interview
15.August 2012
Get the
Florian Ast ist mit seinem achten Studioalbum am Start, das den simplen, aber naheliegenden Titel "Flöru" trägt. Wir haben den Sänger zu einem Interview getroffen, bei dem fast ausschliesslich die grösste seiner Leidenschaften, die Musik, im Zentrum stand.
hitparade.ch: In letzter Zeit gab es ja einiges in den Medien über Dich zu hören und die Leute schienen mehr Interesse an Deinem Privatleben als an Deiner Musik zu haben. Wie sehr nerven Dich Interview-Fragen, bei denen es immer wieder um dasselbe Thema geht?
Florian Ast: Bei Lichte betrachtet gab es gar nicht so viel zu lesen über mein Privatleben, doch es wurde einfach viel darüber gesprochen. Ich habe nie gross Auskunft darüber gegeben. So wurden aus wenigen Zitaten grosse Geschichten gemacht. Natürlich werde ich in diesen Tagen oft darauf angesprochen, aber wenn man ein neues Album promoten möchte, kann man sich nicht im Mausloch verkriechen.
hitparade
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.ch: Hast Du Dir überlegt, den Album-Release deswegen zu verschieben?
Florian Ast: Nein, das Album entstand bereits zu Zeiten, als wir noch mit "Lago Maggiore" unterwegs waren. Es war immer klar, dass das Album noch dieses Jahr kommt. Das Ganze zu verschieben, wäre feige gewesen. Es gibt nie den einen richtigen Zeitpunkt für ein Album-Release.
hitparade.ch: Du wolltest ja eigentlich nie privat so präsent sein in den Medien. Wie haben die neuesten Entwicklungen Deinen Alltag beeinflusst?
Florian Ast: Es ist sicher nicht ganz einfach, damit umzugehen.
hitparade.ch: Seit Deinem letzten Solo-Album sind mittlerweile fünf Jahre vergangen. Hast Du diese Pause bewusst gewählt?
Florian Ast: Das hat sich so ergeben. Ich wollte nach "Theater National" eine Pause machen. In der Zwischenzeit konnte ich verschiedene Sachen im Ausland produzieren, was mir sehr gut gefallen hat. Und zuletzt kam die Lago-Maggiore-Geschichte. Ich habe ein nächstes, eigenes Album aber nie aus den Augen verloren. Jetzt ist es da und ich bin sehr happy.
hitparade.ch: In diesen Jahren hat sich einiges verändert. Dank Facebook und Twitter ist der virtuelle Fan-Kontakt so einfach wie nie zuvor. Wie hast Du Dich mit diesen neuen Technologien angefreundet?
Florian Ast: Ich habe mich leider nie richtig damit befasst. Ich bin kein Internet-Freak. Natürlich könnte man Facebook als Promotion-Plattform noch stärker nutzen, aber ich habe keine Ahnung davon. Ausserdem habe ich gehört, dass man sich bei Facebook und Youtube mittlerweile Freunde und Klicks kaufen kann, wodurch das ganze natürlich an Repräsentativität einbüsst. Gleiche Bedenken habe ich bei der Hitparade, auch wenn ich es super finde, dass das Reglement jetzt offengelegt wurde.
hitparade.ch: In den letzten fünf Jahren hast Du für einige andere Künstler wie DJ Ötzi oder Katharina Michel Songs geschrieben und produziert. Was ist der grösste Unterschied, wenn man für Andere arbeitet?
Florian Ast: Der grösste und naheliegendste Unterschied ist natürlich, dass man nicht selber Interpret ist. Sobald das Album fertig ist, dreht sich alles um den Interpreten und Du stehst nur noch im Hintergrund. Das ist eine ganz andere Perspektive, die ich sehr interessant finde. Zudem ist es eine spannende Aufgabe, anderen Künstlern Songs auf den Leib zu schreiben.
hitparade.ch: Nicht vielen Schweizer Produzenten gelingt es, im Ausland Fuss zu fassen. Wie ist dir das gelungen?
Florian Ast: Die Anfrage gelangte zu mir und ich habe es gemacht. Ich fühle mich sehr geschmeichelt und geehrt, weil ich weiss, dass es als Schweizer international sehr schwer ist. Es gibt in Deutschland zehn mal mehr Musiker als hier; von Amerika ganz zu schweigen. Im Moment möchte ich mich nun aber stärker auf die Mundart-Musik konzentrieren, denn dafür schlägt mein Herz.
hitparade.ch: Hat die Arbeit für andere Künstler Deine eigene Musik beeinflusst?
Florian Ast: Nein, ich kann das - glaube ich - sehr gut trennen, auch wenn man die eigene Handschrift als Produzent natürlich nicht verstecken kann. Darum habe ich bei "Flöru" jetzt Unterstützung von Fred Hermann und Georg Schlunegger als Songwriter geholt und wir haben uns sehr gut ergänzt. Ich bin froh um ihre Hilfe und mag die beiden sehr. Wir kennen uns schon so lange, haben jetzt aber das erste Mal etwas zusammen auf die Beine gestellt.
hitparade.ch: Wann sind denn die Songs für dieses Album entstanden?
Florian Ast: Es gibt so viele Songs, die ich in den letzten fünf Jahren geschrieben habe, von denen ich dachte, dass sie auf das Album kommen. Schlussendlich sind zwei, drei ganz alte Songs darauf und die anderen sind relativ neu. Relativ neu heisst aber nicht, dass sie innerhalb eines Monats geschrieben wurden, der Prozess ging schon ein bisschen länger.
hitparade.ch: Die erste Single des neuen Albums heisst "Bundesrat". In dem Song erzählst Du, was Du als Regierungsmitglied alles verändern würdest. Würde Dich das Amt des Bundesrats ernsthaft reizen? Interessiert Dich Politik und, wenn ja, wofür würdest Du Dich einsetzen?
Florian Ast: Wenn man mich fragen würde und es ohne politischen Werdegang überhaupt möglich wäre, klar! In einer Demokratie muss Politik einen interessieren. Wir können mitbestimmen, was in unserem Land passiert, und es ist auch wichtig, das zu tun. Ich würde mich sicher gegen die illegalen Downloads einsetzen und schauen, dass die Kulturgelder besser verteilt werden und auch an den richtigen Ort kommen.
hitparade.ch: Im Song "Sackgass" besingst Du eine Lebenskrise: Jeder Tag verläuft einförmig, gleich wie der andere; man verliert den Antrieb und existiert nur noch vor sich hin. Hast Du das schon erlebt? Was machst Du dagegen und wie motivierst Du Dich wieder?
Florian Ast: Ich glaube, jeder 37-Jährige hat das bereits erlebt. Wichtig ist, wie man da wieder herauskommt. Wenn man in einer Sackgasse ist, ist es wichtig, dass man sich Zeit für sich nimmt und zu sich selbst findet. Du kannst in eine Beratung gehen, ein Buch schreiben oder Musik machen. Ich mache Letzteres.
hitparade.ch: Beim Song "Mundartmusig" geht es um eine Frau, die weder Polo Hofer noch Züri West, Büne Huber, Bligg oder Gölä mag. Auch das Flair für den "eingebildeten Florian Ast" feht der Dame. Denkst Du, die Leute empfinden Dich so?
Florian Ast: Ich habe schon oft gehört, dass die Leute mich arrogant finden. Das hängt wohl damit zusammen, dass ich in der Öffentlichkeit sehr scheu bin. Der Reim hat einfach gut auf den Song gepasst.
hitparade.ch: Weshalb überhaupt einen Song über Mundartmusik? Ist das nach Bliggs "Musigg i de Schwiiz" und Züri Wests "Göteborg" nicht schon wieder ein alter Hut?
Florian Ast: Ich darf in dem Land nun schon so lange Musik machen und wollte die Thematik mit etwas Selbstironie auf die Schippe nehmen. Seit ich musikalisch aktiv bin, habe ich schon mehrmals beobachtet, dass Kollegen aus dem Business plötzlich begannen, in Mundart zu singen, obwohl sie vorher in englischer Sprache musiziert hatten. Eigentlich ist das lächerlich, dass jemand, der früher über Mundartmusik gelacht hat, nun plötzlich selber Mundart singt, weil er auf englisch nichts erreicht. Wenn Du die englische Sprache wählst, musst Du schon gleich die Welt erobern. Und wenn Du das nicht schaffst, dann bist Du eine Pfeife (lacht).
Der Hintergrund des Songs ist aber eher, dass ich mich, wenn ich jemanden kennenlerne, schnell einmal nach dem Musikgeschmack des Gegenübers erkundige. Wie reagiert man nun, wenn die Person auf die Frage antwortet: "Alles ausser Mundartmusik"?
hitparade.ch: "2012" ist die neue Version des Songs "We d Wält ungergeit". Weshalb hast Du den Song noch einmal neu aufgelegt?
Florian Ast: Der Song passte einerseits zum aktuellen Jahr. Zudem ging er meines Erachtens auf dem Album "Läbeszeiche" etwas unter und ich wollte ihm so noch einmal eine Chance geben, weil er mir sehr gut gefällt. Die Aussage, "i bi nid ume we d'Wält ungergeit" gefällt mir einfach. Auch wenn der Maya-Kalender anderes behauptet: die Welt wird am 22. Dezember nicht untergehen. Man darf nicht vergessen, dass hinter diesem Szenario letztlich eine Geldmacherei steckt.
hitparade.ch: Im letzten Song machst Du "fertig Schluss". Müssen Deine Fans nun bangen, dass dies womöglich Dein letztes Album ist?
Florian Ast: Wenn jemand darum bangen würde, fände ich es sehr schön. Irgendwann muss Jeder aufhören. Ich weiss nicht, ob der Zeitpunkt bei mir nun gekommen ist. Mir gefällt das Lied einfach sehr, weil man es an Festivals zum Abschluss des Auftritts spielen und so dem nächsten Musiker Platz machen kann. Mit Musik ganz aufzuhören, ist undenkbar für mich. Was ich mir aber überlege, ist die Art und Weise und in welcher Funktion ich musiziere. Fraglich ist für mich, ob ich den Medienrummel brauche oder nicht. Musik ist und bleibt aber meine grösste Leidenschaft und das wird sie immer bleiben.
hitparade.ch: Was reizt Dich denn mehr? Auf der Bühne zu stehen oder im Hintergrund für Künstler zu produzieren?
Florian Ast: Beides! Ich finde beides genau gleich interessant. Schön ist, dass ich beides machen kann.
hitparade.ch: Wie steht es mit den Vorbereitungen auf die Tour? Was ist da geplant?
Florian Ast: Ich würde sehr gerne Konzerte spielen, aber zurzeit sind keine Anfragen offen. Ich bin gespannt, was nach dem Album-Release kommt.
hitparade.ch: Werfen wir einen Blick auf die Album-Charts. Was meinst Du zu diesen Platten?
1. Gölä - Ängu u Dämone II / 5. Gölä - Angu u Dämone I
Florian Ast: Gölä ist ein guter Kollege von mir. Ich gönne ihm die Platzierung seiner beiden Alben und wünsche ihm viel Glück.
2. Amigos - Bis ans Ende der Zeit
Florian Ast: Die Amigos habe ich auch schon getroffen. Sie schreiben und produzieren alle ihre Songs selber und stehen zu dem, was sie machen. Die Jungs sind völlig okay.
3. Pegasus - Human.Technology
Florian Ast: Ich finde das Cover cool. Und Noah singt auch sehr schön.
7. Linkin Park - Living Things
Florian Ast: Die Band gefällt mir gut, aber ich kenne mich mit den neuen Songs nicht so gut aus, weil ich gerade in Los Angeles war.
8. Amy Macdonald - Life In A Beautiful Light
Florian Ast: Das ist bestimmt auch gut. Amy macht keinen Seich.
10. Patent Ochsner - Johnny - The Rimini Flashdown Part II
Florian Ast: Büne hat meines Erachtens die schönste Mundartstimme. Ich mag sie seit eh und je. Patent Ochsner stehen immer für qualitativ hochstehende Produktionen. Auch privat ist Büne eine sehr nette und lustige Person.
interview
01.Januar 2007
Der kürzeste Nachname der Schweizer Musikszene gibt endlich wieder ein "Läbeszeiche" von sich - und hitparade.ch hat sich mit Florian Ast zum Interview getroffen.
hitparade.ch: Hast du einen persönlichen Lieblingssong und gibt es Lieder, die du nicht mehr veröffentlichen würdest?
Florian: Nein, es gibt keinen Favoriten. Es gibt Tage an denen mir das eine Lied besser gefällt als das andere. Aber es gibt keinen Song, bei dem ich sagen könnte DER ist der beste und DER der schwächste. *schmunzelt* Wenn es einen "Schlechtesten" gäbe, würde ich es sicher nicht zugeben
hitparade.ch: Vielleicht gibt es auch Live einen Song der besser ankommt als der andere
Florian: Live sind klar die Balladen die Favoriten und natürlich kommt "Sex" immer sehr gut beim Publikum an.
hitparade.ch: Du hast vor über 10 Jahren mit deiner Karriere begonnen, damals noch mit einem leicht anderen Stil. Nimmst du deine Handorgel wieder mal z
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ur Hand?
Florian: Dabei hatte ich mein Örgeli eigentlich immer. Es ist allerdings immer etwas versteckt zu hören auf den Alben, so auch auf dem neuen Album. Nicht nur das Schweizer-Örgeli auch eine steirische Handorgel, ich setze sie aber in einer anderen Form ein als am Anfang.
Die Handorgel ist eben sehr dominant und deshalb auch mit ein Grund, warum ich mich etwas von der Mischung von Rockmusik und Traditionellem gelöst habe. Ich konnte diesen Stil nicht fortführen, da ziemlich alles damit gesagt war und relativ bald Stillstand bedeutet hätte - ich hätte mich wiederholt. Damals setzte ich das Örgeli sehr dominant ein, heute eher als Synthesizerersatz. Wenn man also genau hinhört, bemerkt man's auf dem neuen Album.
Ich habe es immer in der Nähe
*überlegt kurz*
und wer weiss
sag niemals nie.
hitparade.ch: Morgen erscheint dein 6. Studio-Album "Läbeszeiche". Wie verliefen die Aufnahmen. Gab es wesentliche unterschiede zu den Aufnahmen früherer Alben?
Florian: Es gab diesmal weniger Gastmusiker: Bei den Aufnahmen zu "Astrein" arbeitete ich mit vielen Gastmusikern zusammen, bei "Läbeszeiche" waren wir zu fünft.
Ich denke es ist rougher geworden als die letzten beiden Alben. Aber das ist immer schwierig zu sagen, was anders geworden ist. In erster Linie ist es jetzt das Album eines 31-jährigen und nicht eines 18-jährigen. Das Songwriting hat sich auch verbessert, man wird auch immer anspruchsvoller und schlussendlich bleibt es Florian Ast.
hitparade.ch: Warum hast du dich für "Läbeszeiche" als Titel entschieden - lange warst du ja nicht weg, von einem Comeback kann man also nicht wirklich sprechen...
Florian: Auf Comeback bin ich nicht spitz und auflösen kann ich mich nicht *lacht* . Ich habe mir gesagt, dass ich 1 ½ Jahre keine Interviews und keine Auftritte mache, sondern mich vollständig auf das neue Album konzentriere. Ich schrieb 30 Songs - klar, zum Teil entstanden die auch schon etwas vorher - und wollte die besten 11 oder 12 für "Läbeszeiche" rauszusuchen. Ich bin wieder da und jetzt geht es los!
hitparade.ch: Wie kann man das Cover interpretieren - ein Fragezeichen, bei dem dein Kopf den Punkt darstellt?
Florian: Eben, auf den Punkt gebracht.
hitparade.ch: Die erste Single "I mache d'Ouge zu" weist einen starken persönlichen Bezug auf - behandeln die anderen Songs auch Geschichten aus deinem Leben bzw. wie sieht der inhaltliche Rahmen deiner Lyrics aus?
Florian: Es gibt sicher autobiografische Texte, manchmal gibt man es zu, manchmal nicht. Bisher habe ich etwa 60 Songs geschrieben, die veröffentlicht wurden. Jeder Text kann nicht autobiografisch sein, da ich mit 31 Jahren noch gar nicht so viel erlebt haben kann. Man erfindet also zwischendurch mal eine Geschichte. Natürlich singe ich mich auch immer in ein gutes Licht. Ich komme nie schlecht weg. *lacht*
hitparade.ch: Deine letzten Alben hatten allesamt großen kommerziellen Erfolg - wie sehen diesbezüglich die Erwartungen für "Läbeszeiche" aus?
Florian: Ich gehe an jedes Album mit der Einstellung heran als wäre es mein erstes. Ich würde lügen, wenn ich bloss sagen würde "mal schauen was passiert". Hoffentlich toppt es alle bisherigen Alben, das würde mich natürlich freuen.
hitparade.ch: Sex, Rock'n' Roll und Drogen - wenn man das in deinem Refrain zu "Sex" hört, denkt man automatisch an einen Künstler, der "Sex, Drugs and Rock'n Roll" nicht abgeneigt ist. Inwiefern ist dieser Eindruck richtig?
Florian: Das ist zum Schmunzeln! Ich kann dazu erzählen, wie es zu diesem Song "Sex" gekommen ist: Ohne Drogen ohne irgendwas, vor allem aber ohne Sex. Wir haben uns in einer Villa in Rapperswil eingeschlossen, die uns mein damaliger Plattenchef zu Verfügung stellte. Dieser hatte dort ein Tonstudio eingerichtet und wir begannen unser "Spitz" Album aufzunehmen. Nach drei Monaten merkten wir, dass etwas fehlte, *lacht* und wir gingen auf den Balkon, sahen den Leute zu, die vorüber gingen. Plötzlich kam mir die blöde Idee, dass es Sex war, das fehlte. Ich holte meine Gitarre und jedem, der vorbei kam, sangen wir "Ich will Seeeeex, vom Morgeee bis am Abeee
" hinterher.
Als wir wieder rein gingen, dachten wir "läck, sind mir Tuble" *grinst*. Aber diesen Refrain nahmen wir schließlich auf und fanden ihn geil. Am nächsten Tag kam mein A & R uns besuchen. Wir sangen "Ängu", "Schuelbueb", "Härzchlopfe" und dann meinte ich, jetzt komme noch der Hit, nahm meine Gitarre vor und sang den Refrain von "Sex".
Er aber meinte dazu nur, ich solle mich auf's Wesentliche konzentrieren und könne dann vielleicht noch einen Hidden-Track daraus machen.
Mir war klar, dass dieser Song mit drauf muss. Rock'n' Roll und Drogen, klar, man verbindet das immer mit dem Musiker, dem Rocker. Wenn man jung ist probiert man alles ein wenig aus, nicht zuletzt auch ich
*wird immer leiser"
aber nichts Schlimmes.
Ich bin ein fleissiger Mensch. Wenn ich alles genommen hätte, was man mir immer ankreidet, hätte ich es nie so weit gebracht. Disziplin ist unbedingt notwendig, um ein Album machen zu können als Interpret, Produzent, Singer und Songwriter. Das soll mir erst einmal einer nachmachen.
hitparade.ch: Mit "Träne", der Kooperation mit Francine Jordi, ist euch ein Riesenhit gelungen. Auch wurde dieses Lied zum zweitbesten Schweizer Hit gewählt. Hat es dich sehr geärgert, dass du nicht gewonnen hast?
Florian: Ich sagte mir ja, ich gehe nicht an die Öffentlichkeit, bis "Läbeszeiche" erscheint, so nahm ich nicht an der Sendung teil, obwohl ich eingeladen wurde. Ich verfolgte aber das Ganze im Fernsehen, denn es interessierte mich schon. Zudem ist es ein Fernsehformat und es heisst nicht, dass der Gewinner auch DER grösste Schweizerhit ist. Jeder Mensch hat für sich seinen grössten Hit. Ich zeigte hier wieder einmal viel Grösse, ich liess den ersten Platz frei, wie ich es im Zug auch mache, wenn ein alter Herr kommt
*lacht*
hitparade.ch: Ist das ein Anreiz für dich, erneut mit einem anderen Künstler od. einer Band einen oder mehrere Songs aufzunehmen?
Florian: Es ist ja nicht das erste Duett gewesen und wird wohl auch nicht das letzte gewesen sein. Im Moment hätte ich aber keinen Song, den ich als Duett sehen würde. Ich schliesse es aber nicht aus, dass es wieder mal eines gibt. Ausser P!nk ruft gleich an
*ginst*
hitparade.ch: Apropos Kooperation: Wir betreiben auch die Seite der österreichischen Hitparade. Für den bekannten österreichischen Popstar Manuel Ortega hast du auf seiner CD "Angekommen" als Produzent und Komponist mitgewirkt - wie ist es zu dieser Zusammenarbeit gekommen.
Florian: Das ist durch David Bronner entstanden. Wir sind seit 10 Jahren Freunde. Er ist neu bei Sony BMG Österreich und suchte Lieder für Manuel. Ihm gefielen 2 meiner Lieder und ich übersetzte sie so gut es ging. Ich hoffe sein Album kommt noch etwas vorwärts.
hitparade.ch: Planst du weitere Projekte dieser Art in der Zukunft?
Florian: Ich forciere das nicht aber wenn Anfragen kommen ist das sicher interessant.
hitparade.ch: Man erfährt nicht viel Privates von dir. Ich erinnere mich an eine Sendung auf Tele 24/Züri wo man erst glaubt, du würdest deine Villa zeigen (was es aber nicht war
), auch deine Hochzeit wurde nicht so breitgeschlagen wie bei anderen Promis. Trennst du bewusst deine Karriere mit dem Privaten? Fährst du gut damit?
Florian: Ja klar. Ich finde das nicht interessant. Wir haben zwar auch einige Zeitschriften abonniert, es ist o.k., dass es diese Medien gibt und auch, dass es Leute gibt, die es interessiert, was andere privat unternehmen aber mich interessiert das nicht. Deshalb finde ich, muss man das auch nicht von mir wissen. Ich bin ganz normal, da gibt es nichts Aussergewöhnliches. Denn aussergewöhnlich ist nur meine Musik
*lacht*
hitparade.ch: Zu deiner Tournee: Ich mag mich erinnern, dass du bei deiner "Spitz"-Tour besonders stolz auf dein Bühnenbild warst. Was erwartet uns bei deiner diesjährigen Tour?
Florian: Ich bin dran, mir wieder etwas Spezielles auszudenken. Drei Bühnenbilder habe ich im Kopf, aber ich weiss noch nicht genau, was es sein wird. Vielleicht etwas ganz anderes, aber sicher nicht der Eiffelturm
Der Konzertbesucher zahlt einen Eintrittspreis und ich finde, dann sollte man ihm auch in dieser Hinsicht etwas bieten.
hitparade.ch: Wann geht es los mit der Tour?
Florian: Im März geht es los. Erst gibt es 9 Konzerte im März und April und dann werden wir noch einige Festivals spielen.
Anschliessend folgt die Welttournee. *grinst*
hitparade.ch: In Österreich warst du ja auch schon, singst du da alles in Mundart?
Florian: Ich war auch schon in Deutschland und Belgien und da versuche ich immer bern-deutsch zu singen, *lacht* was heisst versuchen, ich kann das ja
Die Leute da verstehen natürlich nicht alles. Es ist ganz interessant, manchmal verstehen die Deutschen ganz was anderes, als ich singe
hitparade.ch: Was meinst du zu den aktuellen Top Ten der Schweizer Hitparade?
10. Fatal Bazooka - Fous ta cagoule
Florian: Den Song kenne ich leider nicht.
9. Justin Timberlake feat. T.I. - My Love
Florian: Von Justin Timberlake kenn ich nur SexyBack und das fand ich gut.
8. Snow Patrol - Chasing Cars
Florian: Gefällt mir sehr gut
7. Take That - Patience
Florian: Von Take That bin ich Fan. Diese CD habe ich mir auch gekauft.
6. Taxi [CH] - Campari Soda
Florian: Hier bekomme ich ein wenig das Grauen. Früher dachte ich immer an einen Flugzeugabsturz, wenn ich dieses Lied hörte. Und dann in Verbindung mit der neuen Werbung, eine makabre Vorstellung *lacht*. Aber es ist natürlich ein super Song, ganz klar.
5. Akon feat. Eminem - Smack That
Florian: Ist sicher gut, kenne ich nicht
4. Silbermond - Das Beste
Florian: Silbermond gefällt mir sehr gut. Schade für mich, dass das Lied "Das Beste" heißt, denn eigentlich wollte ich auf mein neues Album einen Song nehmen, einen Reggae, der "Du bischs beschte wo mir je passiert isch" heisst. Jetzt muss ich 5 Jahre warten, bis ich ihn verwenden kann.
3. Monrose - Shame
Florian: Monrose gefällt mir nicht so. Mit diesen Mädchen kann ich nicht viel anfangen ausser mit der Türkin.
2. Christina Aguilera - Hurt
Florian: Beste Sängerin in den aktuellen Charts
1. Nelly Furtado - All Good Things (Come To An End)
Florian: Nelly mag ich nicht so.