bereit erklärt hast, als Juror mitzumachen?
Gölä: Wahrscheinlich die Midlife-Crisis, die ich momentan bekämpfe. Meine Flugangst habe ich mir auch abgewöhnt und mit dem Rauchen aufgehört.
hitparade.ch: Das Konzept der Sendung wurde etwas geändert, so sind die ersten drei Shows in drei verschiedenen Clubs der Schweiz. Was kannst du uns darüber genaueres Berichten? Worum geht es da, welchen Zweck haben die Shows und wie läuft es da ab?
Gölä: Nein, da weiss ich selbst auch noch nicht mehr. Bisher war ich erst einmal in Bern wegen MusicStar.
hitparade.ch: Sicherlich wurden auch andere Schweizer Musiker wurden angefragt, aber gerade die erfolgreichen Musiker, haben abgesagt. Was denkst du über deren eher ablehnende Haltung zu "MusicStar"?
Gölä: Ich hätte auch besser abgesagt.
hitparade.ch: Bereust du also deine Zusage?
Gölä: Ehrlich gesagt, ja. Dann hätte ich nach den Konzerten im Hallenstadion wieder einmal ein wenig ausruhen können. Aber immerhin ist jetzt am Sonntag jeweils etwas los und ich muss mich nicht langweilen. Irgendetwas kann ich diesen jungen Musikern ja wohl mitgeben!
hitparade.ch: Vor MusicStar gibt's ja einen weitere grosse Musikveranstaltung am Schweizer Fernsehen, die gestern begonnen hat - Die grössten Schweizer Hits. Letztes Jahr war ja ein Hauptthema der Sendung, ob du auftrittst oder nicht. Wie spontan war die ganze Sache?
Gölä: Das war echt. Ich war im Studio, dabei wollte ich nicht gestört werden. Aber irgendwie liess ich mich dann doch überreden. Manchmal bin ich einfach ein Weichei.
hitparade.ch: Einer der grössten Momente der letzten Jahren, von dem ausnahmslos alle begeistert von dir waren, war die Ansage für Krokus bei ihrem Auftritt im Stade de Suisse. Dort hast du den meisten Fans aus dem Herzen gesprochen. Wie kamst du auf diese Idee?
Gölä: Ich dachte dabei einfach an James Brown, eine richtige Musiker-Ikone. Er machte zwar Soul, aber das hat auch sehr viel mit Rock zu tun. Seine Shows, erinnerten zum Teil an powervolle Gospel Konzerte. Genau das nahm ich mir zum Vorbild.
hitparade.ch: Wie war dieses Konzert für dich? Was ist dir alles durch den Kopf gegangen bei den alten Klassikern?
Gölä: Ich konnte das Konzert leider nicht sehen, da ich selbst spielen musste. Nach der Ansage bin ich sofort abgereist und kam sogar fünf Minuten zu spät an meinen eigenen Auftritt. Die Ansage wollte ich aber unbedingt machen. Es bedeutete mir sehr viel!
hitparade.ch: Neues Album, MusicStar
Wie geht es weiter mit Gölä?
Gölä: Ich muss wieder einmal arbeiten. Renovieren. Langsam bekomme ich Musiker-Arme vom Gitarren spielen! Ausserdem möchte in Englisch Gas geben, dort habe ich noch einige Träume zu verwirklichen.
Kommen wir zur Top 10 der Schweizer Hitparade. Was kennst du davon?
10. Guru Josh Project - Infinity 2008
Gölä: Kenne ich nicht.
9. Amy Macdonald - This Is The Life
Gölä: Super stark! Die hat ein paar ganz geile Songs.
8. Lady Gaga feat. Colby O'Donis - Just Dance
Gölä: Kenn ich nicht. Fände ich aber wahrschienlich "gaga" wenn ich sie hören würde.
7. Jodlerklub Wiesenberg & Francine Jordi - Das Feyr vo dr Sehnsucht
Gölä: Kollegen von mir! Francine schau ich auch ab und zu in den Ausschnitt...
6. September - Cry For You
Gölä: Wir haben Oktober!
5.Rihanna - Disturbia
Gölä: Schrott!
4. Katy Perry - I Kissed A Girl
Gölä: Gefällt mir.
3. Gabriella Cilmi - Sweet About Me
Gölä: Gabriella "Kill Me"! Aaah, den Song find ich aber noch gut.
2. Gölä - I ha di gärn
Gölä: Gölä? Noch nie gehört. Muss ein Newcomer sein!
1. P!nk - So What
Gölä: Hammer!
interview
03.April 2007
Gölä hat in dieser Woche seine Rock 'n' Roll-Club-Tour gestartet. Wir haben ihn letzte Woche getroffen und einige Fragen gestellt.
hitparade.ch: Gölä: Bald startet deine Tour. Wie laufen die Vorbereitungen?
Gölä:: Die laufen auf vollen Touren. Seit fünf Tagen sind wir schon dabei, jetzt kommen noch fünf weitere dazu. Wir sind voll dran, nicht dass wir uns dann schämen müssen.
hitparade.ch: Im Vergleich zu früher, gibt es da Unterschiede?
Gölä:: Jetzt ist alles viel kleiner. Es ist eine Club-Tour nach dem Motto "Back to the roots". Wir werden wieder an jenen Orten spielen, wo wir früher schon gespielt haben, als uns noch niemand kannte.
hitparade.ch: Von der Stimmung her, freust du dich?
Gölä:: Ja sicher, man ist viel näher bei den Leuten und auch bei den Musikern.
hitparade.ch: Einen kleinen Vorgeschmack auf die Live-Shows erhielten die Besucher von "Art on Ice". Wie sagt
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e dir dieser Auftritt zu?
Gölä:: Zuerst dachte ich, wir würden das nur wegen des Geldes machen. Wir brauchten Geld um die Platte zu finanzieren. Wenn man nichts verkauft, wird es jeweils teuer. Am meisten freute ich mich darauf, dass wir wieder klein anfangen. Wir waren gerade dabei, die Club-Tour zu planen, als die lukrative Anfrage von "Art on Ice" dazwischen kam. Wir dachten dann, dass das helfen würde. Rückblickend muss ich sagen, dass die Auftritte sogar richtig "fägten".
hitparade.ch: Was haben die Leute bei "Art on Ice" noch nicht gesehen, was du jetzt an den Konzerten zeigen wirst. Worauf können sich jetzt deine Fans freuen?
Gölä:: Es wird sicher lauter und natürlich eine komplette Show und nicht nur drei Songs.
hitparade.ch: Auf deinem Kalender stehen rund 21 Konzerte, inklusive Open Airs, kleinere und grössere Geschichten, bunt gemixt. Liegt dir das?
Gölä:: Das werde ich sehen. Für mich ist die Band das Wichtigste. Sie ist eine Art Familie; man ist ständig zusammen. Mit diesen Leuten will ich einfach Fun haben und ich hoffe, dass es den Leuten auch gefällt.
hitparade.ch: Du hast vorher deine Alben angesprochen. Deine aktuelle Platte musstest du selber finanzieren. Deine englischen Alben waren im Vergleich zu deinen Mundart-Platten deutlich kürzer in der Hitparade
Gölä::
sie waren Flops auf Berndeutsch gesagt. Wenn wir mit früher vergleichen, kann man sagen, dass das, was wir im Moment machen, alles Flops sind. Aber für uns ist es dennoch ein Erfolg, weil wir dachten, dass wir gar nichts verkaufen würden. Jetzt haben wir 5000 Stück verkauft und das ist ein Erfolg.
Wir haben sehr gute Kritiken erhalten. Klar ist es immer ein Thema, warum wir nicht eine Mundart-Platte gemacht haben. Wir hören von den Leuten immer wieder, es sei eine gute Platte. Und sie haben Recht, es ist eine gute Platte.
hitparade.ch: Sind dir Hitparaden-Platzierungen heute weniger wichtig als früher?
Gölä:: Die waren mir eigentlich nie wichtig. Vor meiner ersten Mundart-Platte wollte ich zwar immer weltberühmt werden. Dann kam mein Durchbruch und wir dachten "Toll, jetzt können wir spielen gehen!" Das war unsere grösste Freude. Als wir davor die Vorgruppe von Florian Ast waren, hatten wir bereits eine Riesenfreude. Wie sich die Dinge danach entwickelten, war für uns nicht vorhersehbar. Die Hitparade war aber nie unser Ziel. Meiner Meinung nach ist es falsch, wenn man Musik schreibt, um in die Hitparade zu kommen. Ich schreibe Musik, weil ich Freude an der Musik habe. Darum freue ich mich jetzt auch, egal ob jemand meine Platte kauft oder nicht. Eigentlich bin ich ein richtiger Egoist. Andere gehen arbeiten und verdienen anständig Geld. Mit dieser Platte verdiene ich kein Geld, aber die Freude ist da und das zählt für mich.
hitparade.ch: In der Presse wird immer wieder über deine musikalische Ausrichtung diskutiert, insbesondere, dass ihr nicht Mundart singt. Nerven dich diese Diskussionen?
Gölä:: Mittlerweilen ist mir das wirklich völlig egal. Ich muss mich nun auf andere Dinge konzentrieren. Ich will, dass wir eine gute Liveshow bieten. Diese Diskussionen hören ja auch nie auf. Wenn du noch mitmachst und dich aufregst, dann freuen sich ja noch. Die sollen schreiben, was sie wollen.
hitparade.ch: Jemanden auf Medienplattformen zu kritisieren ist immer einfach. Lob dagegen bekommt man selten. Was waren die schönsten Komplimente zu deinem aktuellen Album?
Gölä:: Die kommen erst. Live. Zuerst macht man eine Platte, dann erst kommen die Auftritte. Ohne neue Songs kann man ja gar nicht auf die Bühne. Das war ja bei unserer letzten Platte das Problem. Damals hatten wir nur diese eine Platte und man kann ja nicht ein halbes Konzert geben. Jetzt sind wir soweit, dass wir zwei Stunden spielen können. Darauf freue ich mich jetzt am meisten. Das ist der Lohn unserer Arbeit, die wir im Tonstudio erledigen.
hitparade.ch: Aus musikalischer Sicht wirst du von Platte zu Platte stetig rockiger. Wovon lässt du dich mitreissen?
Gölä:: Findest du? "Uf U Dervo" war doch eine Hardrock-Platte (lacht laut). Nein, natürlich hast du Recht. Ich habe immer gesagt, Mundart sei ein Unfall gewesen, wenn auch ein Glücklicher. Davor habe ich stets englischen Rock und Blues gemacht. Durch meine Mundart-Alben habe ich jetzt die Chance, das, was ich früher gemacht habe, nochmals zu probieren.
Je mehr ich jetzt die Chance habe, die Musik von früher zu machen, desto mehr geht es halt wieder zu meinen Wurzeln zurück. Jetzt mache ich eigentlich wieder die Musik, die ich früher immer gemacht habe, allerdings in einer viel besseren Qualität. Früher haben wir lieber gekifft und Alkohol getrunken als geübt. Heute ist das anders. Jetzt nehmen wir die Musik wirklich ernst und ein Bier wird erst nach getaner Arbeit getrunken. Das Ziel ist jedoch eindeutig Rock 'n Roll, die Musik, mit der ich aufgewachsen bin.
hitparade.ch: Und wie siehst du deine zukünftige Entwicklung?
Gölä:: Hoffentlich werde ich noch besser.
hitparade.ch: Die Gerüchte, dass du irgendwann wieder mit einer Mundart-Platte kommst, halten sich hartnäckig
Gölä:: Wenn der Bauch irgendwann sagt "Gölä:, jetzt hast du genug Lieder!". Wenn ich also Songs beisammen habe, die mir gefallen und die ich auch gerne spiele, werde ich das irgendwann wieder machen. Des Geldes wegen werde ich aber bestimmt nie ein solches Album aufnehmen.
hitparade.ch: An deinen Konzerten wirst du aber keine Mundart-Songs spielen, auch wenn sie gewünscht werden?
Gölä:: Ich kann mir vorstellen, wenn wir sämtliche englischen Songs gespielt haben und die Fans noch immer mehr wollen, dass wir dann einen alten Klassiker ausgraben werden.
hitparade.ch: Deine Band ist ja auch neu, aber es hat auch einige bekannte Gesichter darunter. Kannst du uns erzählen, wie es zu dieser neuen Band gekommen ist?
Gölä:: Die Band meiner Mundart-Zeit war die beste, die ich bis dahin hatte. Dann ging die Band auseinander und ich kannte niemanden, da ich mich ja auch nie in der Musikszene bewegt hatte. Die einzigen, die ich kannte, waren die Kaisers; diese rief ich dann auch an und sagte ihnen, dass ich eine Soloplatte machen wollte. Diese organisierten dann alles für mich und jetzt bin ich sehr glücklich mit meiner neuen Band.
hitparade.ch: Letzte Woche kam ja noch eine Single raus, ein Song mit Polo Hofer für dessen Duett-Album, wie kam es dazu?
Gölä:: Irgendwann habe ich mit ihm mal darüber gesprochen, ich weiss nicht mehr wann genau. Ich weiss nur noch, dass wir für unsere erste Radiosingle dieses neuen Albums ein Cover brauchten. Und da Polo Hofer gut zeichnen kann, habe ich ihn gefragt, ob er mir etwas Schönes zeichnet. Er meinte dann "Dafür kommst du zu mir dann ein Duett singen" und ich sagte zu. Das haben wir dann auch getan und es hat gfägt.
hitparade.ch: Anscheinend soll ja noch ein Polo Hofer Tribut Album erscheinen in absehbarer Zeit, bist du daran auch beteiligt?
Gölä:: Bei solchen Sachen arbeite ich nicht mit. Wenn schon, mache ich was ich mit dem Künstler zusammen oder ich lasse es sein.
hitparade.ch: Und nun wurde ja letztens noch ein Cover von "Keini Träne meh" entdeckt, welches von einer österreichischen Band Live zum Besten gegeben wird. Auch bei MusicStar wurden oft deine Songs aufgeführt. Ehrt dich sowas oder wie gehst du damit um?
Gölä:: Ich habe sicher Freude dran, dass es mir ein wenig so ergeht wie Polo, dass meine Songs teilweise Volksgut sind. Aber ich bin keiner, der in Erinnerungen schwelgt. Ich schaue nach vorne und es gefällt mir, wenn Leute Freude an meinen Sachen haben, aber so geht es wohl jedem Musiker. Aber das kann man nicht überwerten. Das ist einfach ein Song und fertig.
hitparade.ch: Hier die Top 10 der aktuellen Schweizer Hitparade. Kannst du uns deinen Kommentar zu den einzelnen Songs geben?
10. Fabienne Louves - Wach uf!
Gölä:: Habe ich mal im Fernsehen gesehen.
9. Nelly Furtado - All Good Things (Come To An End)
Gölä:: Die ist noch gut, die hat eine gute Stimme.
7. Justin Timberlake - What Goes Around... Comes Around
Gölä:: Das ist doch der Amerikaner
6. DJ Ötzi & Nik P. - Ein Stern (... der deinen Namen trägt)
Gölä:: DJ Ötzi kenne ich, den Song aber nicht.
5. DJ Bobo - Vampires Are Alive
Gölä:: Das ist einfach DJ Bobo, das ist gut.
2. Nelly Furtado - Say It Right
Gölä:: Die kenne ich, weil ich sie schon vorher gelesen habe.
1. Jennifer Lopez - Qué hiciste
Gölä:: Die kenne ich und sie sieht gut aus. Sie hat einige gute Stücke, aber ich könnte kein einziges nennen.